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Teltow-Fläming Notstand am Bratwurststand
Lokales Teltow-Fläming Notstand am Bratwurststand
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00:19 21.12.2017
Figuren von Gerd Gebert schmücken den Luckenwalder Märchenweihnachtsmarkt. Die Stimmung war aber wenig märchenhaft und schon gar nicht weihnachtlich. Quelle: Margrit Hahn
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Luckenwalde

Über Besucher brauchte der Weihnachtsmarkt am 3. Adventswochenende nicht zu klagen. Der Marktplatz mit seinen Märchenfiguren, Glühweinständen, Kirmesbuden und Karussells war gut besucht. Doch bereits am Samstagabend gegen 19 Uhr herrschte an jedem Bratwurststand der Bratwurstnotstand. Weder Thüringer noch ortstypische Grillwürste waren noch zu haben. Selbst die Luckenwalder Pferdebuletten waren ausverkauft.

Döner statt Grillwurst

Besucher, die sich in den langen Warteschlangen eingereiht hatten, gingen leer aus, weil sämtliche Vorräte ausgegangen waren. Wer es vor Hunger nicht mehr aushielt, landete beim Döner-Imbiss neben Kaufland. Weihnachten mal anders.

Elisabeth Thiemann, ab 1. Januar Geschäftsstellenleiterin des Stadtmarketingvereins Luckenwalde, der den Weihnachtsmarkt organisiert hat, erfuhr auch von dem Bratwurstmangel. Das bedaure sie sehr, sagte sie auf MAZ-Nachfrage. Den Hauptgrund sehe sie darin, dass einer der Grillwurstanbieter nur mit kleinerem Equipment und wohl auch mit weniger Vorrat aufgetaucht war als üblich.

Remmidemmi statt Stille Nacht

Wenig weihnachtlich war auch die Klangkulisse auf dem Marktplatz. Wer am Samstagabend nach dem stimmungsvollen Adventskonzert in der voll besetzten Johanniskirche wieder auf den Marktplatz trat, wurde von eintönigen, aber um so lauteren Elektrobeats einzelner Stände geradezu umgehauen. Und aus dem „Weihnachtszelt“ drang Discomusik wie bei einem feucht-fröhlichen Volksfest. Kurzum: Es herrschte Remmidemmi statt Stille Nacht.

Après-Ski-Party statt Adventsfeier

Für Pfarrerin Stephanie Hennings, die im Pfarrhaus gleich am Markt wohnt, war die Adventsstimmung schlagartig vorbei: „Warum eine Après-Ski-Party, die mehr ans Turmfest als an den Advent erinnert? Warum so ein Kirmesrummel?“, fragt sie sich. „Die Einnahmen durch den Verkauf von Glühwein und Bratwürstchen scheinen wichtiger zu sein als die Botschaft, dass Frieden in die Welt einziehen soll.“

Kommunikation statt Kirmes und Kommerz

Die Pfarrerin schlägt vor, künftig mit einem Weihnachtsmarkt auf das Miteinander in der Stadt hinzuweisen, indem auf Kommerz verzichtet wird und Ehrenamtliche mit ihren Ständen über ihre Arbeit erzählen. „Man muss nicht Christ sein, um zu verstehen, dass es in der Adventszeit nicht um den Freizeitkick geht, sondern um unser Zusammenleben.“

Kritik wird aufgenommen

„Wir haben viele kritische Stimmen gehört“, räumte Elisabeth Thiemann am Montag ein, „wir nehmen die Hinweise auf und wollen überlegen, wie wir es im nächsten Jahr anders machen.“ Auf jeden Fall soll die Weihnachtskirmes wieder auf den Boulevard verlagert werden, so Thiemann, um den Marktplatz selbst etwas besinnlicher zu gestalten.

Von Hartmut F. Reck

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