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Notunterkunft für 300 Menschen

Flüchtlinge in Blankenfelde Notunterkunft für 300 Menschen

In der ehemaligen Kindertagesstätte „Wirbelwind“ in Blankenfelde-Mahlow wird ein Flüchtlingsnotunterkunft errichtet. Insgesamt sollen bis zu 300 Menschen in Blankenfelde Zuflucht finden. Die Notunterkunft soll höchstens zwei Jahre bestehen bleiben

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Auch die 15-jährige Eve Malaszkiewicz zündete am Vereinshaus Kerzen für die Flüchtlinge an.

Quelle: Stephan Laude

Blankenfelde-Mahlow. Viele Kerzen säumten am Donnerstagabend den Weg zum Tagungssaal der Gemeindevertreter in Blankenfelde-Mahlow im Vereinshaus – eine Initiative der Kirchengemeinde. Sie wollte damit auf die Not der Flüchtlinge aufmerksam machen. Zahlreiche Menschen – junge und ältere – hätten Lichter angezündet, berichtete die 15-jährige Eve Malaszkiewicz von der Jugendgemeinde. Die Kerzen sollten auch an die Menschen erinnern, die auf der Flucht nach Europa ihr Leben verloren haben. Und sie sollten ein Zeichen setzen, dass die Gemeindevertreter bei ihrer Sitzung nicht allein die Probleme bei der Quartiersbeschaffung für die Flüchtlinge und die Kosten im Blick haben dürften, wie Pfarrerin Anne Lauschus sagte.

Die Debatte verlief stellenweise erregt. Letztlich wurde aber die Beschlussvorlage in ihrer ursprünglichen Form bestätigt. Es gab 21 Ja-, zwei Neinstimmen und fünf Enthaltungen.

Das heißt: Die ehemalige Kita „Wirbelwind“ in der Käthe-Kollwitz-Straße wird zur Notunterkunft für 120 Flüchtlinge hergerichtet. Dafür werden 150 000 Euro bereitgestellt, die aber vom Landkreis erstattet werden. Zwei Änderungsanträge zu der Beschlussvorlage fanden keine Mehrheit, darunter einer, der vorsah, dass die Gemeinde vom Landkreis nicht nur eine symbolische Miete von einem Euro pro Quadratmeter verlangt, sondern die ortsübliche Miete. Uwe Schüler (SPD) sagte, Blankenfelde-Mahlow sei eine der reichsten Kommunen im Land Brandenburg. „Wir sind hier als Helfer gefragt und auch als Gastgeber“, so Schüler. Die ehemalige Kita soll für höchstens 24 Monate zur Verfügung gestellt werden, um die Einbringung des Grundstücks in die Wohnungsgesellschaf Wobab nicht zu gefährden.

Die Verlässlichkeit von Zahlen wird angesichts der unerwartet großen Flüchtlingsströme nach Deutschland aber auch in Blankenfelde-Mahlow in Zweifel gezogen. Die Gemeinde rechnet gegenwärtig mit etwa 300 Flüchtlingen. Wirksam wehren kann sie sich gegen den Zustrom nicht. „Auch wenn wir alles ablehnen – wir werden die 300 Leute trotzdem bekommen“, sagte Bürgermeister Ortwin Baier (parteilos). Gegenwärtig leben in Blankenfelde-Mahlow nur 21 Flüchtlinge. Sie sind dezentral in Wohnungen untergebracht. Die Unterbringung in Sporthallen sei für Blankenfelde-Mahlow „das letzte Mittel“. Möglicherweise werden Blöcke eines privaten Investors am Jühnsdorfer Weg zur Verfügung gestellt. Es handelt sich um ein ehemaliges Kasernengelände. Am Montag soll es ein Gespräch mit dem Landkreis geben.

Der Landkreis ist auch für die Organisation der Anwohnerversammlung in der Käthe-Kollwitz-Straße zuständig. Sie soll in der ehemaligen Kita selbst stattfinden. Eingeladen werden nur Bürger, die tatsächlich im Umfeld der künftigen Notunterkunft wohnen. Die Übergabe an den Landkreis ist für Ende Oktober vorgesehen.

Von Stephan Laude

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