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Null Promille am Steuer

Verzicht auf Alkohol für mehr Sicherheit Null Promille am Steuer

Brandenburgs Politiker sprechen sich für eine Null-Promille-Regelung im Straßenverkehr aus. Fahrlehrer aus der Region halten Umsetzung für fraglich. Unabhängig davon startete die Polizei eine sechswöchige Aktion, in der sie ähnlich wie beim Blitzer-Marathon verstärkt Alkohol- und Drogenkontrollen durchführt.

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Im vergangenen Jahr wurden in Teltow-Fläming 84 alkoholbedingte Autounfälle gezählt. In Dahme-Spreewald waren es 80.

Quelle: aireye

Dahmeland-Fläming. Promillegrenze hin oder her: An lauen Sommerabenden wird beim Grillen im Garten gern mal ein Bier getrunken, oder zwei, oder drei. Viele Autofahrer unterschätzen dabei immer wieder die Wirkung des Alkohols, setzen sich betrunken hinters Steuer und verursachen teils schwere Unfälle – Tendenz steigend. Laut Statistik zählen Trunkenheit und Drogenkonsum zu den häufigsten Unfallursachen. Die Zahl der Alkoholunfälle ist im Landkreis Dahme-Spreewald in den vergangenen beiden Jahren konstant geblieben (2013: 79, 2014: 80). Allerdings kamen 2014 bei fast doppelt so vielen Unfällen Menschen zu Schaden. Im Landkreis Teltow-Fläming zeichnet sich ein ähnliches Bild. Dort registrierte die Polizei 2014 84 Alkoholunfälle – acht mehr als im Vorjahr.

Brandenburgs Politiker fordern Null-Promille-Regel

Dem wollen Brandenburgs Politiker entgegen wirken und sprachen sich am Montag fast einstimmig für eine Null-Promille-Grenze im Straßenverkehr aus. Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) lehnte jedoch ab. Während der ADAC glaubt, dass ein neuer Grenzwert das Problem nur scheinbar lösen würde, befürworten Fahrlehrer aus der Region eine solche Regelung, zweifeln aber an deren Umsetzung.

Die derzeitige Promille-Grenze für Autofahrer liegt bei 0,5 . Ab diesem Blutkonzentrationswert spricht die Polizei von einer Ordnungswidrigkeit. Die Folgen beim ersten Verstoß: 500 Euro Geldstrafe, ein Monat Fahrverbot und vier Punkte in Flensburg. Die Polizei kann aber schon ab 0,3 Promille bei auffälliger und gefährdender Fahrweise eine Straftat nachweisen. Wann diese Promillewerte erreicht sind, hängt dabei weniger davon ab, wie viel Bier auf den Tisch gekommen ist, sondern wie lange der Körper braucht, um den Alkohol abzubauen. Das ist bei jedem Menschen anders.

„Der Promillewert erhöht sich so schleichend, dass es kaum wahr genommen wird“, sagt Ines Filohn, Pressesprecherin der Polizeidirektion Süd. Um den Kraftfahrern dieses Problem bewusster zu machen, startete die Polizei unabhängig von der Debatte zur Null-Promille-Grenze in Zusammenarbeit mit dem europaweiten Polizei-Netzwerk „Tispol“ (Traffic Information System Police) eine landesweite Kontrollaktion. Ähnlich wie beim Blitzer-Marathon werden über sechs Wochen verstärkt Alkoholkon-trollen an verschiedenen Stellen durchgeführt. Hintergrund dieser Aktion sei vor allem der Versuch, die Autofahrer zu erziehen, sagt Polizeisprecher Mario Heinemann. „Die meisten fahren bewusster, wenn sie von solchen Kontrollen wissen. Lange hält das aber oft nicht an.“

Warnung vom ADAC

Der ADAC warnt, dass bereits das 0,5-Promille-Limit hinter dem Lenkrad kaum eingehalten werde und spricht sich dagegen aus, das Gesetz zu verschärfen. Laut Daniel Tolksdorf, Sprecher für Berlin und Brandenburg, brauchen Autofahrer eine umfassende Aufklärung und müssten einsehen, dass Autofahren und Alkohol nicht zusammen passe.

Rainer Sydow, Fahrlehrer aus Heidesee, hält eine Null-Promille-Regelung für sinnvoll. „Alkohol am Steuer von vornherein für alle zu verbieten, ist der leichteste Weg“, sagt er. Schließlich habe man bei Fahranfängern, für die in der Probezeit und bis Vollendung des 21. Lebensjahres absolutes Alkoholverbot gilt, gute Erfahrungen gemacht.

Gruppenzwang bei Jugendlichen das größte Problem

Für Jugendliche sei der Gruppenzwang das größte Problem. „Trinkt einer keinen Alkohol, muss er sich oft rechtfertigen, selbst wenn er Fahrer ist“, sagt Sydow. Die aktuell geltenden Grenzwerte ließen Alkoholsündern großen Spielraum. Sollte ein Gesetz in Kraft treten, das 0,0 Promille am Steuer vorschreibt, gebe es dann keine Kompromisse mehr. Allerdings bezweifelt Sydow, dass sich das Gesetz in Deutschland, sollte es denn vom Bundestag beschlossen werden, auch tatsächlich durchsetzen könnte.

Auch Holger Wartner, der eine Fahrschule in Jüterbog betreibt und wie Sydow Mitglied im Fahrlehrerverband Brandenburg ist, spricht sich für ein schärferes Alkohollimit aus. „Dann muss es aber auch mehr Kontrollen geben.“ Denn immer noch ist überhöhte Geschwindigkeit die häufigste Unfallursache.

Von Luise Fröhlich

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