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Oberlinhaus in Zossen schließt

Ärztehaus ist unwirtschaftlich Oberlinhaus in Zossen schließt

Das Oberlinhaus schließt am Jahresende seine Außenstelle in Zossen. Das Ende des Mietvertrags betrifft rund 3000 Patienten. Wie diese in Zukunft versorgt werden sollen, ist noch unklar. Einige Zossener sammeln nun Unterschriften und setzen sich für einen Weiterbetrieb ein.

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Patient Peter Bley mit Unterschriftenliste vor dem MVZ.

Quelle: Gudrun Schneck

Zossen. Am Mittwoch erhielten die drei Arzthelferinnen des Medizinischen Versorgungszentrums (MVZ) des Oberlinhauses in Zossen die Kündigung. Voraussichtlich zum Jahresende schließt der Verein Oberlinhaus Potsdam-Babelsberg seine Niederlassung an der Kirchstraße 3. Ob dort weiterhin ein Orthopäde und ein Allgemeinmediziner praktizieren werden, ist ungewiss. Knapp 3000 Patienten „hängen in der Luft“.

Patient Peter Bley und seine Frau Dorothee haben spontan auf dem Zossener Marktplatz Unterschriften gesammelt und Listen in Apotheken, Arzt- und Physiotherapie-Praxen ausgelegt. Peter Bley: „Sehr viele unterschreiben. Doktor Hufnagel ist der einzige Orthopäde hier. In anderen Praxen kommt man ja nicht mehr unter, weil die genug Patienten haben.“

Grund für die Schließung ist laut Michael Hücker, Geschäftsführer der Oberlinklinik Potsdam, die Unwirtschaftlichkeit. „Das MVZ Zossen fährt jedes Jahr ein hohes fünfstelliges Defizit ein“, sagt er. „Wir haben mehr als ein Jahr lang versucht, größere Räume zu finden. So ein Zentrum rechnet sich ab einer bestimmten Größe besser. Wir wollten gern mehr Ärzte und vielleicht auch Reha-Sport und eine Physiotherapie anbieten, erhielten aber keine Hilfe von der Stadt.“ Die Räume des ehemaligen Jobcenters oder der VR-Bank hätte man auf eigene Kosten umbauen oder sehr teuer mieten müssen, sagt Hücker.

Auch das Vorhaben, einen neuen Träger für das MVZ zu finden, sei gescheitert. „Herr Doktor Hufnagel wird definitiv ab 15.November in Potsdam arbeiten. Es gibt aber einen anderen Orthopäden, der eventuell in Zossen anfangen würde“, so Hücker.

Nebulös klingt seine Antwort auf die Frage, unter welchen Bedingungen es in Zossen weitergehen könnte. Das sei nur möglich, wenn sich der Allgemeinmediziner Michael Held und der Orthopäde mit dem neuen Eigentümer der Immobilie und der Kassenärztlichen Vereinigung einigen würden, sagt Hücker. Offenbar wird den Ärzten empfohlen, sich selbstständig zu machen. Ein privater Eigentümer hat das Haus im Frühjahr erworben. Es gehörte zuvor dem Landkreis, war an die Stadt Zossen vermietet und untervermietet an den Verein Oberlinhaus.

Bürgermeisterin Michaela Schreiber weist den Vorwurf der mangelnden Unterstützung zurück: „Ich habe Herrn Hücker über jede größere frei werdende Immobilie informiert. Als er dann ein Gebäude im Kaufland-Komplex wollte, war der B-Plan längst durch und die Bauarbeiten hatten begonnen.“

Die Arzthelferinnen fühlen sich fallen gelassen: „Man hat uns nicht einmal eine Stelle im eigenen Unternehmen angeboten. Dass die Patienten Unterschriften sammeln, ist dagegen eine schöne Anerkennung unserer Arbeit.“ Die gekündigten Angestellten bezweifeln die Defizit-Höhe: „Dank dieser Außenstelle kann die Potsdamer Klinik eine bestimmte Anzahl von Operationen durchführen, die ihr sonst fehlen würden.“

Von Gudrun Schneck

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