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Oberschüler gestalten Treppenhaus

Dahlewitz Oberschüler gestalten Treppenhaus

Kunst am Bau muss nicht abgehoben sein. Sie kann auch mitten aus dem Leben kommen. Schüler der 8. und 9. Klassen haben in den vergangenen Wochen das Treppenhaus gestaltet. Zu sehen sind sie selbst als Schatten an den Wänden. Die Idee dazu stammt aus den Ursprüngen der Menschheit.

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Die Kunstlehrerinnen Karin Rosenberg (v.r) und Martha Rataj (h.r.) zusammen mit den jungen Künstlern vor einem der Bilder im Schulhaus.

Quelle: Zielke

Dahlewitz. Als die Menschen noch in Höhlen lebten, verschönerten sie die Wände mit Farben – sehr zur Freude von Archäologen und Historikern. Wer später einmal wissen möchte, wie die heutige Jugend tickt, sollte einen Blick ins Treppenhaus der Herbert-Tschäpe-Oberschule in Dahlewitz werfen. Dort sind seit kurzem moderne Interpretationen der Höhlenmalerei zu sehen.

Künstlerin entwickelt Projekt mit Schülern

Schüler der 8. und 9. Klassen haben sich dort „verewigt“. Mal tanzend, mal laufend oder beim Sport. „Kunst am Bau“ heißt das Projekt, das in Zusammenarbeit mit der Blankenfelder Kunst- und Musikschule Regenbogen entstanden ist. Die dort tätige freiberufliche Kunstlehrerin Karin Rosenberg hat mit den Jugendlichen die Ideen entwickelt. „Jeder hat sich eine Pose ausgedacht“, sagt sie.

Mit einem Projektor haben die Schüler Handyfotos auf Schablonen übertragen

Mit einem Projektor haben die Schüler Handyfotos auf Schablonen übertragen. Diese dienten dann als Vorlage für die Wandbilder.

Quelle: Christian Zielke

Laura Rogowsky hat sich für die Bewegung von Mittel- und Zeigefinger aus dem Film „Pulp Fiction“ entschieden. Charline Girod „balanciert“ auf dem Treppengeländer auf ihre Freundin zu – die Inspiration kam vom Fluchtweg-Schild an der Wand. Ben Markmann reckt die Hand nach oben, als würde er einen Basketball im Korb versenken. Oksana Solovey mimt die Primaballerina auf dem Treppengeländer. Die Jugendlichen haben sich gegenseitig in ihrer Lieblingspose mit dem Handy fotografiert. Anschließend mussten sie die digitalen Bilder mit einem Overhead-Projektor auf durchsichtige Folien übertragen. Dann folgte die schwierigste Aufgabe: das Schneiden. Selbst kleine Falten in der Bekleidung mussten auf die Schablonen übertragen werden, damit das Ergebnis wie ein richtiger Schatten wirkt. Mit schwarzer Farbe wurde das Motiv dann auf die Wände übertragen.

Kunstlehrerin: Bin stolz und baff

Kunstlehrerin Martha Rataj hat nur eine Stunde pro Woche mit ihren Schülern. Dass diese sich neun Wochen lang zusätzlich zwei Stunden pro Woche betätigen konnten, habe gut getan. „Sie sind über sich hinausgewachsen. Ich bin stolz und baff, was daraus geworden ist.“ Ihren Schülern würde sie gern mehr Möglichkeiten geben, künstlerisch zu experimentieren. „Leider sind unsere finanziellen Möglichkeiten begrenzt“, sagt Michaela Töpelmann, die kommissarische Schulleiterin. Pro Schuljahr steht nur ein begrenztes Budget für Honorarkräfte zur Verfügung. Auch die Kunst- und Musikschule Regenbogen, die seit Jahren mit der Oberschule zusammenarbeitet, würde gern mehr tun. „Alle brennen dafür, doch es gibt leider fast nur Geld für Grundschulen“, sagt Regenbogen-Managerin Margit Voigt. Oberschulleiterin Michaela Töpelmann hofft auf zusätzliche Unterstützung: „Wir wollen zeigen, dass unsere Schule nicht nur Fußball spielen kann.“

Von Christian Zielke

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