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Teltow-Fläming Oberschule mit IHK-Auszeichnung
Lokales Teltow-Fläming Oberschule mit IHK-Auszeichnung
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00:30 15.04.2018
Marco Dastig (r.) von der Wahlsdorfer Tischlerei Kranz nahm erstmals an der Messe teil.  Quelle: Peter Degener
Dahme

 Einen solchen Andrang auf seine Ausbildungsmesse hat Henri Kuhl, Schulleiter der Dahmer Otto-Unverdorben-Oberschule, bislang nicht erlebt. Von 70 eingeladenen Firmen und Institutionen waren 39 seinem Ruf gefolgt und präsentierten sich am Donnerstagnachmittag in der Turnhalle seiner Schule zur sechsten Auflage der Messe. Im Vorjahr waren es noch 26 Stände gewesen.

Das Firmeninteresse reichte von Mercedes und der Bundeswehr über den Arbeiter-Samariter-Bund bis zu lokalen Handwerksbetrieben und der Kreisverwaltung. Erstmals dabei waren beispielsweise die Verkehrsgesellschaft Teltow-Fläming, die dringend Busfahrer sucht, oder das Katasteramt des Nachbarkreises Dahme-Spreewald.

Die Messe schließt eine wichtige Versorgungslücke vor Ort

Henri Kuhl hat die Messe vor fünf Jahren initiiert, weil viele andere Ausbildungsmessen an Wochenenden stattfinden. „Dann ist es für meine Schüler schwer, mit öffentlichen Verkehrsmitteln hinzukommen. Wenn sie zum Beispiel die Messe in Luckenwalde besuchen wollen, müssen sie umständlich in Jüterbog umsteigen. Deshalb findet unsere Messe an einem Schultag in der Schule statt“, sagt Kuhl.

Henri Kuhl, Schulleiter der Otto-Unverdorben-Oberschule in Dahme und Initiator der Ausbildungsmesse. Quelle: Peter Degener

Für diese lokale Initiative im ländlichen Raum ist Kuhl erst kürzlich von der Industrie- und Handelskammer im Wettbewerb „Region Zukunft“ ausgezeichnet worden.

„Für die Jury war ausschlaggebend, dass die Ausbildungsmesse dem so dringend gesuchten Fachkräfte-Nachwuchs den Weg in die Berufsausbildung ebnet“, lobt IHK-Pressesprecher Detlef Gottschling das Vor-Ort-Format, „das dazu gebildete regionale Netzwerk funktioniert mustergültig und arbeitet aktiv und eng mit der regionalen Wirtschaft zusammen. Eine zukunftsweisende Berufsberatung geht so in Dahme beispielgebend Hand in Hand.“

Pavillons und eine Mikrofonanlage für die Ausweitung der Messe

Mit den 1850 Euro Preisgeld will Kuhl die Messe weiter verbessern. „Langsam wird es in der Turnhalle eng. Wir werden von dem Geld deshalb neue Pavillons und eine Mikrofonanlage anschaffen, um vor allem auch auf dem Schulhof noch mehr Ausstellern Raum zur Präsentation zu geben“, kündigt Kuhl an.

„Ich brauche keine Schulbank für meinen Stand, ich habe meine Hobelbank mitgebracht“, sagt Marco Dastig, der neue Inhaber der Wahlsdorfer Tischlerei Kranz: „Die Firma hat erstmals an der Messe teilgenommen, weil wir langfristig Nachwuchs suchen. Derzeit kann ich mich aber noch nicht beschweren. Einer meiner zwei Azubis kommt sogar von dieser Schule.“ Auch für das nächste Jahr wurde er schon an der Otto-Unverdorben-Schule fündig.

Neben Firmenchefs warben auch Azubis für ihre Berufe

Nicht nur Chefs und Ausbilder standen hinter den Tischen und bewarben ihre Ausbildungsberufe. Einige Firmen setzten dafür auf ihre derzeitigen Azubis. „Wir haben auf einem Lehrgang gelernt, wie man Azubis anwirbt und setzen das jetzt um“, sagt Anne Klebitz. Sie arbeitet bei der Firma Schoepe Display, die in Dahme Werbeaufsteller herstellt und Logistiker, Gestalter und Packmitteltechnologen ausbildet. „Wir wollen Präsenz zeigen, weil man im Gespräch auch die Zweideutigkeit unseres Namens klären kann“, sagt Klebitz.

Denn Displays sind in diesem Fall keine Bildschirme, sondern Pappaufsteller und andere, meist faltbare Präsentationsformen für Produkte. Der junge Tobias Lorenz (16) spielt mit dem Gedanken Packmitteltechnologe zu werden. „Es ist interessant etwas zu konstruieren, das stabil ist, aber möglichst wenig Material benötigt“, sagt er, während er einen Stiftehalter aus Karton zusammenbastelt, den die Schoepe-Azubis mitgebracht haben.

Tobias Lorenz faltet auf der Messe Karton in einen Aufsteller. Er überlegt Packmitteltechnologe zu werden. Quelle: Peter Degener

Manche Schüler werden zum Besuch der Messe verpflichtet

Nicht alle Schüler haben sich schon so intensive Gedanken über ihre berufliche Zukunft gemacht. ,Für meine Zukunft bin ich selbst verantwortlich‘ lautet das Messemotto, aber Schulleiter Kuhl sagt auch: „Manche Schüler muss man zwingen. Sie sehen nicht, dass sie am Ende des Schuljahres in zehn Monaten allein dastehen. Hier stehen sie einem Firmenchef oder Personalleiter gegenüber und lernen, dass Berufsorientierung kein Selbstläufer ist.“

Für die rund 100 Schüler der 9. und 10. Klasse war der Besuch der Messe deshalb verpflichtend. Bereits am Vormittag wurden sie mit einem „Assessment-Center“ für den Weg in den Beruf geschult. Sie erhielten Hinweise zu Bewerbung, Vorstellungsgesprächen, Einstellungstests und zum richtigen Outfit beim ersten Aufeinandertreffen mit künftigen Kollegen und Chefs.

Umliegende Schulen waren ebenfalls eingeladen

Auch die umliegenden Oberschulen und Gymnasien in Jüterbog und Baruth hatte Kuhl eingeladen. Wenn das Netzwerk funktioniert, ist nicht nur den Firmen mit Arbeitskräften und den Schülern mit einer Jobperspektive in der Heimat, sondern dadurch auch dem ländlichen Raum geholfen.

Hobel- statt Schulbank als Messestand einer Tischlerei in der Turnhalle der Dahmer Oberschule Quelle: Peter Degener

Von Peter Degener

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