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Teltow-Fläming Ohne Strom geht’s auch über sieben Brücken
Lokales Teltow-Fläming Ohne Strom geht’s auch über sieben Brücken
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15:46 10.12.2017
Karat unplugged – v.l.: Bernd Römer, Claudius Dreilich, Martin Becker und Christian Liebig im Stadttheater Luckenwalde. Quelle: Hartmut F. Reck
Luckenwalde

„Hallo, Luckenwalde!“ So begrüßte Sänger Claudius Dreilich die 625 Karat-Fans am Samstagabend im Luckenwalder Stadttheater und erntete dafür den ersten Beifallssturm. Für ihn, den Sohn des ursprünglichen, aber schon 2004 verstorbenen Karat-Sängers Herbert Dreilich, war es der erste Auftritt auf dieser Bühne. Auch vor seiner Zeit war die einstige DDR-Kultband, die diesen Status über die Wende hinwegrettete, nie im Luckenwalder Stadttheater. Zwar war man schon zweimal beim Turmfest aufgetreten und ganz alte Karat-Fans erinnerten sich an ein Konzert auf der Radrennbahn Ende der 70er oder Anfang der 80er Jahre, aber auf dieser Bühne standen die deutschen Rock-Giganten noch nie. Umso erstaunter und begeisterter waren die Vollblutmusiker von dem tollen Theater und dem dortigen Team, das sie technisch und organisatorisch vorbildlich betreute, wie sie anschließend betonten.

Auch wenn den Karat’lern anfangs die Bühne noch fremd war, so hatten sie doch auch hier ein Heimspiel und begeisterten die Zuhörer mit ihren Riesenhits, aber auch mit weniger bekannten Songs der nunmehr 42-jährigen Geschichte dieser Ausnahme-Band. Dabei steigerten sie im Laufe des durchgehenden und fast zwei Stunden dauernden Konzerts das Tempo und die Lautstärke. Auf eine Ruhepause mitten im Konzert verzichteten die jung gebliebenen Rock-Opas, um zwischendurch nicht abzukühlen und vor allem, um ihr Publikum auf Tempo und Temperatur zu halten.

Dabei ging es ganz cool und leise los und das noch ohne Strom, also unplugged, als Claudius Dreilich (47) „Stunde“ sang zur Gitarrenbegleitung von Bernd Römer (65), Martin Becker (56) und Christian Liebig (62). Der älteste der aktiven Bandmitglieder, der Drummer Michael Schwandt, ist gerade 70 Jahre alt geworden. Ihm haben die anderen Musiker zum runden Geburtstag Zeit geschenkt, in der er sich entspannen durfte. Dafür nahm „der Josch aus Chemnitz“ an diesem letzten Karat-Konzert in diesem Jahr seinen Sitz am Schlagzeug ein.

Berührend: Claudius Dreilichs Soloauftritt mit „Für mich“, einer Liebeserklärung für seine Frau, die er erst eine Woche zuvor geheiratet hatte. Bewegend: Die Zugaben mit „König“ und natürlich mit „Über sieben Brücken“. Grandios!

Von Hartmut F. Reck

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