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Teltow-Fläming Ohne die Schranken des Gesetzes
Lokales Teltow-Fläming Ohne die Schranken des Gesetzes
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00:34 27.07.2015
Jürgen Gottschalk, Heiko Behling, Hartmut Grell, Thomas Behling und Mario Esch (v.l.) diskutieren beim Stammtisch über die Verkehrssicherheit. Quelle: Chantal Willers
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Niederlehme

Nur einen kurzen Blick hat Mario Esch auf die Neuankömmlinge an der Raststätte geworfen und sofort erkannt, bei welchem Lkw etwas „faul“ ist. „Schaut hin, der da, bei dem beult sich doch die Seite“, sagt der Kommissar von der Polizeidirektion Süd. „Das ist ein sicheres Zeichen für rutschende Ladung!“ Seinem ersten Impuls, den Lkw-Fahrer einer Kontrolle zu unterziehen, folgt der Verkehrspolizist an diesem Mittwochnachmittag nicht. Dazu ist er diesmal nicht hier. Auf der Raststätte „Am Fichteplan“ hat Kommissar Esch zum „Trucker-Stammtisch“ geladen. Es ist die 159. Auflage dieses zwanglosen Zusammentreffens von Polizei und Kraftfahrern.

Hintergrund

An jedem ersten Mittwoch im Monat veranstaltet die Verkehrspolizei der Direktion Süd einen Trucker-Stammtisch im Truck Store Berlin-Brandenburg in Niederlehme.

Der Trucker-Stammtisch fand am vergangenen Mittwoch im Rahmen der „Aktionswoche im gewerblichen Personen- und Güterverkehr. Sicher transportieren – sicher Ankommen“ als Sonderaktion auf der Raststätte „Am Fichteplan“ statt.

Die Themen reichen von Lenk- und Ruhezeiten, über das Fahren bei Eis und Schnee, bis hin zu Ersten Hilfe. Doch auch die Fahrer selbst können zu Beginn jeden Jahres Themenvorschläge machen. Besonders das Thema Ladungssicherheit steht dabei sowohl von Seiten der Polizei, als auch der Fahrer immer ganz oben auf der Liste.

Experten, beispielsweise des Amts für Arbeitsschutz oder vom Zoll, eröffnen den Stammtisch mit einem Einführungsvortrag zu einem bestimmten Thema. Bei der anschließenden Diskussion können alle Seiten konstruktiv über die Probleme im Verkehr sprechen und in praktischen Übungen Erfahrungen sammeln.

Der Stammtisch ist offen für Lkw-Fahrer, Unternehmer und selbstfahrende Unternehmer, sowie für interessierte Pkw-Fahrer.

Mitten auf dem Parkplatz der Raststätte an der A10 kurz vor dem Schönefelder Kreuz haben sich rund 15 interessierte Trucker und diverse Vertreter der Verkehrspolizei zusammengefunden. Während einige entspannt auf den Bierbänken sitzen, erläutert Polizeihauptmeister Hartmut Grell die Funktionsweise eines Videoüberwachungswagens, mit dem er auch in die Fahrerkabinen der Lkws schauen kann.

Lockerer Austausch

„Hier haben wir die Gelegenheit, miteinander ins Gespräch zu kommen, ohne dass die Schranken des Gesetzes dazwischen stehen“, erklärt Esch die Grundidee dieses Trucker-Stammtischs. Hier kommen nicht nur die alten Bekannten des Stammtischs, sondern auch Interessierte auf den drei aufgestellten Bierbänken zwischen den parkenden Lkws zu einem lockeren Austausch zusammen.

Nach einem Konzept der Autobahnpolizei in Nordrhein-Westfalen haben sich die Trucker-Stammtische mittlerweile in zwölf Bundesländern etabliert. Vor 13 Jahren veranstaltete Mario Esch den ersten Stammtisch in Niederlehme, der erste dieser Art im Land Brandenburg. „Mittlerweile hat sich eine Kerntruppe gebildet, die fast jeden Monat kommt“, sagt der 53-Jährige.

Seit 1984 ist Esch schon bei der Verkehrspolizei und die Erfahrungen, die er in den vielen Jahren sammeln konnte, haben ihn damals dazu veranlasst, beim Stammtisch mitzumachen. „Wir sehen es ja jeden Tag, wenn im Verkehr etwas nicht richtig läuft. Wenn etwa die Ladung nicht richtig gesichert ist, müssen wir das wegräumen, was vom Laster fällt“, sagt Esch, der gemeinsam mit Jürgen Gottschalk den Stammtisch durchführt.

Ladungssicherheit ist ein Thema, das sowohl den Polizisten als auch den Fahrern am Herzen liegt. „Wir reden nicht nur darüber, sondern machen auch praktische Übungen“, erzählt Heiko Behling, dessen Lkw-Ladung beim letzten Stammtisch von den Experten bis ins kleinste Detail während einer praxisnahen Untersuchung geprüft wurde. Seit zehn Jahren ist der Lkw-Fahrer aus Mittenwalde regelmäßig beim Stammtisch dabei. Dort erfahre er immer neue Sachen, vor allem wenn es um Gesetzesänderungen gehe, sagt er.

Referenten eröffnen Stammtische

Um den Fahrern immer wieder Anreize zu bieten, laden Mario Esch und Jürgen Gottschalk zu den Stammtischen neue Referenten ein. Diese eröffnen mit Vorträgen die Diskussion zu bestimmten Themen. Häufig geht es dabei um Lenk- und Ruhezeiten – ein ständiger Reibungspunkt zwischen den Fahrern und der Polizei – und erste Hilfe. Aber auch ein Apotheker, der einen Vortrag zur Medikamenteneinnahme vor, während und nach der Fahrt gehalten hat, war schon zu Gast.

Beide Seiten sollen bei diesen Veranstaltungen voneinander lernen, aber Esch und Gottschalk wollen vor allem Ansprechpartner für die Fahrer sein „Wir können sie auch immer anrufen, wenn wir uns bei bestimmten Dingen unsicher sind und können fragen, ohne dass gleich eine Strafe droht“, sagt Heiko Behling. Dieses Vertrauensverhältnis sei eine ganze Menge wert. „Wenn es den Stammtisch nicht geben würde, würden wir ganz schön auf der Strecke bleiben“, sagt der 42-Jährige.

Während sich Mario Esch auf der Bierbank sitzend die Probleme der Fahrer anhört, beobachtet er seinen Kollegen, der mittlerweile zu dem Lkw mit der verbeulten Plane hinübergeschlendert ist. Das Treiben auf dem Parkplatz hat Esch ganz genau im Blick. An diesem Nachmittag hat der Lkw-Fahrer Glück, es wird bei einem kurzen Hinweis des Polizisten zu der ungesicherten Ladung bleiben.

Von Chantal Willers

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