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Oma muss sich um alle kümmern

MAZ-Sterntaler-Aktion in Dahmeland-Fläming Oma muss sich um alle kümmern

Sechs Personen in drei Generationen leben zusammen in einem Haushalt und müssen nach allen Abzügen mit 500 Euro monatlich auskommen. Diana Grecksch versorgt neben ihren Kindern auch noch zwei Enkel. Doch die Familie hält zusammen.

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Familie Grecksch (v. l.): Justin (9), Diana (41), Lucy (4), Julia (17), Lea (15) und Baby Finnley.

Quelle: Elinor Wenke

Luckenwalde. Mit ihren 41 Jahren ist Diana Grecksch schon dreifache Großmutter. Für zwei Enkel hat sie überdies Mutterpflichten übernommen, denn ihre Töchter waren selbst noch halbe Kinder, als sie ihre Babys zur Welt brachten. Nadine war 17, als Töchterchen Lucy geboren wurde, und offensichtlich überfordert, denn sie lebt heute mit ihrem zweiten Kind Charlotte (acht Monate) im Mutter-Kind-Heim. Das Sorgerecht für die vierjährige Lucy hat Diana Grecksch.

Tochter Lea war 14, als sie von ihrer Schwangerschaft erfuhr. Sie lebt mit Baby Finnley (vier Monate) mit im Haushalt. Die Vormundschaft für Finnley hat die Oma ebenfalls bei Gericht beantragt. Obwohl Diana Grecksch arbeitslos ist, fühlt sie sich als Multi-Vollzeit-Kraft. „Ich bin rund um die Uhr Oma, Mutter und muss auch noch den Papa ersetzen“, sagt die zierliche, alleinerziehende Frau. Denn zur Familie gehören auch noch Tochter Julia (17) und Sohn Justin (9).

MAZ-Sterntaler-Aktion

Die Weihnachtsaktion , die die MAZ in Kooperation mit dem DRK durchführt, soll Familien, die unverschuldet in Not geraten sind, ein unvergessliches Weihnachtsfest ermöglichen.

Zudem sollen damit in diesem Jahr soziale Einrichtungen – die Frauenhäuser, die Behindertenverbände, die Tafeln und der Schulsanitätsdienst des DRK jeweils in den Landkreisen Dahme-Spreewald und Teltow-Fläming – unterstützt werden.

Das Spendenkonto wird vom DRK- Kreisverband Fläming-Spreewald verwaltet, der auf Wunsch auch Spendenquittungen ausstellt.

Kontoinhaber: DRK-Kreisverband Fläming-Spreewald e.V.,
IBAN: DE30 1605 0000 3633 0275 39, Verwendungszweck: Sterntaler.

Die MAZ möchte die Namen der Spender veröffentlichen. Ist dies nicht gewünscht, kann das beim Verwendungszweck vermerkt werden.

Sechs Personen in drei Generationen teilen sich 69 Quadratmeter in einer Vier-Zimmer-Wohnung. Die Geschwister Julia und Justin arrangieren sich, so gut es geht, in einem Raum, damit Lea mit ihrem Baby ein eigenes Zimmer bewohnen kann. „Mein Schlafzimmer ist das hier“, sagt Diana Grecksch und zeigt auf die Couch im Wohnzimmer. Sich mal in ein ruhiges Eckchen zurückzuziehen, ist ein seltener Luxus.

Doch nicht nur in der Wohnung geht es eng zu, auch in der Familienkasse. Diana Grecksch, ihre Kinder und Enkel leben von Hartz IV und Kindergeld. Die gelernte Köchin ist schon viele Jahre arbeitslos. „Wenn die Arbeitgeber hörten, dass ich vier Kinder habe, hatte ich keine Chance“, berichtet Diana Grecksch, „und mit den familienunfreundlichen Arbeitszeiten wäre der Job auch heute kaum zu bewältigen.“ Für Lucy bekommt sie keine Hartz-IV-Leistungen , sondern Sozialhilfe, „weil ich nur die Oma bin“, erzählt Diana Grecksch. „Die Sachen für Lucy werden vom Kindergeld der anderen abgezwackt.“ 500 Euro im Monat bleiben Diana Grecksch nach allen Abzügen zum Leben. „Für sechs Personen ist das nicht viel“, sagt sie. Sich selbst gönnt Diana Grecksch kaum etwas, lieber investiert sie es in die junge Generation. Ganz leer würde der Gabentisch am Heiligabend nicht bleiben, weil sie von ihren Eltern und einem Freund der Familie unterstützt wird. Große Weihnachtsgeschenke aber sind nicht drin.

Trotz aller Schwierigkeiten hält die Familie zusammen. Die 17-jährige Julia, die am Oberstufenzentrum lernt, gibt sich bescheiden und lässt sich kaum einen Weihnachtswunsch entlocken. „Ich hab doch von meiner Mutter alles, was ich brauche“, sagt sie. Dann schwärmt sie doch noch. Ein Gutschein für Kleidung wäre schön – und einer für einen richtig schicken Haarschnitt beim Friseur.

Justin ist ein freundlicher, fleißiger Kerl und hilft beim Putzen, Aufräumen und Müllentsorgen. „Er ist ein richtiger Hausmann“, lobt seine Mutter. Justin träumt von einem Scooter-Roller, von Hot Wheels und einer Mega-Crash-Bahn. „Eine Eisenbahn aus Holz“ ruft Lucy mit strahlenden Augen. Und eine Schminkpuppe hätte sie zu gern. Die Vierjährige besucht die DRK-Kita „Am Weichpfuhl“ und gilt dort als liebes, freundliches Mädchen.

Lea, die nach der Babyzeit ihren Schulabschluss machen will, wünscht sich ein neues Bett. Ihres ist so lädiert, dass sie schon Rückenschmerzen hat. „Ich musste für zwei Kinder ein Ehebett auseinanderbauen“, sagt ihre Mutter, „das für Lea hat echt gelitten.“ Auch ein Friseurgutschein wäre ein Luxus, den ihr die Mutter nicht bieten könnte. Baby Finnley wächst von Tag zu Tag und braucht vor allem Kleidung.

Diana Grecksch muss jeden Weg zu Fuß oder mit dem Fahrrad erledigen. Sie hat weder Auto noch Führerschein. „Ich habe mir fest vorgenommen, die Fahrerlaubnis zu machen, damit ich flexibler bin“, sagt sie. Dringender aber wäre ein Wäschetrockner. „Bei sechs Personen komme ich mit dem Waschen kaum hinterher“, sagt sie.

Von Elinor Wenke

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