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Ordnungsamt bekommt Verstärkung

Rangsdorf Ordnungsamt bekommt Verstärkung

Zerbrochene Scheiben, Graffiti – der Rangsdorfer Bahnhof ist für Vandalen ein beliebtes Ziel. Wenn die Polizei kommt, sind die Täter meist schon weg. Deshalb will nun die Gemeinde den Kampf mit Randalierern und Einbrechern aufnehmen und zusätzliche Stellen im Ordnungsamt schaffen.

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Die Scheiben am neuen Bahnhof sind immer wieder Ziel von Zerstörungswut.

Quelle: Christian Zielke

Rangsdorf. Nachts ist Rangsdorf ein heißes Pflaster – nicht nur wegen der abgeschalteten Straßenbeleuchtung. Vor allem an den Wochenenden treiben Randalierer am Bahnhof und auf Spielplätzen ihr Unwesen. Bei der Deutschen Bahn überlegt man mittlerweile, die Glasscheiben an den Eingängen des Bahnhofs durch Bleche zu ersetzen, weil diese nicht so leicht zu zerstören sind. Erst in der vergangenen Woche wurden mehrere Scheiben ausgetauscht. In einigen Fällen muss sogar der Zugverkehr unterbrochen werden.

Hintergrund

Die Zahl der Einbrüche in Rangsdorf ist von elf Fällen im Jahr 2013 auf 31 Fälle im Jahr 2015 angestiegen.

Konstant ist die Zahl der Sachbeschädigungen. Sie lag 2013 bei 74. Im Jahr 2015 registrierte die Polizei 72 Fälle.

Zurückgegangen sind die Autodiebstähle von 24 im Jahr 2013 auf zehn 2015 zurückgegangen. Auch die Zahl der Diebstähle aus Fahrzeugen ging im gleichen Zeitraum von 33 auf 23 zurück.

Zwei Revierpolizisten sind in Rangsdorf täglich von 6 bis 22 Uhr im Einsatz. Sie werden durch Kräfte aus Blankenfelde-Mahlow und Zossen unterstützt. Zudem sind zwei Mitarbeiter des Ordnungsamts im Außendienst unterwegs.

Die Gemeinde sagt der Zerstörungswut nun den Kampf an. Der Bauausschuss folgte am Dienstag mehrheitlich einem Vorschlag des Bürgermeisters, drei geringfügig Beschäftigte einzustellen, die das Ordnungsamt unterstützen. Sie sollen vor allem in den Abend- und Nachtstunden eingesetzt werden. „Wir befolgen damit einen Vorschlag des Innenministers“, sagte Bürgermeister Klaus Rocher (FDP). Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD) hatte vor einer Weile darum gebeten, die Polizei von bestimmten Aufgaben, wie dem Einsatz bei ruhestörendem Lärm zu entlasten. Dies, so Schröter im Januar 2015, solle künftig von den kommunalen Ordnungsämtern übernommen werden.

Überschaubare Kosten

Mit rund 18 000 Euro im Jahr seien die Kosten überschaubar, argumentierte der Bürgermeister. Vorrangiges Ziel sei auch nicht, das Geld durch Verwarn- und Bußgelder, etwa für Falschparker, wieder einzunehmen. Die neuen Kräfte im Ordnungsamt sollen „mit offenen Augen durch den Ort gehen“. Der Spareffekt stelle sich allein dadurch ein, dass im besten Fall weniger Schäden durch Vandalismus entstehen.

„Ich finde das besser, als wenn sich eine Bürgerwehr gründet“, kommentierte Ralph Brockhaus (SPD) die Idee. Wichtig sei, dass die neuen Ordnungsamtsmitarbeiter auch tatsächlich Einbrüchen und Vandalismus vorbeugen und keine Knöllchen verteilen.

Anlaufstelle für Bürger

Hartmut Rex (Linke) wollte wissen, wie die neuen Beschäftigten ausgestattet sind. „Sie bekommen eine Jacke und ein Handy“, sagte Rocher. Er hofft, dass sich ein paar „rüstige Rentner“ finden, die sich etwas dazu verdienen wollen. Ralf Hennig, sachkundiger Einwohner, regte an, eine Anlaufstelle für die Bürger zu schaffen, damit diese sich direkt an das Ordnungsamt wenden können.

Wie, wo und wann das Trio künftig eingesetzt wird, werde man ad-hoc entscheiden, sagte der Bürgermeister. Im Sommer seien verstärkte Streifen an Spielplätzen denkbar. Auch am Strandbad will die Gemeinde mehr Präsenz zeigen. Dort hatte es in letzter Zeit immer wieder Probleme mit Hundehaltern gegeben, die das Hundeverbot ignorierten und teilweise ausfällig gegenüber den Kontrolleuren wurden. Sie sollen künftig nur noch zu zweit am See kontrollieren.

Von Christian Zielke

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