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Orientierungshilfe im Netz

Internetauftritt der Kommunen Orientierungshilfe im Netz

Die Informationen für Flüchtlinge und Flüchtlingshelfer auf den kommunalen Internetseiten in den Kreisen Teltow-Fläming und Dahme-Spreewald unterscheidet sich stark. Einige Städte bauen jetzt aus

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Das Portal „HelpTo“ unterstützt den lokalen Austausch zur Integration von Flüchtlingen.

Quelle: Peter Geisler

Dahmeland-Fläming. Informationen zu Deutschkursen, Willkommensinitiativen oder Kleiderkammern: Wer als Flüchtling in einer Kommune in der Region ankommt, ist auf praktische Hilfe zum Alltag am neuen Wohnort angewiesen. Und nicht nur die Flüchtlinge selbst sind auf der Suche nach der richtigen Adresse und dem passenden Ansprechpartner. Auch die Menschen, die ihnen vor Ort helfen wollen, müssen wissen, an wen sie sich wenden können und wo überhaupt Bedarf besteht.

Eine der ersten Informationsquellen könnte für sie die kommunale Homepage sein. Doch nicht jede Seite von Städten und Gemeinden hält Informationen zum Thema Flüchtlinge bereit. Und wenn, dann sind sie bislang nur auf Deutsch zugänglich, anders als auf den Homepages der Landkreise. Einzig die Internetseite der Stadt Luckenwalde lässt sich mit einem automatischen Übersetzungsprogramm auch in Sprachen wie Englisch oder Arabisch anzeigen.

Die Unterschiede bei den kommunalen Internetpräsenzen sind in der Region groß: Während manche Kommunen sämtliche Adressen von Willkommensinitiativen und Ansprechpartner für Spenden auflisten, haben andere das Thema Flüchtlinge überhaupt nicht auf ihrer digitalen Agenda.

Die Homepage der Stadt Königs Wusterhausen ist bereits jetzt vergleichsweise gut aufgestellt. Unter dem Punkt „Toleranz aus Tradition: Willkommen in Königs Wus-terhausen“ werden sowohl Fakten zu den aktuellen Flüchtlingszahlen sowie der Unterbringung im Stadtgebiet, als auch Ansprechpartner in der Flüchtlingshilfe aufgelistet. Allerdings sind auch diese Informationen nur auf Deutsch zugänglich und unübersichtlich in die Seitenstruktur eingebunden. Auf die entsprechende Seite kommt nur, wer sich durchklickt.

Vernetzt mit HelpTo

Die Landkreise Teltow-Fläming und Dahme-Spreewald unterstützen das Flüchtlings-Hilfe-Portal HelpTo. Unter der Internetadresse www.helpto.de können sich Organisationen, Initiativen, Unternehmen, Vereine sowie engagierte Bürger unkompliziert auf lokaler Ebene über das austauschen, was bei der Betreuung und Integration von Flüchtlingen benötigt wird. Auch die Flüchtlinge selbst gehören zur Zielgruppe, daher werden die meisten Informationen ebenfalls auf Englisch bereitgestellt.

HelpTo ist ein Projekt des Vereins Neues Potsdamer Toleranzedikt. Es wird vom Land Brandenburg durch die Koordinierungsstelle „Tolerantes Brandenburg“, der Stadt Potsdam sowie weiteren Partnern unterstützt. Das Portal wird Kommunen in Brandenburg und anderen Bundesländern als Ergänzung zu bestehenden Netzwerken in der Flüchtlingshilfe angeboten. Die Nutzer können in zehn verschiedenen Kategorien Angebote und Gesuche in das Portal einstellen: Sachspenden, Fahrdienste und Transporte, Familie und Kinder, Arbeit, Bildung und Wissenschaft, Begleitung und Beratung, Freizeit, Sprache, Projekte und Ideen sowie Wohnen. Die Hauptkategorien sind noch einmal in weitere Untermenüs aufgefächert. Die Nutzung von HelpTo ist kostenfrei. Erforderlich ist lediglich eine Online-Regis-trierung mit Benutzername und E-Mail-Adresse.

Das sieht auch die neue Flüchtlingskoordinatorin Janneke Stein so. Sie hat ihren Job Ende Februar angetreten und die Überarbeitung der Internetseite ganz oben auf der Agenda. „Wir wollen Wichtiges übersichtlicher darstellen“, sagt Janneke Stein. „Ich habe mich schon mit Vertretern der einzelnen Initiativen getroffen.“ Auch die hätten den Wunsch geäußert, alle Willkommensinitiativen in einem Netzwerk zu bündeln. Dazu sollen Links zu Sprachkursen und Terminen wie Informationsrunden auf der Homepage von Königs Wus-terhausen bekanntgegeben werde

Von Seiten der Flüchtlinge weiß sie, dass einige von ihnen direkt in die Bürgerinformation der Stadtverwaltung kommen und dort nach Sprach- und Informationskursen oder bestimmten Adressen fragen. Stein kann sich vorstellen, dass diese auch ein Onlineangebot nutzen würden. „Wir denken darüber nach, bestimmte Punkte in anderen Sprachen auf der Homepage anzuzeigen“, sagt sie.

Ähnlich sieht es in Ludwigsfelde aus. Auf der städtischen Internetseite sind bislang einige Informationen und Adressen zu Willkommensinitiativen gebündelt. Auch dort wird die Internetpräsenz zu Flüchtlingsthemen laut Stadtsprecherin Marina Ujlaki demnächst vom neuen Flüchtlingskoordinator weiter ausgebaut. „Es gibt die Id

Mit seinem digitalen Informationsangebot will der Landkreis Teltow-Fläming dafür sorgen, dass Flüchtlinge, Ehrenamtler sowie Bürger der Region umfassend über das Thema Migration und Asyl im Landkreis Bescheid wissen, sagt Kreissprecherin Heike Lehmann. Informationen stehen in englischer und polnischer Sprache bereit. Weitere Sprachen sind geplant. Die Online-Redaktion des Landkreises veröffentlicht Informationen zum Ehrenamt in der Flüchtlingshilfe. Schon auf der Startseite stehen Fragen und Antworten, aktuelle Meldungen sowie Hilfsangebote.

Auch auf der Homepage des Landkreises Dahme-Spreewald stehen Informationen zum Thema Asyl bereits auf der Startseite. Dort finden Flüchtlinge einen Wegweiser auf Deutsch, Englisch, Russisch und Arabisch, der die Schritte des Asylverfahrens erklärt. „Das ist ein erster Einstieg für Flüchtlinge“, sagt Pressereferent Michael Janek. Er aktualisiert die Website alle zwei Wochen.

Auf der Homepage der Stadt Jüterbog wird das Thema Flüchtlinge gar nicht thematisiert. Die dort aktive Initiative Flüchtlingshilfe Jüterbog ist über das soziale Netzwerk Facebook gut vernetzt und tauscht sich darüber aus. Ein Weg, den viele Initiativen wählen.

Ähnliches gilt für das Amt Schenkenländchen, zu dem die Asylbewerberunterkunft in Massow gehört. Auf der Internetpräsenz finden sich wenige Informationen, die der Bürgerverein Bikut bereitstellt. „Eigentlich wäre hier auch die Verwaltung Ansprechpartner“, sagt der Vorsitzende Hilmar Stolpe. Aus beruflichen Gründen kann er die Informationen nicht so oft aktualisieren. Die Ehrenamtler seien aber über Facebook gut vernetzt.

Für die Flüchtlinge selbst, wären mehr Onlineangebote hilfreich. Wie der Syrer Sadam Al Hasam, der in Ludwigsfelde lebt, erzählt, hätte er anfangs ohne die Hilfe von Ehrenamtlern Alltägliches in der Stadt kaum verstanden. Vor sieben Monaten kam er an, Ehrenamtler machten mit ihm Termine in der Stadtverwaltung aus und erklärten ihm, wo er Deutschkurse belegen kann und sich bei den Stadtwerken anmeldet. Stünde das alles online, Sadam Al Hasam hätte manches schneller verstanden.

Von Melanie Höhn

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