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Ort der Stille und Trauer am Krankenhaus

Luckenwalde Ort der Stille und Trauer am Krankenhaus

Wer um Verstorbene trauert, kann im Außenbereich des Krankenhauses nun noch einmal in alle Ruhe Abschied nehmen. Ein mit Holz-Elementen gestalteter Ort der Stille wurde eingerichtet.

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Am Ort der Stille (v. l.): Göran Knösch, Enrico Ukrow, Andrea Fiebig, Doreen Ruthenberg, Heike Gategast und Ullrich Fleck.

Quelle: Elinor Wenke

Luckenwalde. Wer einen verstorbenen Angehörigen oder Freund zu beklagen hat, kann im Außenbereich des Luckenwalder Krankenhauses nun in aller Ruhe noch einmal Abschied nehmen. Ein eigens gestalteter „Ort der Stille“ wurde von Klinikleitung und Mitarbeitern kürzlich übergeben.

Mitarbeiter des Unternehmens Sik-Holz aus Langenlipsdorf hatten drei lebensgroße, liebevoll gestaltete Holz-Stelen und ein Pult zu einer Insel der Ruhe zusammengestellt. Eingebettet ist das harmonische Ensemble in eine Hainbuchenhecke, die die Besucher auch vor neugierigen Blicken abschottet. Trauernde sollen dort die Möglichkeit haben, zur Ruhe zu kommen, in sich zu gehen, Besinnung, Hoffnung und Zuversicht zu finden – allein oder in Begleitung.

Ethik-Komitee des Krankenhauses ergriff die Initiative

Initiator dieses Ortes ist das Ethik-Komitee des Krankenhauses mit seinem Vorsitzenden, Chefarzt Ullrich Fleck. „Es ist eine Art Andachtsraum im Freien“, erklärt Fleck. Während man im Raum der Stille im Innern der Klinik auf Wunsch direkt vom Patienten Abschied nehmen kann, ist der Ort im Freien auch für spätere Trauer gedacht. „Manch Angehöriger möchte nicht nur zum Grab des Verstorbenen gehen, sondern auch an den Ort, wo er gestorben ist“, sagt Fleck zu dem Projekt.

Der Anstoß im Ethik-Komitee kam von den Hebammen. „Wir spüren das Bedürfnis der Frauen, nach einer Fehl- oder Totgeburt an einem Ort bewusst trauern zu können“, erklärt Hebamme Heike Gategast. „Die Klinikleitung hat das Vorhaben mit 12 000 Euro gern finanziert“, sagt Verwaltungsleiter Enrico Ukrow.

Raum für die eigene Interpretation

Für Blumen ist der Ort der Stille nicht vorgesehen, aber man kann eine Kerze anzünden. Die Holzreliefs lassen Raum für die eigene Interpretation. „Ich erkenne in der Stele eine Röhre als Symbol für den Strudel des Lebens“, sagt Ullrich Fleck. Das Pult vergleicht er mit einem Omega-Zeichen, das für den Abschluss des Lebens steht. Andere Mitarbeiter hingegen erkennen dort einen Irrgarten als Symbol für das Labyrinth des Lebens.

Von Elinor Wenke

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