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Teltow-Fläming Ortsvorsteher sagt im Müllskandal-Prozess aus
Lokales Teltow-Fläming Ortsvorsteher sagt im Müllskandal-Prozess aus
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21:50 06.07.2016
Ortsvorsteher Matthias Botzet an der Kiesgrube.. Quelle: Uwe Klemens
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Markendorf

Neun Jahre ist es her, dass der Markendorfer Müllskandal bundesweit in die Schlagzeilen geriet. Nun steht ein Teil der Beschuldigten vor Gericht.

„Endlich“, sagt Markendorfs Ortsvorsteher Matthias Botzet, der am Donnerstag als Zeuge geladen ist und erneut zu Protokoll geben wird, was er an sachlichen Hinweisen zu bieten hat. Für sein ungläubiges Kopfschütteln, wenn er heute seinen Blick über die vermüllte Brachfläche gleiten lässt, hat er inzwischen einen Grund mehr.

„Unfassbar“ nennt Botzet, der damals die Behörden über die kriminellen Machenschaften der Kiesgrubenbesitzer informierte, die kriminelle Energie der Täter und das jahrelange Stillhalten der Behörden. Als unfassbar empfindet er, dass bis zur juristischen Aufarbeitung der Vorfälle so viel Zeit vergehen musste. „Wer kann sich denn nach so vielen Jahren noch hieb- und stichfest an alle wichtigen Details erinnern?“, fragt er schulterzuckend. „Schon vor fünf Jahren wurde ich befragt, wobei die Ermittler feststellten, dass ich mich an manches Details nicht mehr korrekt erinnern kann. Inzwischen ist fast noch einmal so viel Zeit vergangen. Besser geworden ist das Erinnerungsvermögen in dieser Zeit bestimmt nicht.“

Spurensicherung vor neun Jahren in Makrendorf. Quelle: Matthias Butsch

Dass mit der Kiesgrube und den nächtlichen Mülltransporten dorthin etwas nicht stimmen konnte, war den Markendorfern schon lange vor der polizeilichen Sperrung des Geländes aufgefallen, ist sich Botzet sicher „Wenn wir das den Behörden gesagt haben, hat es immer mehrere Tage gedauert, bis jemand kontrollieren kam. Bis dahin hatten die Burschen alle Zeit der Welt, den Müll zu vergraben“, sagt er. Dass der illegal abgebaute Kies beim Bau der neuen B101 gebraucht wurde, und deshalb nur zögerlich reagiert wurde, hält Botzet für möglich. Die gebaggerten Löcher wurden dann mit weiterem Müll verfüllt. Ein Teufelskreis, wie Matthias Botzet findet.

Mindestens so wichtig wie die juristische Aufarbeitung des Skandals ist dem Ortsvorsteher die Frage, wie es danach weitergeht. „Denn das ganze illegale Zeug liegt noch immer dort und niemand von uns Markendorfern weiß, welche Gefahren davon ausgehen“, sagt er. Keine drei Kilometer vom Mülllager entfernt befindet sich ein Brunnen, der Markendorf und Fröhden versorgt. „Angeblich verläuft die Strömungsrichtung des Grundwassers in entgegengesetzter Richtung. Ob das für alle Grundwasserschichten zutrifft, hat uns bisher niemand verlässlich gesagt“, so Botzet. Nach seinen bisherigen Erfahrungen mit den Behörden hält er Skepsis für angebracht.

Von Uwe Klemens

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