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Teltow-Fläming Osdorfer Straße soll blockiert werden
Lokales Teltow-Fläming Osdorfer Straße soll blockiert werden
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00:16 19.09.2017
Lkws dürfen hier zwischen Stadtgrenze Berlin und Scheune Osdorf schon lange nicht mehr fahren; vielleicht ist auch für Pkws bald Schluss. Quelle: FOtO: Abromeit
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Großbeeren

Die Geduld der Großbeerener ist am Ende: Begreift man in Potsdam und Berlin nach mehr als 15 Jahren beharrlichen Argumentierens immer noch nicht, dass der 8600-Seelen-Gemeinde das Geld fehlt, die hochfrequentierte Pendlerstrecke Osdorfer Straße instandzuhalten oder sie gar auszubauen, dann wird sie für Autos gesperrt.

Für einen ersten Schritt dorthin votierte der Hauptausschuss am Donnerstagabend. Das Gremium empfiehlt dem Gemeinderat einstimmig, eine Entwidmung des Abschnitts von der Stadtgrenze Berlin bis zur Osdorfer Scheune zu beschließen. Dann sollen dort nur noch Radfahrer, Fußgänger und Landwirtschaftsfahrzeuge geduldet werden. Noch immer lassen die Großbeerener übergeordneten Behörden eine Chance: Man will erst zur Tat schreiten, wenn das nächste, allerdings schon wieder überfällige, Gespräch mit der Gemeinsamen Landesplanung Berlin-Brandenburg wieder so ausfällt wie bisherige.

Der reale Verkehrswahnsinn: 10 000 Fahrzeuge täglich

Zurzeit verkehren auf dieser Parallelverbindung zur vierspurigen B 101 täglich mehr als 10 000 Fahrzeuge. Die Pendlerströme rollen dabei vor allem morgens und abends in beide Richtungen  – Umlandbewohner arbeiten in Berlin, Berliner arbeiten im GVZ Großbeeren oder in den Gewerbe- und Industrieparks von Ludwigsfelde. Die Osdorfer Straße war eine der nach dem Mauerfall schnell geöffneten Verbindungen, bis heute ist sie Gemeindestraße. Eine Höherstufung auf Kreis- oder Landesstraße wurde bisher abgelehnt. Und das, obwohl alle Seiten die Bedeutung dieser Verbindung anerkennen. Auch das Flughafen-Dialogforum unterstützt die Forderung nach dem Ausbau dieser Straße ausdrücklich.

Großbeeren hatte die teils nur 4,65 Meter breite Straße bereits vor Jahren für den Lkw-Verkehr gesperrt. Die Kommune kann und will für einen Ausbau anteilig nur so viel ausgeben, wie es einer Gemeindestraße entspricht: 300 000 Euro. Der Forderung, die Osdorfer Straße der tatsächlichen Bedeutung entsprechend auszubauen, widerspricht die Verwaltung energisch. Das sei bei wenigstens 700 000 oder maximal 3,7 Millionen Euro ein viel zu großes Haushaltsrisiko, heißt es in der Beschlussbegründung. Und außerdem sehe man angesichts der am Berliner Abschnitt der Osdorfer Straße geplanten 2500 Wohnungen nicht ein, diese Inanspruchnahme der Straße auch noch mitzutragen. Zudem fehlt im Großbeerener Rathaus inzwischen der Glaube, dass noch Fördermittel zum Straßenausbau kommen, das Geld aus diesem Topf sei ja bereits anderweitig gebunden, heißt es an anderer Stelle der Entwidmungsbegründung.

„Es ist allen Fraktionen ernst, sich nicht mehr vertrösten zu lassen“

Lapidar wird dort auch festgestellt: Kommt das alles so, hätten Fußgänger und Radfahrer so dicht am Mauerweg endlich den Platz, der ihnen ohnehin noch immer fehle. Bürgermeister Carl Ahlgrimm (CDU) erklärt, die noch ganz leicht geöffnete Fördermittel-Tür werde nicht vorschnell zugeschlagen. „Aber es ist allen Fraktionen wirklich ernst, sich nicht mehr bis zum Sankt-Nimmerleins-T6ag vertrösten zu lassen.“

Von Jutta Abromeit

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