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Paketshops: Das neue mulmige Gefühl

Teltow-Fläming Paketshops: Das neue mulmige Gefühl

Die Bombendrohung gegen DHL und die explosiven Päckchen in Frankfurt und Potsdam verunsichern auch viele Betreiber von Paketshops im Kreis Teltow-Fläming. Sie schauen Pakete genauer an, horchen daran oder nehmen unbekannte Kunden in Augenschein. Doch Angst wollen sie sich keine machen lassen.

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Uwe Schirrmeister (l.) in seinem Gräfendorfer Lädchen: „Manchmal schüttle ich das Päckchen, ob ich was Verdächtiges höre.“

Quelle: Uwe Klemens

Teltow-Fläming. Die Erpressung des Post-Paketdienstes DHL, verbunden mit einer Bombendrohung, sorgt für Verunsicherung – sowohl unter Kunden als auch unter Betreibern von Paket-Annahmestellen in der Region, wie eine MAZ-Umfrage zeigt. Auch die Explosion in Königs Wusterhausen spielt in das Gefühl mit rein.

„Das ist schon das Gesprächsthema Nummer Eins unter meinen Kunden“, berichtet Heike Brückmann, Ladeninhaberin in Baruth: „Manche trauen sich schon gar nicht mehr, Pakete für ihrer Nachbarn entgegenzunehmen. Gegen so eine Erpressung können wir kleinen Geschäftsleute nichts groß tun. Allerdings achte ich mehr auf die Adressen auf den Paketscheinen.“

Auch bei „Pflanzenquelle“ in Luckenwalde werden Pakete genau angeschaut. „Das machen wir schon immer. Es gibt ja auch diejenigen, die mit Paketbestellungen betrügen“, sagt Julia Pöschel: „Im Fall der Erpressung hoffe ich nur, dass der Täter bald gefasst wird und hart bestraft wird.“

Aufmerksam

Aufmerksam: Julia Pöschel in der DHL-Filiale in der Pflanzenquelle in Luckenwalde.

Quelle: Margrit Hahn

„Wir haben jetzt in der Adventszeit so viel zu tun, da bleibt kaum Zeit sich die Pakete genau anzuschauen“, berichtet Birgit Herrmann Paketannahme bei Rose Bürotechnik in der Kreisstadt. Sie lasse sich aber nicht in Panik versetzen. „Ich war am Wochenende auch auf dem Weihnachtsmarkt. Wenn man bedenkt, wo überall etwas passieren kann, dürfte man nirgends mehr hingehen“, sagt sie.

Eher entspannt ist Marina Friedrich im Auto- und Rollercenter „Alte Feuerwache“ in Altes Lager.„Bei uns ist die Erpressung bislang überhaupt kein Thema“, sagt sie, „wir sind aber auch ein kleiner Shop, an manchen Tagen kriege ich nur drei Pakete.“ Da kenne man seine Kundschaft. Die Lagerung nicht angenommener Pakete habe man ohnehin aus Platzgründen von vornherein abgelehnt.

Entspannt Marina Friedrich vom DHL-Paketshop in Altes Lager

Entspannt Marina Friedrich vom DHL-Paketshop in Altes Lager

Quelle: Peter Degener

Ein Zustellerin in Jüterbog, die anonym bleiben will, erzählte: „Ich gucke schon hin. Das ist ja logisch, dass da nicht Drähte raus hängen. Aber die Kunden und die Inhaber der Paketshops haben mich auf das Thema noch nicht angesprochen.“

Uwe Schirrmeister, der in Gräfendorf einen Imbiss- und Einkaufsladen betreibt, ist entrüstet. „Seit zwei Jahren bin ich auch offizielle Post- und DHL-Paket-Filiale und hätte bisher nicht geglaubt, dass das mal eine brisante Angelegenheit werden würde“, berichtet er, „seit ein paar Tagen seh’ ich das anders, vor allem, wenn der Paketbote Päckchen abgibt. Wenn die dann nicht abgeholt werden, wird mir schon etwas mulmig. Manchmal schüttle ich dann das Päckchen, ob ich was Verdächtiges höre.“ Seine Kundschaft bleibe aber ruhig.

Besorgt

Besorgt: Birgit Herrmann im Post- und Paketshop in Luckenwalde

Quelle: Margrit Hahn

„Im Prinzip sollte man ruhig weiter machen wie bisher“, empfiehlt Uwe Hoffmann, Inhaber eines Elektronik-Fachgeschäftes in Dabendorf, „an der Situation können wir sowieso nichts ändern. Mit Angst kommt man da auch nicht weiter.“ Doch auch er sagt: „Ich achte ein bisschen mehr als sonst darauf, wie die aufgegebenen Pakete aussehen. Bei fremden Kunden schaue ich schon irgendwo genauer hin.“

Dasselbe hat Mike Dörpmund, Edeka-Markt-Inhaber in Klausdorf, bei seinen Kunden bemerkt: „Einige schauen schon genauer hin, wenn sie ein Paket abholen. Manche überlegen, ob sie die verpackte Ware auch wirklich bestellt haben. Da ist schon eine gewisse Verunsicherung.“

Er verweist auf die Empfehlungen von DHL und Polizei, wie man mit unbekannten Paketen umgehen sollte. Auf der Internetseite des Paketdienstleisters werden Anhaltspunkte für ein verdächtiges Paket aufgelistet: fehlender oder unvollständiger Absender, auffällige Rechtschreibfehler, Flecken oder Verfärbungen am Paket sowie Drähte oder ähnliche Auffälligkeiten. Bei einem Verdacht sollen sich Betroffene sofort an die Polizei wenden.

Von Margrit Hahn, Frank Pechhold, Peter Degener und Uwe Klemens

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