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Papa Noël beschenkt die Kinder

Kinderweihnacht in Jüterbog Papa Noël beschenkt die Kinder

Die erste internationale Kinderweihnacht in Jüterbog fand am Freitagnachmittag statt. Klar: Den Weihnachtsmann kennt jedes Kind – egal ob aus Deutschland, Syrien oder Afghanistan. Gut 60 deutsche und ausländische Kinder wurden von Papa Noël im Flüchtlingsheim in der Jüterboger Innenstadt beschenkt.

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Amira (l.) übersetzte die Worte des Weihnachtsmanns ins Arabische. Celine Fischer verteilte als Engel die Geschenke.

Quelle: Victoria Barnack

Jüterbog. Wie falsch Vorurteile sind, merkt man, wenn man sich mit ihnen auseinandersetzt. Die Mitarbeiter in den Jüterboger Asylbewerberheimen erfahren das täglich ebenso wie viele Flüchtlingshelfer. Im Vorfeld der Kinderweihnachtsfeier am Freitagnachmittag wurden erneut einige Stereotype abgelegt.

„Wir dachten ja, weil knapp 80 Prozent der Bewohner Syrer sind, dass sie Weihnachten nicht kennen, weil sie Muslime sind“, erzählte Heimleiterin Nadine Fischer. Als es schließlich in der vergangenen Woche an die Vorbereitungen für die Kinderweihnacht ging, die im Übergangsheim in der Großen Straße stattfinden sollte, wurde auch diese Vorstellung von der arabischen und afrikanischen Welt widerlegt. Denn erstaunlich viele Syrer sind Christen.

„Die Leute haben zum Beispiel beim Schmücken des Tannenbaums Familienfotos hervorgeholt, auf denen sie in ihrer Heimat vor dem eigenen Weihnachtsbaum stehen“, berichtete Celine Fischer. Die 17-jährige Jüterbogerin absolviert derzeit ein Praktikum in der Einrichtung, die ihre Mutter leitet, und hat mit einem Team von sechs Leuten, die Kinderweihnacht vorbereitet.

Erst am Vortag wurden die Plätzchen für die Feier gebacken. Zu den zehn Blechen kamen außerdem drei Kuchen hinzu. „Beim Backen waren die Väter irgendwann begeisterter dabei als die Kinder“, scherzte Heimleiterin Nadine Fischer. Außerdem wurde der Schmuck für den Weihnachtsbaum gemeinsam mit den Flüchtlingskindern gebastelt.

Einladung in der Weihnachtszeit

Die Flüchtlingshilfe regt Jüterboger dazu an, Flüchtlinge im Advent oder an den Weihnachtsfeiertagen zu sich nach Hause einzuladen.

Eingeladen werden könnten Familien sowie einzelne Asylbewerber, denen die Einsamkeit zu schaffen macht.

Kontakt: Flüchtlingshilfe Jüterbog, Mechthild Falk,  03 37 32/5 00 87, nikolai-gemeinde@web.de, und Claudia Gröhn, cg@buch-auslese.de

Entstanden war die Idee vor vielen Wochen aus mehreren Anlässen. Celine Fischer kannte eine ähnliche Weihnachtsfeier bereits aus dem vergangenen Jahr von der Jüterboger Tafel. Außerdem kamen eines Tages zwei Frauen von sich aus mit der Absicht für das Asylbewerberheim Geschenke für die Kinder zu kaufen. Um dem Vorurteil, man würde sich nur noch für Flüchtlinge und nicht mehr für Obdachlose oder andere Bedürftige engagieren, entgegen zu wirken, wurden die beiden Ideen kurzerhand vereint. Für die Kinderweihnacht am gestrigen Nachmittag waren insgesamt auch knapp 20 deutsche Kinder angemeldet.

Insgesamt beschenkte Papa Noël – so heißt der Weihnachtsmann in der arabischen Welt – fast 60 Kinder. Darunter war von Neugeborenen bis hin zu Volljährigen jede Altersstufe vertreten. Den langbärtigen Mann im roten Mantel kannten alle, egal ob deutsch, syrisch, christlich oder muslimisch.

Finanziert wurden die großen und kleinen Geschenke über Spenden. Ob unter dem Strich der Kinderweihnacht eine schwarze Null steht, weiß Heimleiterin Nadine Fischer noch nicht. Der Aufruf an die Unternehmer der Stadt hatte nicht so viel Unterstützung eingebracht wie ursprünglich erhofft. Nur wenige hatten reagiert. Einen Scheck in Höhe von 300 Euro gab es beispielsweise von der Ortsgruppe Teltow-Fläming der Wirtschaftsjunioren. Außerdem hatten eine Bäckerei und ein Imbiss Kuchen und ein kleines Buffet für die Feier beigesteuert.

Von Victoria Barnack

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