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„Paradiesapfelsaft“ zum Reformationsjubiläum

Jüterbog „Paradiesapfelsaft“ zum Reformationsjubiläum

Die evangelische Kirchengemeinde Jüterbog und die Hohenseefelder Mosterei wollen aus Äpfeln der Region einen ganz besonderen Saft pressen: den „Jüterboger Paradiesapfelsaft“. Dieser soll die Stadt Jüterbog als Stätte der Reformation beim Kirchentag 2017 präsentieren. Dafür sollen Äpfel gespendet werden.

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Pfarrer Bernhard Gutsche setzt auf Äpfel.

Quelle: Peter Degener

Jüterbog. Sie sind oft etwas kleiner als im Handel, haben Flecken, Druckstellen oder gar eine Made und sollen trotzdem paradiesisch schmecken. Die Äpfel an den Bäumen von Jüterbog und der Umgebung sind in den kommenden Wochen ganz besonders begehrt. Zum Reformationsjubiläum 2017 ruft die evangelische Gemeinde zu Obstspenden auf, um daraus „Jüterboger Paradiesapfelsaft“ zu pressen.

„Der Saft soll eine verführerische Qualität haben“, scherzt Pfarrer Bernhard Gutsche über die „verbotene Frucht“ aus der biblischen Schöpfungsgeschichte. Er will auf dem Kirchentag im Mai 2017 das Getränk präsentieren und damit auf Jüterbogs Rolle bei der Reformation und die städtischen Angebote hinweisen.

Pfarrer hofft auf Spenden-Äpfel

„Der Saft nimmt die Gedanken und die Fantasiewelt des Mittelalters auf und passt zu den anderen Angeboten im Jubiläumsjahr wie unserem Mysterienspiel und dem Thema der Sünde in der Sonderausstellung im Stadtmuseum“, sagt Gutsche. Er selbst hat einen Apfelbaum im Garten neben der Nikolaikirche und hofft darauf, dass die Leute ihre Früchte nicht verkommen lassen, sondern bei ihm abgeben.

„Ab September werden in der Nikolaikirche an jedem Samstag und Sonntag Stiegen für das Obst bereitstehen“, sagt Gutsche. An den darauffolgenden Montagen werden die Äpfel von der Süßmost- und Weinkelterei Hohenseefeld abgeholt und verarbeitet. „Die Idee ist bei der Mosterei sozusagen auf fruchtbaren Boden gefallen“, sagt Gutsche über den wichtigsten Partner bei der Aktion.

Jana Memmert von der Hohenseefelder Mosterei mit Agrarminister Jörg Vogelsänger

Jana Memmert von der Hohenseefelder Mosterei mit Agrarminister Jörg Vogelsänger..

Quelle: MLUL

Jana Memmert ist ganz begeistert von der Idee. Die Geschäftsführerin der Hohenseefelder Mosterei sieht in den Äpfeln ein regionales, ehrliches Produkt, das als „Paradiesapfelsaft“ aus der Masse herausragen wird. Gleichzeitig hofft sie, dass die Menschen das Konzept der Lohnmosterei wieder aufgreifen.

Zehn Kilogramm Äpfel bringen 6,4 Liter Saft

„Vor 25 Jahren haben wir 90 Prozent unseres Apfelbedarfs durch Kleingärtner gedeckt. Diese Quote liegt heute bei 40 Prozent“, sagt Memmert. Üblicherweise bekommen die Leute eine Bescheinigung über die Menge abgegebener Früchte. Aus zehn Kilogramm werden rund 6,4 Liter Apfelsaft. Diese Saftmenge darf man beim Lohnmosten im Gegenzug für seine Äpfel zum halben Preis kaufen. Bei der Paradiesapfel-Aktion handelt es sich dagegen um Spenden an die Kirche.

Die verbotene Frucht

Die Geschichte der „verbotenen Frucht“ wird im ersten Buch Mose der Bibel erzählt. Sie hängt am „Baum der Erkenntnis von Gut und Böse“. Adam und Eva kosten davon und werden deshalb aus dem Paradies verstoßen.

Dass es sich um einen Apfel handelt, steht nirgends geschrieben. Feigen und Weintrauben wurden ebenfalls als Frucht gedeutet. Der Apfel hat sich in der Kunstgeschichte durchgesetzt, weil in der lateinischen Bibel das Wort „malus“ sowohl mit „böse“ als auch mit „Apfel“ übersetzt werden kann.

Vom einzelnen Apfel bis zu mehreren hundert Kilo könne man in der Kirche oder direkt vor Ort in Hohenseefeld abgeben. Dass die Früchte mit der Hand gepflückt werden, ist nicht nötig. „Sie dürfen vom Baum geschüttelt werden und auch eine Made darf drin sein“, sagt Memmert. Allerdings sollten die Äpfel nicht schon längere Zeit gelegen haben. Das Wichtigste: „Sie müssen reif sein. Äpfel reifen nach dem Pflücken nicht mehr nach. Ich denke, dass die Bäume in diesem Jahr erst später gute Mostäpfel abgeben“, sagt Memmert , Sie empfiehlt eine Ernte frühestens ab dem 5. September. Kirche und Mosterei hoffen auf einen Ertrag von ein- bis zweitausend Litern.

Von Peter Degener

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