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Teltow-Fläming Beitragsfreies Kitajahr: Kommunen müssen nachrechnen
Lokales Teltow-Fläming Beitragsfreies Kitajahr: Kommunen müssen nachrechnen
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14:55 11.08.2018
Weil Vorschulbildung für alle Kinder kostenlos sein soll, ist dies seit Anfang August auch das letzte Kitajahr vor der Einschulung. Quelle: Foto: Boda Marks/dpa
Dahmeland-Fläming

Seit dem 1.  August ist das letzte Kitajahr in Brandenburg gebührenfrei. Von der finanziellen Unterstützung werden künftig Tausende Eltern auch in den Landkreisen Teltow-Fläming und Dahme-Spreewald profitieren. Für die Träger der Kindertagesstätten hingegen bedeutet das neue Gesetz vor allem einen höheren Verwaltungsaufwand. Denn die bisherigen Einnahmen bekommen Kommunen und andere Träger nicht eins-zu-eins vom Land erstattet. Pro Kind gibt es stattdessen eine Pauschale von 125 Euro.

„Wir müssen jetzt für alle Kinder in unseren Kitas gegenrechnen, ob die eigentlichen Beiträge von der Pauschale gedeckt werden, die wir vom Land bekommen“, erklärt Katja Hilbert, Leiterin des Fachbereichs Kinder und Jugend bei der Arbeiterwohlfahrt.

Das müssen Eltern jetzt wissen:

Die Elternbeitragsfreiheit, so der offizielle Begriff, gilt für alle Kitas im Land, egal ob in freier oder öffentlicher Trägerschaft, sowie bei Tagesmüttern.

Beitragsfrei ist ab sofort das letzte Kitajahr vor der Einschulung, unabhängig davon, mit welchem Alter das Kind eingeschult wird.

Wird ein Kind von der Einschulung zurückgestellt, sind zwei Jahre beitragsfrei. Wird ein Kind vorzeitig eingeschult, erhalten die Eltern die Beiträge künftig zurückerstattet.

Die Leistungendes kostenlosen Kitajahres umfassen die kompletten Betreuungsumfänge des Kindes. Ausgenommen sind davon allerdings das Essensgeld und zusätzliche Leistungen von Dritten, so zum Beispiel Sprachunterricht oder Fahrservice zur und von der Kita.

Die meisten Kitas in der Region haben die Eltern bereits über die Beitragsfreiheit informiert. Eltern müssen keinen Antrag stellen. Einzugsermächtigungen erlöschen automatisch. Daueraufträge oder Lastschriften allerdings müssen die Eltern selbst löschen.

Insgesamt 1700 Kinder werden derzeit in den 19 Kitas des Awo-Regionalverbandes Brandenburg Süd unter anderem in Königs Wusterhausen, Trebbin und Nuthe-Urstromtal betreut. Vom Beitrag befreit sind seit knapp zwei Wochen alle Eltern von Kindern, die im letzten Jahr vor der Einschulung sind. Viele von ihnen zahlen bisher aber wesentlich mehr als die Landespauschale von 125 Euro. Das bestätigen auch Einrichtungen aus der Region.

Die Kita „Am Storchennest“ in Klein Schulzendorf bei Trebbin könnte vom Mehraufwand betroffen sein. Sie ist in Trägerschaft der Awo. Quelle: Elinor Wenke

„Abhängig ist das immer vom individuellen Einkommen der Eltern“, erklärt Hilbert. Den Trägern würde deshalb künftig Geld fehlen, wenn sie es nicht nachbeantragen. Tatsächlich kalkuliert das Brandenburgische Ministerium für Bildung, Jugend und Sport (MBJS), dass die Pauschale nur in 60 Prozent der Fälle die Finanzierung komplett deckt. „Wir gehen derzeit davon aus, dass die Pauschale etwa in der Hälfte der Fälle auskömmlich ist“, bestätigt Awo-Fachbereichsleiterin Hilbert.

Auch in Mittenwalde reicht die Pauschale nicht

Bei vielen anderen Kita-Trägern in der Region ist die Lage ähnlich. In Mittenwalde wird der Pauschalbetrag ebenfalls nur knapp die Hälfte aller bisherigen Elternbeiträge in vollem Umfang ersetzen können. „Damit ist für uns natürlich ein Mehraufwand verbunden“, sagt Bürgermeisterin Maja Buße (CDU). Denn die Kommunen als öffentliche sowie andere freie Träger müssen laut Ministerium künftig mit „belastbaren Belegen“ nachweisen, dass ihre Durchschnittseinnahmen bisher höher waren.

Viele Einrichtungen rechnen nun damit, ihre kompletten Haushalte offenlegen zu müssen. Welche Anträge für die Nachzahlung ausgefüllt, wie detailliert Einnahmen nachgewiesen und welche Fristen dafür eingehalten werden müssen, ist vielerorts noch nicht klar. „Ich vermute, dass alles erst einmal für ein ganzes Jahr durchgespielt werden muss, um zu sehen, wie die Abläufe funktionieren und wie lange sie dauern“, erklärt Buße.

Ausgenommen von de Beitragsfreiheit ist das Essensgeld, das die Eltern weiter aus eigener Tasche zahlen. Quelle: Waltraud Grubitzsch/dpa

Auch beim Deutschen Roten Kreuz rechnet man mit einem Mehraufwand. In einer von zehn Kindertageseinrichtungen im Kreisverband Fläming-Spreewald sei die Pauschale vom Land nicht auskömmlich, teilte die zuständige Kita-Praxisberaterin Simone Klawonn auf MAZ-Anfrage mit. „Welcher Arbeitsaufwand am Ende mit der gesamten Finanzierung tatsächlich auf uns zukommt, können wir heute noch nicht ermessen“, sagt sie. Über die Landkreise sollen kommunale wie freie Träger demnächst über die genauen Abläufe informiert werden.

Das Ministerium selbst hat den erhöhten Verwaltungsaufwand in das beitragsfreie letzte Kitajahr derweil bereits einkalkuliert. Hier soll ein weiterer Kostenausgleich stattfinden – im Falle von Nachzahlungen sogar in erhöhtem Maße. Wie die generellen Abrechnungen soll auch dieser Ausgleich über die Landkreise laufen. Somit sei der Verwaltungsaufwand sogar besonders niedrig, so das Ministerium, da Daten nicht doppelt erfasst oder übermittelt werden müssten. Auch andere Zuschüsse des Landes zum Beispiel für das Kita-Personal werden bereits auf diese Weise gehandhabt.

Für einige Träger ist die Pauschale ein Glücksfall

Die Beitragsfreiheit ist übrigens nicht für alle Kommunen und freien Träger mit viel mehr Arbeit verbunden. Das trifft vor allem dort zu, wo bisher im Durchschnitt mit weniger als 125 Euro pro Kind gewirtschaftet wurde. Wer beispielsweise im Schnitt nur 115 Euro von den Eltern verlangte, darf die Mehreinnahmen aus der Pauschale vom Land künftig behalten. Das bestätigte eine Sprecherin des Ministeriums.

Zutreffen könnte das offenbar auf die Stadt Ludwigsfelde. „Für unsere Einrichtungen reicht die Pauschale aus“, berichtet Rathaussprecherin Liza Ruschin, „auch den Arbeitsaufwand empfinden wir als überschaubar.“ Was mit den Überschüssen geschieht ist laut Ministerium aber zumindest teilweise vorgeschrieben beziehungsweise zweckgebunden. „Diese Einnahmeverbesserungen sollen künftig für die Qualität in den Kitas zur Verfügung stehen“, erklärt die Ministeriumssprecherin.

Von Victoria Barnack

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