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Pensionierte Erzieherin veröffentlicht Kinderbuch

Ludwigsfelde Pensionierte Erzieherin veröffentlicht Kinderbuch

„Manschmal muss ich einfach spinnen“ – dieses Geschichtenbändchen ist das erste Buch der Ludwigsfelderin Sybille Jenkner. Es wird auf der gerade eröffneten Frankfurter Buchmesse präsentiert. Darin geht es um Tapetenmännchen, die Spinnenangst vertreiben können, oder um kleine Drachen, die Feuer speien um zu wärmen.

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Sybille Jenkner erzählt, wie ihr erstes Buch zustande kam.

Quelle: Abromeit

Ludwigsfelde. Bei der Ludwigsfelderin Sybille Jenkner sind Kinder, die gern lesen, keine Leseratten, sie heißen Lesemäuse. Ihnen und allen, die Geschichten mögen, ist ihr Erstlingswerk „Manchmal muss ich einfach spinnen“ gewidmet. Präsentiert wird das gerade erschienene Bändchen vom Verlag Joy Edition auf der heute beginnenden Frankfurter Buchmesse.

Seit 23 Jahren in Planung

Die Erzieherin und Heilpädagogin lacht: „Das war bestimmt die längste Schwangerschaft.“ 23 Jahre hat es gedauert, bis ihre Fantasie-Geschichten gedruckt erschienen. Immer kam etwas dazwischen, immer waren Dinge in Familie und Beruf wichtiger. Im Frühjahr nun schaute sich die 67-Jährige auf der Buchmesse in Leipzig um, suchte einen Verlag, dem sie vertrauen konnte. „Die meisten Vertreter haben mich mitleidig angeschaut. Ich konnte die Gedanken richtig lesen – da will eine Omi was für ihre Enkel gedruckt haben oder sich ein Denkmal setzen.“ Doch das sei alles nicht der Grund ihres Schreibens, erklärt sie. „Kinder müssen heute schon so früh so sehr funktionieren. Alles bekommen sie rational erklärt. Da bleibt die Fantasie ganz oft auf der Strecke“, meint sie. Ihr Buch soll dagegen helfen.

Ihr zum Beispiel hat Etepat geholfen, hat ihre übermächtige Angst vor Spinnen verbannt. Etepat? „Na das Tapetengespensterchen – lesen Sie Tapete mal rückwärts...“ Ihr Etepat riecht nach Wald und Moos, hat einen mit Gräsern behaarten Kopf, einen rundlichen Bauch und dünne Beinchen. Nachts steigt er von der Wand und lässt sie in heißen Sommernächten im Waldsee schwimmen.

Als Geschichtenerzählerin bekannt

Bisher erzählte Sybille Jenkner ihre Geschichten nur, früher den eigenen Kindern, Bibliotheksbesuchern oder Hortkindern, heute den Enkeln oder Kita-Kindern, die sie noch immer besucht. Die als Geschichtenerzählerin in der Stadt bekannte Frau hat immer Utensilien dabei. Oder findet sie. Und sie erklärt, ein Foto-Mensch zu sein. „Ich habe vor allem Bilder im Kopf.“ Noch heute freut sie die Erklärung eines Jungen nach einer ihrer Geschichten-Stunden: „Was Sie machen, das ist nicht fotografieren und nicht fantasieren. Was Sie machen, ist fantagrafieren.“

Neben allem Anregen will Sybille Jenkner vor allem, dass Menschen miteinander reden. „Viele Konfrontationen sind überflüssig. Sprecht miteinander“, so ihr Appell. Die Welt könne sie nicht ändern. „Aber ich kann vermitteln, dass es anders geht, als sich die Köpfe einzuhauen“, erklärt sie.

Ein Buchkapitel beginnt so: „Es tut gut, wenn man mit jemandem reden kann, wenn ein Freund da ist zum Spielen und Quatschen, zum Toben und Ausheulen! Was aber, wenn die Mama einen ins Bett schickt und man absolut noch keine Lust zum Schlafen hat?“ Um solche und andere wichtigen Fragen geht es in Jenkners Buch. An dessen Ende sind drei Seiten frei. Dort kann der Leser versuchen, eine eigene Geschichte festzuhalten.

Info: „Manchmal muss ich einfach spinnen“, ISBN 978-3-945833-62-9, erschienen bei Joy Edition, 8 Euro.

Von Jutta Abromeit

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