Volltextsuche über das Angebot:

3 ° / -3 ° Regen

Navigation:
Perfosophisches Duett im Gartensaal

Wiepersdorf Perfosophisches Duett im Gartensaal

Vor ihren Auftritten weiß kaum ein Gast im Publikum, was Nezaket Ekici und Andreas Dammertz bei ihrem perfosophischen Duett vorhaben. Gut besucht sind die Vorträge dennoch immer. Am vergangenen Sonntag erklärte das Ehepaar zum ersten Mal auch einem Publikum im Künstlerhaus Schloss Wiepersdorf ihre Kunst und gratulierte damit zu einem Jubiläum.

Voriger Artikel
Gemeinde knipst das Licht aus
Nächster Artikel
Tagespflege Schmusekätzchen hört auf

Zur Performance von Nezaket Ekici gehört auch die Interaktion mit dem Publikum.

Quelle: Victoria Barnack

Wiepersdorf. Genau elf Ergebnisse lassen sich im Internet für den Suchbegriff „perfosophisch“ finden. Weit verbreitet ist die Mischung aus Performance und Philosophie weder in Deutschland noch international. Erfunden haben sie Nezaket Ekici und Andreas Dammertz. Die künstlerischen Früchte ihrer Ehe präsentierten die beiden am Sonntag beim Treffpunkt Gartensaal, zu dem immer am ersten Sonntag eines Monats in das Künstlerhaus Schloss Wiepersdorf geladen wird.

Der Vortrag mit Fotos, Videos und Interaktion war ein Geschenk des Paares an das Schloss. „Genau vor zehn Jahren übernahm die Deutsche Stiftung Denkmalschutz die Trägerschaft für unser Haus“, erklärte Direktorin Anne Frechen. Außerdem bot die einzigartige Darbietung auch Inspiration für die anwesenden Stipendiaten. Immerhin verbrachte die gebürtige Türkin Ekici im Jahr 2007 selbst einige Monate lang ihr Stipendium in Wiepersdorf und präsentierte deshalb auch Arbeiten, die in den nur wenige Meter entfernten Ateliers entstanden.

Ihr Handwerk hat Ekici sogar studiert. Drei Jahre lang belegte sie an der Braunschweiger Hochschule für Bildende Künste die Fachrichtung Performance und stellt seitdem in Metropolen wie Istanbul, Berlin und New York aus. „Meine Performances nutzen den Körper als Werkzeug. Sie sind emotional, direkt, intensiv und können sehr lang, aber auch ganz kurz sein“, erklärte sie. Fast immer entstehen die Werke live vor Zuschauern.

Welche menschlichen Gedankenzüge und Konzepte der auf den ersten Blick skurril erscheinenden Kunst seiner Frau zu Grunde liegen, erklärte Andreas Dammertz. Als prägnantes Beispiel nannte der Philosoph das Werk „Emotion in Motion“, bei der Nezaket Ekici mehrere Tage lang Räume und Gegenstände geküsst hat. „Nach einer Idee von Immanuel Kant entsteht ein emotional aufgeladener Raum“, erläuterte er, „also eine Konstruktion, die nur im Kopf existiert, obwohl die Küsse an den Objekten sichtbar sind.“

Ekici und Dammertz sprachen mit ihrem Publikum auch über bevorstehende Auftritte. Eine Installation in Ankara, die die türkische Tradition von Zwangshochzeiten thematisiert, wurde aufgrund der aktuellen Terrorgefahr verschoben. „Was passiert, wenn ich diese Installation in der Türkei öffentlich präsentiere, weiß ich nicht“, gab Ekici zu. Angst zeigt sie aber nicht, immerhin sind direkte Reaktionen fester Bestandteil ihrer Kunst.

Von Victoria Barnack

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Teltow-Fläming
57811e88-cc1d-11e5-9fb5-3858ea6ed044
Babys aus Oberhavel (6)

Babys aus Oberhavel, Januar/Februar 2016

Sollte Rauchen im Auto verboten werden, wenn Kinder dabei sind?

MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg