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Teltow-Fläming Perfosophisches Duett im Gartensaal
Lokales Teltow-Fläming Perfosophisches Duett im Gartensaal
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04:35 05.07.2016
Zur Performance von Nezaket Ekici gehört auch die Interaktion mit dem Publikum. Quelle: Victoria Barnack
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Wiepersdorf

Genau elf Ergebnisse lassen sich im Internet für den Suchbegriff „perfosophisch“ finden. Weit verbreitet ist die Mischung aus Performance und Philosophie weder in Deutschland noch international. Erfunden haben sie Nezaket Ekici und Andreas Dammertz. Die künstlerischen Früchte ihrer Ehe präsentierten die beiden am Sonntag beim Treffpunkt Gartensaal, zu dem immer am ersten Sonntag eines Monats in das Künstlerhaus Schloss Wiepersdorf geladen wird.

Der Vortrag mit Fotos, Videos und Interaktion war ein Geschenk des Paares an das Schloss. „Genau vor zehn Jahren übernahm die Deutsche Stiftung Denkmalschutz die Trägerschaft für unser Haus“, erklärte Direktorin Anne Frechen. Außerdem bot die einzigartige Darbietung auch Inspiration für die anwesenden Stipendiaten. Immerhin verbrachte die gebürtige Türkin Ekici im Jahr 2007 selbst einige Monate lang ihr Stipendium in Wiepersdorf und präsentierte deshalb auch Arbeiten, die in den nur wenige Meter entfernten Ateliers entstanden.

Ihr Handwerk hat Ekici sogar studiert. Drei Jahre lang belegte sie an der Braunschweiger Hochschule für Bildende Künste die Fachrichtung Performance und stellt seitdem in Metropolen wie Istanbul, Berlin und New York aus. „Meine Performances nutzen den Körper als Werkzeug. Sie sind emotional, direkt, intensiv und können sehr lang, aber auch ganz kurz sein“, erklärte sie. Fast immer entstehen die Werke live vor Zuschauern.

Welche menschlichen Gedankenzüge und Konzepte der auf den ersten Blick skurril erscheinenden Kunst seiner Frau zu Grunde liegen, erklärte Andreas Dammertz. Als prägnantes Beispiel nannte der Philosoph das Werk „Emotion in Motion“, bei der Nezaket Ekici mehrere Tage lang Räume und Gegenstände geküsst hat. „Nach einer Idee von Immanuel Kant entsteht ein emotional aufgeladener Raum“, erläuterte er, „also eine Konstruktion, die nur im Kopf existiert, obwohl die Küsse an den Objekten sichtbar sind.“

Ekici und Dammertz sprachen mit ihrem Publikum auch über bevorstehende Auftritte. Eine Installation in Ankara, die die türkische Tradition von Zwangshochzeiten thematisiert, wurde aufgrund der aktuellen Terrorgefahr verschoben. „Was passiert, wenn ich diese Installation in der Türkei öffentlich präsentiere, weiß ich nicht“, gab Ekici zu. Angst zeigt sie aber nicht, immerhin sind direkte Reaktionen fester Bestandteil ihrer Kunst.

Von Victoria Barnack

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