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Teltow-Fläming Personalmangel in der Bauaufsicht
Lokales Teltow-Fläming Personalmangel in der Bauaufsicht
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00:32 21.05.2018
Mit Ludwigsdorf entsteht in Ludwigsfelde ein ganz neuer Stadtteil. Aus Ludwigsfelde kommen 65 Prozent mehr Bauanträge als vorher.  Quelle: Jutta Abromeit
Luckenwalde

Es war das Beratungsunternehmen Pricewaterhouse Coopers (PwC), das vor einigen Jahren die Kreisverwaltung Teltow-Fläming auf den Kopf gestellt und durchgerüttelt hat, um zu sehen, wo und wie man was besser machen kann, und vor allem, wo man was (vor allem an Personal) einsparen kann. Damals wurde errechnet, dass ein Mitarbeiter der Unteren Bauaufsichtsbehörde (UBA) bis zu 120 Bauantragsverfahren pro Jahr bearbeiten könnte. Gegenwärtig müsste er jedoch 160 bis 170 erledigen – tatsächlich sind es aufgrund der momentanen Belastungssituation nur 80 bis 90, die er schafft.

Viel zu lange Bearbeitungszeiten

Diese Zahlen nannte Sylva Heinsdorf, Sachgebietsleiterin für die technische Bauaufsicht in der UBA. Gemeinsam mit ihrer neuen Dezernentin, der Beigeordneten Dietlind Biesterfeld (SPD), berichtete sie bei der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Regionalentwicklung und Bauplanung über die personelle Situation in diesem Amt. Es steht schon seit längerem in der Kritik wegen der viel zu langen Bearbeitungszeiten.

Mitarbeiterzahl kontinuierlich abgebaut

Der Grund: Nachdem während der Wirtschaftskrise die Antragszahlen zurückgegangen waren, wurde die Mitarbeiterzahl in der Behörde kontinuierlich abgebaut. So gingen 2009 nur noch knapp 1560 Anträge ein. Aber dann stieg ihre Zahl mit nur einem kleinen Schwenker nach unter ständig an. Den Spitzenwert verzeichnete man 2015 mit 2563 Anträgen – gut 1000 mehr als sechs Jahre zuvor. Die Gründe sind klar: boomende Konjunktur und anhaltende Niedrigzinsphase.

Keine Bewerbungen auf befristete Stellen

Spätestens da erkannte man, dass personell nachgesteuert werden muss. Auch wenn das Begehren der UBA deutlich höher war, legte Landrätin Kornelia Wehlan (Linke) wohl wegen der Haushaltssicherung nur fünf neue Stellen fest. Auf Vorschlag „aus dem politischen Raum“, wie sich Biesterfeld zurückhaltend ausdrückte, seien dann drei Stellen nur mit befristeten Beschäftigungsverträgen genehmigt worden. Das hatte der CDU-Abgeordnete Andreas Muschinsky einst im Haushalts- und Finanzausschuss gefordert. Die Folge: Niemand bewarb sich darauf.

Kommentar: Selbstgemachtes Problem

Von Hartmut F. Reck

Es entbehrt nicht einer gewissen Ironie, dass ausgerechnet diejenigen, die sich am lautesten über die Misere bei der Bearbeitung von Bauanträgen beschweren, dafür mitverantwortlich sind. Es war die CDU, die einst forderte, wenigstens drei der ausgeschriebenen Stellen nur befristet auszuschreiben. Die Landrätin griff den Vorschlag eiligst im Personalplan auf. Ganz abgesehen davon, dass es ohnehin realitätsfremd ist, die Stelle eines Bauingenieurs in der Bauaufsicht auf zwei Jahre zu begrenzen. Selbst wenn man dafür jemanden fände, braucht er allein diese Zeit, um sich in die Materie einzuarbeiten und mit den verwaltungstechnischen Vorgängen vertraut zu machen. Der neue Ansatz, den Bauingenieuren Verwaltungsfachleute zur Seite zu stellen, ist indes eine sinnvolle Teillösung. Doch diese Misere ist ein Beispiel für kurzsichtiges Verwaltungshandeln und politische Ahnungslosigkeit. Den Schaden haben alle – vor allem die Mitarbeiter, die sich wegen des Kollegenmangels aufreiben (lassen) müssen

Weitere Folge: Die Belastung der verbliebenen UBA-Mitarbeiter stieg. 2017 gingen 2050 Anträge ein. Das führte zu einem erhöhten Krankenstand, der etwa 1,5 Vollzeitstellen ausmachte. „So konnte nur mit 12,5 anstatt mit 16,5 Vollzeitstellen gearbeitet werden“, berichtete Biesterfeld. Auch mit der Nachbesetzung der nun unbefristet ausgeschriebenen Stellen klappt es inzwischen nicht mehr.

Verwaltungsfachleute sollen Bauingenieure entlasten

Um den Mangel an Bauingenieuren halbwegs zu kompensieren, soll das Amt umstrukturiert werden. Es soll wieder drei Prüfgruppen geben wie vor 2013, in denen dann Verwaltungsfachkräfte die Bauingenieure entlasten und diese sich auf die technische Prüfung der Anträge konzentrieren können. Vorteil: Gehen die Bauanträge wieder zurück, können die Verwaltungswirte in anderen Ämtern eingesetzt werden.

Von Hartmut F. Reck

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