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Personalnotstand in Kitas

Am Mellensee Personalnotstand in Kitas

Der Aufnahmestopp für Kinder in den vier Kitas der Gemeinde Am Mellensee hält an. Ein Vater schilderte den Gemeindevertretern im Auftrag 15 betroffener Familien die Folgen der Misere. Ohne einen Kita-Platz ist nach der Elternzeit der Wiedereinstieg ins Berufsleben nicht möglich. Die Verwaltung schreibt weitere Stellen aus, um den Personalnotstand zu beenden.

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Quelle: Christian Zielke

Klausdorf. Der Personalnotstand in den vier Kitas der Gemeinde Am Mellensee stand am Mittwochabend im Mittelpunkt der Sitzung der Gemeindevertreter. Ein Vater schilderte die Situation vieler betroffener Familien. Bürgermeister Frank Broshog (parteilos) informierte über die bisherigen Bemühungen der Verwaltung, Erzieher einzustellen. Gemeindevertreter der UWG forderten Sofortmaßnahmen.

Vater: Ohne Kita-Platz kein Wiedereinstieg ins Berufsleben

Sebastian Schuster aus Mellensee meldete sich in der Bürgerfragestunde im Namen von 15 Familien zu Wort. Jeweils ein Elternteil wolle und müsse in den kommenden zwei, drei Monaten wieder arbeiten gehen. Fast alle Familien bräuchten nach der Elternzeit unbedingt wieder zwei Einkommen, um beispielsweise ihre Häuser weiter abbezahlen zu können, sagte Schuster. „Ohne Kita-Platz ist der Wiedereinstieg ins Berufsleben nicht möglich.“ Schon jetzt stünden einige Familien kurz vor dem finanziellen Kollaps.

Gemeindevertreter Thomas Kosicki (UWG) schlug vor, einen ausgebildeten Erzeiher, der in der Verwaltung als Multiplikator für die Verbesserung der Kinder-Betreuungsarbeit tätig ist, vorübergehend in eine Kita umzusetzen, um die personelle Situation zu entschärfen. Das gebe der Arbeitsvertrag dieses Mitarbeiters nicht her, so die stellvertretende Bürgermeisterin Christina Richter. Darauf hin warf Kosicki der Verwaltung und Bürgermeister Broshog vor, den Arbeitsvertrag falsch ausgestaltet zu haben.

Eberhard Bischert: Sind beschämt

Eberhard Bischert (UWG) sagte, dass er sich angesichts der von Sebastian Schuster geschilderten Zwangslage einiger Eltern „beschämt“ fühle. Man hätte viel früher Erzieherstellen ausschreiben müssen. „Wie versucht die Verwaltung, den Zustand abzumildern?“ Bischert zufolge sollte man mit Nachbargemeinden Kontakt aufnehmen, „um meinetwegen Kinder in Zossen unterzubringen“. „Was hier von Seiten der UWG abgezogen wird, ist der reine Populismus“, so Lutz Lehmann (CDU). Er denke, dass seitens der Verwaltung Lösungsansätze da sind, „die der Realität auf dem Arbeitsmarkt entsprechen.“

Bewerbungen zurückgezogen

„Mit der Platzkapazität in den Kitas kommen wir noch hin, aber das Personal ist nicht da“, sagte Bürgermeister Broshog. Leider sei es nicht gelungen, kurzfristig eine Lösung für das Erzieherproblem zu finden. Auf eine Stellenausschreibung zum 1. März seien zwei Bewerbungen eingegangen. „Beide Bewerbungen wurden zurück gezogen.“ Deshalb habe man zum 1. April erneut drei Stellen ausgeschrieben. Von sechs Bewerberinnen seien fünf zu Vorstellungsgesprächen erschienen. Jeweils zwei Erzieherinnen könnten Anfang April beziehungsweise Mai zur Verfügung stehen. Die fünfte Bewerberin habe wegen ihrer Kündigungsfrist signalisiert, eventuell später anzufangen.

Weitere Stellen ausgeschrieben

„Alle Erzieherinnen, die sich bei uns beworben haben, kommen aus Kitas in anderen Kommunen“, sagte Broshog. Das sei ein deutliches Zeichen dafür, wie prekär die Lage in allen Städten und Gemeinden nördlich von Luckenwalde sei. Ungeachtet dessen schreibe man zum 1. Juli weitere fünf Erzieherstellen aus. „Da hoffen wir auf eine Bewerbungsflut“, übte sich Bürgermeister Broshog in Zweckoptimismus.

Zusätzlich wolle man ab September zwei oder drei geeignete Bewerber berufsbegleitend zu Erziehern ausbilden. „Die würden dann 20 Stunden pro Woche in einer Kita arbeiten und in der anderen Zeit ihre Ausbildung absolvieren“, sagte Bürgermeister Broshog.

Von Frank Pechhold

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