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Petitionsausschuss prüft Behördenentscheidung

Eltern-Protest gegen Klassenfusion in Jüterbog Petitionsausschuss prüft Behördenentscheidung

Eltern der Geschwister-Scholl-Grundschule Jüterbog wehren sich weiter gegen die geplante Zusammenlegung der drei 4. zu zwei 5. Klassen. Die Entscheidung des Schulamtes wird nun vom Petitionsausschuss des Landtags geprüft. Bildungsminister Günter Baaske (SPD) verteidigte auf Facebook die geplante Fusion.

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Manuela Marten (2.v.r.) übergibt Henry Wichmann die Unterlagen für den Petitionsausschuss.

Quelle: Martina Burghardt

Jüterbog. Formal zulässig, aber am äußersten Rand des gesetzlichen Rahmes – und für die Eltern nicht akzeptabel. Die geplante Zusammenlegung der drei 4. zu zwei 5. Klassen an der Geschwister-Scholl-Grundschule Jüterbog (die MAZ berichtete) beschäftigt nun den Brandenburger Landtag. Am Dienstag übergaben Eltern ihre Unterlagen dem Vorsitzendenden des Petitionsausschusses, Henryk Wichmann (CDU).

Manuela Marten sprach für die Eltern, die sich seit Anfang April darum bemühen, die geplante Klassenzusammenlegung zu verhindern. Dabei geht es nicht nur um die Klassenstärke von je 27 Kindern, sondern auch um den Förderbedarf – sowohl den anerkannten als auch den, der darüber hinaus vorhanden ist. Die Mütter und Väter fürchten, dass nicht wenige Kinder dabei auf der Strecke bleiben und die bisherige pädagogische Arbeit zunichte gemacht wird. Schreiben an den Bildungsminister Günter Baaske (SPD) und ein Treffen mit dem Schulrat Harald Kursinski brachten bisher kein Entgegenkommen. Die Eltern haben sogar den Verdacht, dass mit der Hinhaltetaktik seit April erst einmal Tatsachen geschaffen werden sollen, weil es dann schwieriger wäre, die Entscheidung zurückzunehmen.

Ob das geschieht und ob die nächsten acht Wochen dafür ausreichen, kann auch Henryk Wichmann nicht voraussagen. „Wir werden Druck machen“, sagte er und stellte in Aussicht, dass sich bei einem Wunsch nach kleineren Klassen in solchen Situationen der Bildungsausschuss einschalten könnte. Tatsächlich sind die Jüterboger mit ihrem Problem nicht allein, wie Manuela Marten während ihrer Bemühungen erfahren hat. Sie möchte, wie die anderen Eltern auch, auf jeden Fall die demokratischen Möglichkeiten ausschöpfen. Unter anderem wurden in drei Tagen in Jüterbog 275 Unterschriften gesammelt. Mehrere Kommunalpolitiker haben die Eltern bereits auf ihrer Seite. Stadtverordnete Maritta Böttcher (Linke) unterstützt das durchdachte Vorgehen der Elterninitiative. „Wir wollen, dass der Minister seine starre Haltung aufgibt“, sagte die Jüterboger Sozialausschussvorsitzende.

Bürgermeister Arne Raue (parteilos), der am Dienstag ebenso wie die Landtagsabgeordneten Sven Petke und Danny Eichelbaum (beide CDU) bei der Übergabe der Petition dabei war, kündigte an, dass es bald ein neues Problem geben könnte. Voraussichtlich werden die zu erwartenden Flüchtlingsfamilien ihre Kinder in die Schollschule bringen. Henryk Wichmann will bei der Landrätin und beim Innenminister Prognosen über die zu erwartenden Asylbewerber einholen. Dass durch die Zusammenlegung lediglich eine Lehrerstelle gespart werde, wie Sven Petke sagte, löste an Ort und Stelle eine Grundsatzdebatte über Bildungspolitik aus. „Es ist volkswirtschaftlich hirnverbrannt, an der Bildung zu sparen“, sagte Wichmann.

Dass es darüber offenbar größeren Gesprächsbedarf gibt, zeigen die Reaktionen auf den von Erik Stohn (SPD) bei Facebook kommentierten MAZ-Beitrag. Dabei meldete sich auch Minister Baaske zu Wort. Brandenburg sei ein Land mit einer der besten Lehrer- Schüler-Relationen von 1:14,8 bundesweit, schreibt er dort. Auf dem Lande gebe es kleinere Klassen, deshalb müsste es in Städten größere geben. „Das ländliche Niveau auf das Land zu übertragen, hieße Brandenburg in wenigen Jahren in die Zahlungsunfähigkeit zu treiben.“ Er erntete dafür mehr Ablehnung als Zustimmung.

Von Martina Burghardt

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