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Teltow-Fläming Pfarrer Stephan Michalsky geht in den Ruhestand
Lokales Teltow-Fläming Pfarrer Stephan Michalsky geht in den Ruhestand
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04:55 14.10.2016
Stephan Michalsky am frei werdenden Pfarrhaus. Quelle: Jutta Abromeit
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Christinendorf

Wenn Pfarrer Stephan Michalsky am Sonntag den Gottesdienst in der Kirche von Christinendorf hält, werden Tränen fließen, das weiß er jetzt schon. Es wird der letzte Gottesdienst des 65-Jährigen sein. Zum Jahreswechsel verlässt er die Dienstwohnung Christinendorfer Allee 41, die er stets als offenes Haus führte. Mit seiner Familie baut er in Trebbin ein neues Heim.

Fünf Kirchen saniert

14 Jahre war Stephan Michalsky Pfarrer im Kirchenkreis Zossen-Fläming, im Kirchensprengel Christinendorf-Glienick. Sichtbar hinterlässt Michalsky dort die fünf sanierten Kirchen Märkisch Wilmersdorf, Christinendorf, Nunsdorf, Glienick und Schünow sowie das sanierte Pfarrhaus. Bleibende Erinnerungen hinterlässt er mit vielen ungewöhnlichen Veranstaltungen, ob Nachmittage mit der Kultur-Kombination Stummfilm-Orgel oder solche Gottesdienste wie seinen allerersten in der Region: „Das war ein Open-Air-Gottesdienst beim Lanz-Bulldog-Treffen in Lüdersdorf. Im Gegensatz zu meinen sonstigen Wirkungsbereichen kannte ich damit hier zuerst die Männer, nicht wie sonst die Frauen, die sonntags in die Kirche kommen.“

Bekannt als Studierenden-Pfarrer in Potsdam

Bekannt geworden war Michalsky nach seinen Pfarrstellen in der Niederlausitz und Potsdam-Bornstedt als Studierenden-Pfarrer in Potsdam. Von 1996 bis 2002 engagierte er sich nicht nur für Studenten und Personal an der Uni, der Fachhochschule und der Filmhochschule, sondern auch in ganz Potsdam ökologisch und politisch, zum Beispiel mit Friedensandachten am Deserteur-Denkmal. Manfred Stolpe oder Rita Süßmuth versuchten, ihn in die Politik zu holen. Das lehnte er ab.

Zehn Jahre Notfallseelsorger

Nicht sichtbar hinterlässt der inzwischen weißhaarige Mann die Gewissheit: Es kann nicht falsch sein, sich um das Befinden von Menschen zu sorgen, ihren Seelenfrieden. Ob als Pfarrer oder von 2003 bis 2013 als Notfallseelsorger. Dabei hatte es anfangs nicht danach ausgesehen, dass der ältere von zwei Brüdern in die Fußstapfen des Vaters tritt, der Pfarrer im Oderbruch war. Stephan Michalsky hatte einen Studienplatz für Meeres- und Fischerei-Biologie: „Mein Freund und ich wollten kleine Jaques Costeaus werden.“ Doch das wurde nichts, Michalsky hatte der DDR den Wehrdienst verweigert. Ein Superintendent überzeugte ihn, Theologie zu studieren. Das tat er, an der Humboldt-Universität.

Keine Aussage im Scholl-Prozess

In die zehn Jahre als Notfallseelsorger fiel der Mordfall Scholl. Michalsky war Ende 2011 mit im Wald von Siethen, als die ermordete Brigitte Scholl gefunden wurde, stand ihrem Sohn und dem noch unverdächtigen Ehemann und Ludwigsfelder Ex-Bürgermeister Heinrich Scholl bei. Den Seelsorger als Zeuge vor Gericht zu hören scheiterte am Entbinden von der Schweigepflicht. Michalsky sagt: „Auch andere hatten sich dort im Wald mit mir unterhalten. Dann hätten sie ja ihre Gespräche freigeben müssen.“

Mit Blick nach vorn und auf den kleinen Enkel sagt der künftige Pfarrer im Ruhestand: „Ich werde nun sonntags das tun, was die meisten machen - ausschlafen.“

Von Jutta Abromeit

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