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Teltow-Fläming Pfarrer kritisiert „schroffe“ Polizeiaktion
Lokales Teltow-Fläming Pfarrer kritisiert „schroffe“ Polizeiaktion
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02:16 20.12.2015
Die Bläsergruppe der Kirchengemeinde Quelle: Gudrun Ott
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Zossen

Polizeikräfte holten Mittwoch eine Bläsergruppe vom Baugerüst am Turm der Zossener Dreifaltigkeitskirche. Dieser Vorfall ereignete sich während der asylfreundlichen Veranstaltung „Licht an für Demokratie und Menschlichkeit“. Während sich der evangelische Pfarrer Sandro Vogler am Tag danach gegenüber der MAZ äußerte, sah sich die Polizei dazu nicht in der Lage.

Vogler zufolge habe die Polizei seelenruhig dabei zugesehen, wie die Bläser mit ihren Instrumenten auf das Gerüst gestiegen seien. Dann habe man die Musiker sofort runtergeholt und ihre Personalien aufgenommen. „Nun kommen sich die Bläser vor, als ob sie etwas Kriminelles getan haben. Dabei wollten sie da oben keine Trillerpfeifen-Demo abhalten, sondern nur Weihnachtslieder spielen und so ein Zeichen für Frieden und Nächstenliebe setzen.“

Deshalb empfinde er die Polizeiaktion als „zu schroff“. Vogler zufolge sei abgesprochen gewesen, dass man bis in Höhe von Sakristei und Kirchturm agieren dürfe. „Wir sind davon ausgegangen, dass sich unser Hausrecht auch auf das Baugerüst erstrecke.“ Allerdings sei man von der Polizei belehrt worden, dass Hausrecht nur im Inneren der Kirche bestehe. „Trotzdem hätte man die Angelegenheit anders regeln können“, so Vogler. Unverständlich sei, warum die Polizei die Bläser sofort vom Baugerüst geholt, statt zuvor mit einem der beiden anwesenden Pfarrer zu sprechen.

Die Polizei sah sich Donnerstag außerstande, sich zu dem Vorfall zu äußern. Begründet wurde das einerseits mit einem Außentermin von Solweig Bohn, Chefin der Polizeiinspektion Teltow-Fläming. Sie hatte den Einsatz in Zossen geleitet. Anderseits sei eine Kontaktaufnahme mit den Einsatzabschnittsleitern erst Donnerstagnachmittag oder Freitag möglich. Somit bleibt offen, was nun auf jene Bläser zukommt, deren Personalien aufgenommen wurden.

Von Frank Pechhold

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