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Pferdesteuer im Gespräch

Finanzausschuss diskutiert. Negative Folgen für Halter und Sportler befürchtet. Pferdesteuer im Gespräch

Ärger und Unmut herrscht derzeit bei den Besitzern von Reiterhöfen in der Gemeinde Am Mellensee. Kürzlich diskutierte der Finanzausschuss über die mögliche Einführung einer Pferdesteuer. Die Pferdefreunde fühlen sich veräppelt. Sie befürchten sowohl für sich als auch die Kommune Nachteile, sollte die Pferdesteuer eines Tages wirklich eingeführt werden.

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Erwin Müller und Ulla Gothe (vorn) vom Auenhof Rehagen zeigen Flagge gegen eine Pferdesteuer.

Quelle: Pechhold

Am Mellensee . Da wiehern ja die Pferde. Das denken die Reiterhof-Inhaber in der Gemeinde Am Mellensee. Sie fühlen sich regelrecht veräppelt, weil die Mitglieder des Finanzausschusses seit kurzem über die Einführung einer Pferdesteuer diskutieren.

750 Euro pro Pferd im Gespräch

„Wir haben uns wegen einer Bürgeranfrage mit dem Thema Pferdesteuer beschäftigt“, sagt der Ausschuss-Vorsitzende Heiko Winterstein (CDU). Auch der Städte- und Gemeindebund hat, wie berichtet, armen Kommunen empfohlen, so eine Steuer einzuführen. Käme es dazu, müsste man für jedes Tier jährlich rund 750 Euro berappen. Bevor sie sich mit solchen Details beschäftigen, wollen die Finanzausschuss-Mitglieder erst noch eine ausstehende Entscheidung des Leipziger Bundesverwaltungsgerichtes abwarten. Sollten die Richter die Pferdesteuer für rechtens befinden, „dann gucken wir uns an, wie andere Kommunen damit umgehen“, sagt Heiko Winterstein. Wenn es nach ihm ginge, sollte man die Pferdesteuer einführen und so eine neue Einnahmequelle für die Gemeinde erschließen, sagt Winterstein. „Jeder, der einen kleinen Hund hat, muss ja auch Steuern für ihn bezahlen“.

Diese Argumente kommen bei Pferdehofbesitzern in Rehagen und Saalow gar nicht gut an. „Wenn man wirklich die Pferdesteuer einführen sollte, dann wandern unsere Pensionsgäste mit ihren Pferden womöglich dort hin ab, wo man diese Steuer nicht erhebt“, befürchtet Erwin Müller vom Auenhof Rehagen. Dort werden 17 Pensionspferde betreut. Müller zufolge sparen sich 80 Prozent der Halter den Unterhalt für ihre Vierbeiner vom Munde ab. Hinzu komme, dass Reiten in Deutschland als Sport anerkannt sei, der Körper und Geist fördere. „Einen Sport zu besteuern, ist grundsätzlich ein falscher Ansatz. So etwas kann nur nach hinten losgehen“, meint Müller. Aus seiner Sicht wäre die Einführung einer Pferdesteuer sogar schädlich. „Hier geht es einzig und allein darum, wie die verarmte Gemeinde noch Geld einnehmen kann“.

Unverständnis bei Pferdehofbetreibern

Das sieht Sarah Cuba, Geschäftsführerin der Burmester-Reitanlage in Saalow, ähnlich. „Von einer Pferdesteuer halte ich absolut gar nichts.“ In der Saalower Anlage stehen derzeit 60 Pferde. „Viele Halter verzichten sogar auf Urlaub und jede andere Nebenausgabe, damit sie sich ihr Pferd einschließlich Unterstand, Futter und Tierarzt überhaupt leisten können“, sagt Cuba. Mit der Erhebung einer Pferdesteuer würde man diesen Menschen ihr einziges Freizeitvergnügen nehmen, befürchtet die Geschäftsführerin.

Weiter fragt sich Sarah Cuba, wo und nach welchen Kriterien man überhaupt die Pferdesteuer erheben wolle. „Wird die Pferdesteuer an dem Ort fällig, wo das Pferd untergestellt ist oder wo der Halter wohnt? Zahlt derjenige mehr Steuern, dessen Pferd besonders groß ist oder am meisten äppelt?“

Von Frank Pechhold

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