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Pflegebedürftige haben mehr Rechte als gedacht

Heinsdorf Pflegebedürftige haben mehr Rechte als gedacht

Wissen ist Macht, Nichtwissen macht oft machtlos. Leider gilt dieses Sprichwort noch viel zu oft auch beim Thema Pflege. Seit langem bemüht sich das Diakonische Werk Teltow-Fläming deshalb um Aufklärung. Info-Veranstaltungen sind aber dünn besucht.

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Die Diakonie bietet Informationen zum Thema Pflege an.

Quelle: dpa

Heinsdorf. Die Unwissenheit über die Rechte, die Menschen mit anerkannter Pflegestufe besitzen, ist immer noch riesengroß. Die Bemühungen, dem abzuhelfen, ebenfalls. Beim Diakonischen Werk Teltow-Fläming versucht man seit Jahren, mit Aufklärungskampagnen die Wissenslücken zu schließen. Das zum Amt Dahme gehörende Heinsdorf war deshalb vor wenigen Tagen das Anlaufziel von Bettina Schendel und Viola Franz, die im Auftrag des Diakonischen Werkes als Beraterinnen zum Thema Pflege regelmäßig unterwegs sind.

Dass der Zuspruch mit sechs Zuhörern nur verhalten war, ist für die beiden Fachfrauen der Normalfall. Denn wer bereits ein so genannter Pflegefall ist, schafft oft den Weg nicht bis zur Beratung oder hat davon nichts erfahren. Wer betroffene Menschen betreut, tut dies oft neben seinem eigentlichen Beruf und hat für den Gang zur Beratungsstelle keine Zeit.

Die Beratungsrunde im Heinsdorfer Awo-Stützpunkt war überschaubar, lieferte aber wichtige Informationen zum Thema  Pflege

Die Beratungsrunde im Heinsdorfer Awo-Stützpunkt war überschaubar, lieferte aber wichtige Informationen zum Thema Pflege.

Quelle: Uwe Klemens

Ein Teufelskreislauf, wie Bettina Schendel und Viola Franz wissen. Dabei würde das Mehr an Wissen in vielen Fällen zu einem Weniger an Belastung führen, denn viele Rechte, die sich aus dem Pflegegesetz ergeben, werden mangels Kenntnis nicht in Anspruch genommen. Schon bei der Vergabe der Pflegestufe durch den Medizinischen Dienst der Krankenkassen (MdK) werden die ersten Fehler gemacht. Ein Klassiker ist der Fall, dass man sich beim Hausbesuch des MdK besonders große Mühe gibt und zu einer falschen der Leistungsfähigkeit führt. „Dies darf jedoch nicht als Begründung für eine Ablehnung gelten, wenn die Betreuungsperson oder der Verwandte schildert, dass es im Alltag nicht so gut läuft“, sagt Schendel, „wer sich nicht auskennt, ist leider auch hier oft der Unterlegene.“

Auch über die neu eingeführte Möglichkeit, neben Hauswirtschaftshilfe und so genannter Verhinderungspflege bei Urlaub oder Krankheit des Betreuers auch Betreuungsleistungen in Anspruch zu nehmen, wissen viele nicht Bescheid. Die Pflegekassen weisen in der Regel auch nicht von sich aus darauf hin. Die Stundenanzahl, wie oft jemand zum Kartenspielen, Spazierengehen oder einfach nur zum Reden kommt, richtet sich dabei nach der Pflegestufe.

Was genau die zum Jahreswechsel erfolgende Umstellung des Pflegestufensystems auf Pflegegrade im Detail mit sich bringt, wissen auch die Beraterinnen nicht so genau. Bis dahin werden sie geschult, um gut beraten zu können.

Von Uwe Klemens

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