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Pflegepersonal dringend gesucht

Dahmeland-Fläming Pflegepersonal dringend gesucht

Die Zahl der Pflegebedürftigen in Brandenburg steigt seit Jahren an. Schon heute ist es mancherorts schwer einen Pflegeplatz zu finden. Eines der Hautprobleme ist fehlendes Personal. Experten fordern indes mehr Zusammenarbeit der einzelnen Pflegedienste und Verbände.

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Pflegekräfte zu finden wird immer schwieriger.

Quelle: dpa

Dahmeland-Fläming. Wer in der Region einen Pflegeplatz sucht, hat es mitunter schwer. Denn die Nachfrage nach stationärer oder ambulanter Pflege ist hoch. Brandenburg ist laut Deutscher Ärztezeitung nach Mecklenburg-Vorpommern das Bundesland mit dem höchsten Anteil an Pflegebedürftigen. Demnach steige die Zahl der pflegebedürftigen Menschen in Brandenburg von 2014 bis 2030 um knapp 70 Prozent auf etwa 162 000. Dabei gibt es bereits jetzt Wartelisten.

Neutrale Beratungsstelle ist der Pflegestützpunkt

„Es kann schon mal vorkommen, dass Patienten vier bis sechs Wochen warten müssen, bevor sie etwa einen Platz in einem Pflegeheim bekommen“, erklärt Antje Schwalm vom Pflegestützpunkt Luckenwalde, einer neutralen Anlaufstelle für alle Menschen, die Fragen zum Thema Pflege haben. An drei Tagen in der Woche ist der Pflegestützpunkt besetzt. „Das Telefon steht dann eigentlich gar nicht mehr still“, sagt Antje Schwalm. Fragen zu Pflegestufen, Hauskrankenpflege oder Betreuungsplätzen sind die häufigsten Themen, mit denen sich die Menschen an die Berater wenden. Und nicht immer können diese eine positive Antwort geben. „Die meisten Menschen möchten ja doch gern zu Hause betreut werden oder zumindest irgendwo im Umkreis“, berichtet Antje Schwalm. Zwar gebe es in fast jeder Gemeinde einen Pflegedienst, doch diese können die Nachfrage kaum noch decken. Einer der Hauptgründe ist fehlendes Personal.

Damit hat auch Alexandra Maaß vom Pflegedienst Kehle in Mittenwalde zu kämpfen. „Wir suchen eigentlich ständig nach geeignetem Personal“, sagt sie. Einen Grund, warum ein Pflegeberuf für viele Menschen nicht in Frage kommt, sei der schlechte Ruf. „Wochenenddienste und Spätschichten sind für die meisten eben nicht so attraktiv“, sagt Alexandra Maaß. Und auch das Thema Bezahlung spiele eine große Rolle. Der Pflegedienst Kehle zahle seinen Mitarbeitern inzwischen deutlich mehr, als es der Mindestlohn vorschreibt. Anders, so Alexandra Maaß, seien viele Mitarbeiter nicht zu halten.

Den Pflegedienst Kehle gibt es bereits seit 1995. Damals sei das Geschäft noch deutlich einfacher gewesen. „Es gab nicht nur weniger pflegebedürftige Menschen, die Kosten waren auch deutlich niedriger“, so Maaß.

Pflegebranche steht vor zwei Herausforderungen

Einen allgemeinen Pflegenotstand möchte der Geschäftsführer der Arbeiterwohlfahrt Brandenburg Süd (Awo) Wolfgang Luplow aber noch nicht ausrufen. Dennoch sieht auch er, vor welchen Herausforderungen die Pflegebranche in Brandenburg steht. Dabei gebe es zwei wesentliche regionale Unterschiede. „In der Gegend um Königs Wusterhausen haben wir das Problem, dass sich viele Pflegekräfte in Berlin bewerben. Weiter im Süden müssen wir in der Fläche große Strecken zurücklegen, um die Menschen zu betreuen“, erläutert Luplow. Das Flächenproblem sei aus seiner Sicht ganz einfach zu lösen. Die verschiedenen Anbieter sollten darüber nachdenken, enger zusammenzuarbeiten. „Es müssen nicht drei Pflegedienste in ein kleines Dorf fahren, dass kann auch ein einzelner übernehmen, der vor Ort ist“, sagt Luplow. Es gebe genug Arbeit für alle Anbieter, sagt er. Darüber hinaus sollte nicht der Umsatz, sondern die Versorgung der Menschen an erster Stelle stehen.

Aktiv für die Pflegeberufe werben

Die Awo betreibt selbst einige Senioreneinrichtungen, unter anderem in Wildau und Königs Wusterhausen. Hier würde das Prinzip der Vernetzung bereits angewandt. „Wenn in einer Einrichtung ein Engpass beim Personal entsteht, kann nach Möglichkeit ein Mitarbeiter aus einem anderen Haus für eine gewisse Zeit einspringen“, sagt Wolfgang Luplow. Zusätzlich werden die künftigen Fachkräfte im eigenen Unternehmen ausgebildet und gehalten. „Wir sind der einzige Verband der seine Mitarbeiter nach Tarif bezahlt“, sagt Luplow. Eine angemessene Vergütung hätten die Mitarbeiter in der Pflege einfach verdient. „Außerdem bieten wir Fortbildungen und berufliche Aufstiegsmöglichkeiten an“, erklärt er. Denn von allein passiere nichts. Die Unternehmen und Verbände müssen selbst aktiv werden. „Wir gehen auch auf Messen und werben für die Pflegebranche, das gehört einfach dazu“, sagt Wolfgang Luplow.

Von Danilo Hafer

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