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Pioniere unter den freien Ärzten

Praxisjubiläum in Luckenwalde Pioniere unter den freien Ärzten

Zunächst waren die beiden Ärzte Monika und Uwe Bewersdorf in der Luckenwalder Poliklinik tätig. Im September 1990 ließen sie sich in einer Praxisgemeinschaft nieder – als erste niedergelassenen Ärzte. Nun feiern sie das silberne Jubiläum.

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Das Praxisteam (v.l.): Petra Möbius, Monika Bewersdorf, Christa Hurtig, Uwe Bewersdorf und Janine Urich.

Quelle: Elinor Wenke

Luckenwalde. Nach der Wende waren Monika und Uwe Bewersdorf in Luckenwalde die ersten niedergelassenen Ärzte. Jetzt feierte die Praxisgemeinschaft ihr 25-jähriges Bestehen. Während die Eheleute das silberne Jubiläum eher unspektakulär begehen wollten, wurden sie von ihren Arzthelferinnen Petra Möbius, Janine Urich und Christa Hurtig mit geschmücktem Tresen, Luftballons und Girlanden überrascht.

Vor ihrer Niederlassung im September 1990 sammelten die beiden Ärzte ihre Erfahrungen in der Luckenwalder Poliklinik. Im angegliederten Krankenhaus absolvierten sie auch ihre Facharztausbildung – Monika Bewersdorf im Fach Gynäkologie und Geburtshilfe, ihr Mann als Allgemeinmediziner. Nach Luckenwalde hatte es die Greifswald-Studenten 1979 aus einem ganz profanen Grund verschlagen: „Wir hatten schon ein Kind und brauchten nicht nur eine Arbeitsstelle, sondern auch eine Wohnung“, erzählt Uwe Bewersdorf.“ Bereits im Februar 1990 hatten sie mit den Vorbereitungen für ihre Niederlassung begonnen. „Da gab es noch die DDR-Mark“, berichtet Monika Bewersdorf, „und es war ganz schwierig, Gewerberäume zu bekommen.“

Die Anfänge waren teils primitiv. Es gab keine Computer und kaum Telefone. „Bei einem Notfall musste man erst in der Nachbarschaft auf Suche nach einem Telefon gehen“, weiß Uwe Bewersdorf, „und im ersten Jahr habe ich in der Praxis noch selbst geheizt.“ „Die Behandlungsscheine haben wir auch selbst ausgestellt“, berichtet seine Frau, „trotzdem gab es damals weniger Bürokratie.“

Heute ist die Praxis mit moderner Technik ausgestattet und profitiert von Synergieeffekten; die Arzthelferinnen kümmern sich um alle Patienten – vom neunjährigen Mädchen bis zum 96-jährigen Senior. Über einen Mangel an Arbeit können sich die beiden Ärzte nicht beklagen – jammern kommt ihnen trotzdem nicht in den Sinn. „Bei uns läuft der Praxisalltag in geregelten Bahnen. Überfüllte Patientenzimmer und unzumutbare Wartezeiten sind ein Organisationsproblem“, sagt Uwe Bewersdorf.

Nur eins war für die beiden Ärzte ein Graus: Die Praxisgebühr. „Es war schlimm“, so die Frauenärztin, „hoher Zeitaufwand, großer Aufklärungsbedarf, genervte Patienten. Wir sind heilfroh, dass das wieder abgeschafft wurde.“ Trotz eines Vierteljahrhunderts, das die beiden Eheleute auf Arbeit Tür an Tür verbracht haben, gibt es zu Hause noch genug Gesprächsstoff jenseits der Medizin. „Wir machen keine Dienstbesprechung am Frühstückstisch“, sagt Uwe Bewersdorf und lacht.

Von Elinor Wenke

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