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Platznot im Hort Mellensee

Eltern sollen freiwillig auf Betreuung ihrer Kinder verzichten Platznot im Hort Mellensee

Der Boom der nördlichen TF-Region erricht immer stärker die Gemeinde am Mellensee. Seit zwei Jahren lassen sich dort immer mehr junge Familien nieder, doch die soziale Infrastruktur hinkt hinterher. Um das Platzproblem im Hort der Mellenseer Grundschule kurzfristig zu lösen, will man an die Solidarität der Eltern appellieren.

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Die Grundschule Mellensee.
 

Quelle: Zielke

Mellensee.  Christoph Bier hat ein Problem. Seine Tochter wird nach den Sommerferien eingeschult. Die Familie weiß nicht, ob die Erstklässlerin nach der Schule im Hort der Grundschule Mellensee bleiben kann, denn dort herrscht akute Platznot. Christoph Bier war am Montag mit mehreren Eltern zu einer Sondersitzung des Ausschusses für Bildung, Soziales, Sport und Kultur gekommen, wo es ausschließlich um das Kapazitätsproblem ging.

90 Plätze hat der Hort der Mellenseer Grundschule, 99 Anmeldungen gibt es bisher. Man habe erst vor drei Wochen von der dramatischen Situation erfahren, räumte Christina Richter, die stellvertretende Bürgermeisterin, ein. Auf einer Elternversammlung am vergangenen Donnerstag wurden erste Szenarien durchgespielt. So könnten Kinder in den Hort Knallbonbon in Sperenberg untergebracht werden. Nachteil: Die Klassen würden auseinandergerissen, Eltern müssten oft längere Wege fahren. Eine Erweiterung der bisherigen Kapazitäten über eine Ausnahmegenehmigung sei ebenfalls schwierig. „Beim Landesjugendamt hat man uns gesagt, dass die Bearbeitung drei Monate dauert“, sagte Christina Richter. Man müsse aber bis zum Schuljahresbeginn Ende August eine Lösung haben.

Ein Appell an die Eltern soll nun die schlimmsten Folgen der Platznot mindern. Eltern, deren Kinder schon in die dritte oder vierte Klasse gehen, sollen ihre Hortplätze freiwillig an die Jüngeren abgeben. „Wer schon selbstständig ist, braucht den Platz nicht mehr so dringend“, sagte Christina Richter. Der Ausschuss folgte dieser Idee, was wohl auch an den fehlenden Alternativen lag. „Wir müssen versuchen, eine Lösung zu finden, mit der alle leben können“, sagte Bernd Kosensky (UWG). In den Ferien soll es deshalb zwei Versammlungen geben, auf denen man an die Solidarität der Eltern appellieren will. Langfristig, so waren sich alle einig, führe an einem Hortneubau mit 130 zusätzlichen Plätzen kein Weg vorbei.

Bis dieser steht, kann noch eine Menge Zeit vergehen. Am Mellensees Bürgermeister Frank Broshog (parteilos) bekommt nun die Folgen eines Trends immer stärker zu spüren. „Wir haben seit zwei Jahren einen massiven Zuzug“, sagt er. Die Gemeinde profitiert von den Auswirkungen des BER. Man ist nah am Flughafen ohne dem Lärm ausgesetzt zu sein. Vor allem junge Familien fühlen sich hier wohl. Viele von ihnen pendeln zur Arbeit und lassen ihr Kind nach der Schule im Hort. „Es ist eigentlich das schönste Problem, das man haben kann“, sagt Broshog. Er fordert, dass das Land Brandenburg die in den vergangenen Jahren auf Null zurückgefahrene Förderung für Hortbauten wieder aufnimmt.

Von Christian Zielke

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