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Poetry Slam-Workshop mit Lars Ruppel

Altes Lager Poetry Slam-Workshop mit Lars Ruppel

Mit künstlerischen Projekten versucht die Stiftung Naturlandschaften Brandenburg seit einigen Jahren, mehr und vor allem jüngere Menschen für ihre Arbeit mit der Natur zu begeistern. Am Wochenende fand der diesjährige Workshop mit dem Titel „wildeWorte“ statt. Für ihren ersten Auftritt als Poetry Slammer am Sonntag bekamen die Teilnehmer professionelle Unterstützung.

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Lars Rupel beim Poetry Slam im Kulturquartier Mönchenkloster am Sonntagabend.

Quelle: Iris Krüger

Altes Lager. „Wettkampf der Dichter. Das Publikum ist der Richter“, so beschreibt Lars Ruppel den Poetry-Slam. Der 31-Jährige ist eine Art moderner Goethe – weniger populär, wenn auch mit derselben Begeisterung für den Klang der deutschen Worte. Was Ruppel außerdem von Goethe unterscheidet, ist die Art des Vortrags. Denn er trägt seine Lyrik dem Publikum selbst live vor. Spoken Word („Gesprochenes Wort“) nennt sich diese Kunstform, die bei der Jugend offenbar sehr gut ankommt.

Seit über zehn Jahren begeistert Ruppel seine Fans nicht nur auf der Bühne, sondern auch als Coach bei Workshops zum Thema Poetry- Slam. Am Wochenende war er erstmals auch in Brandenburg als Coach unterwegs. Die Stiftung Naturlandschaften Brandenburg hatte den Workshop mit dem Titel „wildeWorte“ organisiert. Fast ein Dutzend Teilnehmer meldete sich für die außergewöhnliche Mischung aus Lyrik- und Naturseminar an. Am Ende zeigten sie ihre Werke wie echte Poetry-Slammer auf der Bühne im Jüterboger Mönchenkloster.

Lars Ruppel (M) übernahm die kreative Leitung des mehrere Tagen dauernden Workshops

Lars Ruppel (M.) übernahm die kreative Leitung des mehrere Tagen dauernden Workshops.

Quelle: Victoria Barnack

Die Intention des zweitägigen Workshops erklärte Michaela Wilczek von der Stiftung. „Wir versuchen seit mehreren Jahren mit verschiedenen künstlerischen Projekten, die Aufmerksamkeit für die Arbeit auf den Stiftungsflächen zu wecken“, sagte sie. Vor allem junge Leute sollen mit dem Kreativansatz für die Themen Natur, Renaturierung und Naturschutz begeistert werden. Im vergangenen Jahr hatte es beispielsweise einen Fotografie-Workshop gegeben. Dabei hat sich die Stiftung das Leitmotiv „Natur erleben“ auf die Fahnen geschrieben und verzichtet auf trockene Theorie zum Thema Natur.

Zentraler Bestandteil der Wochenendseminare ist dagegen das exklusive Vor-Ort-Sein auf den Stiftungsflächen, zu denen auch ein Teil des ehemaligen Truppenübungsplatzes bei Jüterbog gehört. Unter der fachlichen Anleitung des Liegenschaftsbeauftragten der Stiftung, Andreas Hauffe, durften die Teilnehmer auch am vergangenen Wochenende wieder Flächen betreten, zu denen der Zutritt normalerweise verboten ist. Von der Tierwelt bekamen sie aber nicht viel zu sehen. Eine Begegnung mit dem Wolf schloss Hauffe bereits zu Beginn des Workshops aus.

Dafür bekamen die Teilnehmer umso mehr von der Flora im Stiftungsgebiet mit. Am Sonnabend wanderten sie beispielsweise bis auf den 80 Meter hohen Löffelberg nordwestlich von Jüterbog. „Von dort aus hat man einen beeindruckenden Ausblick auf die Wälder der Fläche, die vom Menschen unberührt sind“, erklärte Hauffe.

Andreas Hauffe (r) führte die Gruppe über den ehemaligen Truppenübungsplatz

Andreas Hauffe (r.) führte die Gruppe über den ehemaligen Truppenübungsplatz

Quelle: Victoria Barnack

Während der Exkursion legte die Gruppe immer wieder kurze Pausen ein, in denen Ruppel das kreative Auge der Teilnehmer schulte. Einen blauen Streifen auf dem Boden erklärte er beispielsweise zu einem herabgebrochenen Stück des Himmels. An anderen Haltepunkten mussten die Workshop-Teilnehmer selbst kreativ werden und ihre ersten eigenen Zeilen schreiben. „Mit solchen kleinen Übungen versuche ich, ihnen spielerisch das Schreiben beizubringen“, erklärte Ruppel.

Vor allem eine Lektion des 31-Jährigen ermutigte die Teilnehmer im Kreativprozess. Die Botschaft: Es gibt keine Regeln! Für die unerfahrenen Dichterinnen und Dichter eine Erleichterung. Denn die meisten von ihnen hatten im literarischen Schreiben noch keine Erfahrung. „Ich begeistere mich zwar für Poetry-Slam und die deutsche Sprache, aber selbst geschrieben habe ich vorher noch nicht“, sagte die 17-jährige Elea Bürgel. Die Abiturientin wurde durch ihre Deutschlehrerin auf den Workshop aufmerksam. „Sie wäre sogar gern selbst mitgekommen, hatte aber keine Zeit“, erklärte die Schülerin.

Tatsächlich waren unter den Teilnehmern auch ausgebildete Lehrerinnen. Einige von ihnen würden die Ergebnisse des „wildeWorte“-Workshop sogar gern mit in den Unterricht nehmen, um die Schüler wieder für die Natur und die Dichtkunst zu begeistern. „Das finde ich besonders toll, weil ich das Gefühl habe, dass meine früheren Lehrer mit aller Kraft versucht haben, mir die Lyrik möglichst unattraktiv zu machen“, lobte Lars Ruppel das Engagement.

Unter den Workshop-Teilnehmern waren allerdings auch Naturliebhaber, die mit Lyrik noch nicht viel Erfahrung hatten. „Ich habe meiner Freundin die Teilnahme geschenkt“, sagte Allegra Baumann, die extra aus Frankfurt angereist war und im Zug die ersten Schreibversuche getätigt hatte. In ihrer Heimat studiert sie Umweltwissenschaften. „Mich hat genau diese Kombination aus Lyrik und Natur gereizt, selbst bei dem Workshop mitzumachen“, erzählte sie.

Von Victoria Barnack

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