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Teltow-Fläming Pokémon: Das bessere Jagen in der Kleinstadt
Lokales Teltow-Fläming Pokémon: Das bessere Jagen in der Kleinstadt
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14:37 03.08.2016
Die Jagd auf Pokémons hat Jüterbog erreicht. Quelle: dpa
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Jüterbog

Das gelbe, hasenähnliche Pikachu ist schon ein Promi der fernöstlichen Zeichentrickkunst. Denn auch lange nach der Erstausstrahlung der Anime-Serie Pokémon im Jahr 1997 sind Kinder und Jugendliche davon begeistert und verwickeln ihre Eltern und Großeltern oft ungewollt in das Thema. Seit einigen Wochen erlebt der Trend einen neuen Höhepunkt. Mit der Smartphone-App Pokémon Go wurde die Serie zum Spiel. Damit lassen sich auch in Jüterbog kleine bunte Monster an jeder Straßenecke finden – und viele junge Menschen jagen ihnen hinterher.

Am Jüterboger Rathaus ist ein sogenannter Pokéstop, an dem die Spieler Boni für die Monsterjagd bekommen können Quelle: Victoria Barnack

Denn sie können die schrillen Figuren nur fangen, wenn sie tatsächlich aus dem Haus gehen. Über Kartendienste und die Standortbestimmung des Handys suchen die Pokémon-Trainer ihre Tierchen. „Außerdem gibt es Poké­stops “, erklärt Lars Glücklich, einer von vielen Spielern aus Jüterbog. In der Kleinstadt gibt es von diesen zentralen Anlaufstellen gleich mehrere, unter anderem am Rathaus, am Bahnhof und im Schlosspark. Spieler erhalten dort gratis Gegenstände, mit denen sie Pokémon fangen und anlocken können.

In einer Facebook-Gruppe, die mittlerweile 120 Mitglieder hat, informieren sich die Sammler seit Juli über die aktuellen Standorte besonderer Pokémon. „In Jüterbog wurden schon zwei seltene Pokémon gesehen“, berichtet Dennis Hagendorf, der die Gruppe gegründet hat. Auch das kleine, gelbe Pikachu wurde in der Flämingstadt gesichtet und gefangen.

Monstersuche in der Jüterboger Altstadt Quelle: Victoria Barnack

Wie in Berlin und anderen deutschen Städten haben sich auch in Jüterbog Spieler an großen Plätzen getroffen, um gemeinsam durch die Straßen zu laufen und auf die Jagd zu gehen. Manchmal werden sie dabei von älteren Damen angesprochen, die sich wundern, was dieses neue Handy-Spiel ist. „Ich musste schon oft erklären, wie Pokémon Go funktioniert“, sagt Dennis Hagendorf.

Obwohl es auf den ersten Blick so scheint, als würde das Handyspiel die Jugendlichen noch mehr an ihre Smartphones fesseln als zuvor, hat es tatsächlich auch positive Effekte auf die Nutzer. „Ich habe schon in den ersten Tagen gemerkt, dass ich mich mehr bewege“, sagt Lars Glücklich. Denn einige Funktionen können er und die anderen Spieler nur nutzen, indem sie echte Strecken zurücklegen. Sie brüten beispielsweise virtuelle Eier aus, nachdem sie zwei, fünf oder zehn Kilometer gelaufen sind, und erhalten auch so neue Pokémon. „Natürlich gibt es auch Tricks für Faule“, verrät er, „aber so würde mir das Spiel keinen Spaß mehr machen.“

Pikachu ist eine bekannte Pokémon-Figur und ziert sogar Flugzeuge. Quelle: imago

„Taschen-Monster“

Pokémon sind erfundene Wesen, die auf Tiere oder Gegenstände basieren. Aus dem Japanischen übersetzt bedeutet das Wort „Taschen-Monster“.

Erfunden und ursprünglich herausgebracht von Satoshi Tajiri. Heute ist Pokémon neben Super Mario die bekannteste Spiel der Firma Nintendo.

1996 kam das erste Pokémon-Spiel heraus. Es folgten eine Anime-Serie, ein Sammelkartenspiel und bislang 18 Kino-Filme sowie das Lexikon „pokewiki.de“ im Internet.

Neben dem physischen Plus bringt das neue Pokémon-Spiel auch einen sozialen Aspekt mit sich. Nicht alle Spieler wollen alleine vor ihrem Handybildschirm auf seltene Pokémon warten und treffen sich deshalb zum Spielen mit Freunden. „Ich habe an den Poké­stops in Jüterbog schon zufällig alte Schulkameraden getroffen“, berichtet Lars Glücklich.

In der kleinen Gemeinde von Pokémon-Sammlern in Jüterbog kennt man sich mittlerweile. Einzelne Gruppen fahren gemeinsam in andere Orte, um neue Monster zu sammeln. „In Berlin ist das anders“, erzählt Dennis Hagendorf, „dort sitzt wirklich jeder vor seinem Handy und niemand redet miteinander.“ Wer also nicht nur Wert darauf legt, besonders seltene oder die besten Pokémon zu fangen, der ist in Kleinstädten wie Jüterbog sogar besser aufgehoben als anderswo.

Von Victoria Barnack

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