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Polizeiwache in Zossen bleibt erhalten

Sicherheit in Teltow-Fläming Polizeiwache in Zossen bleibt erhalten

Der für Juli geplante Umzug des Wach- und Wechseldienstes sowie der Kriminalpolizei von Zossen nach Ludwigsfelde hat zuletzt für viel Aufregung in der Stadt gesorgt. Nun ist die Schließung der Wache vom Tisch: Das Revier soll in vollem Umfang erhalten bleiben, sagte Brandenburgs Polizeipräsident Hans-Jürgen Mörke der MAZ.

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Zossens Bürgermeisterin Michaela Schreiber (Plan B) kämpfte mit einem offenen Brief für den Erhalt ihrer Wache.

Quelle: Christian Zielke

Zossen. Das Polizeirevier in Zossen soll nun doch in vollem Umfang erhalten bleiben. Das sagte der Polizeipräsident Hans-Jürgen Mörke am Montag der MAZ. „Die Wache wird rund um die Uhr besetzt sein, das gilt auch für den Wach- und Wechseldienst“, so Mörke. Zur Begründung sagte der Polizeipräsident, es diene der Bürgerfreundlichkeit, die Stelle besetzt zu lassen.

Revierpolizisten sollten nach Ludwigsfelde umziehen

Von einer möglichen Schließung der Polizeiwache hatte Zossens Bürgermeisterin Michaela Schreiber (Plan B) Anfang Mai durch eine Anfrage des Landtagsabgeordneten Christoph Schulze (BVB/ Freie Wähler) erfahren. Schulze hatte darin Brandenburgs Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD) nach der Zukunft des Zossener Standorts gefragt. In der Antwort hieß es, dass „leider immer noch nicht ausgeschlossen werden könnte, dass für die verbleibenden Revierpolizisten – insbesondere unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten – eine andere Unterbringung erfolgen“ müsse.

Zossen und Rangsdorf protestierten mit offenen Brief an Schröter

Zur Debatte stand demnach der schon für Juli geplante Umzug des Wach- und Wechseldienstes sowie der Kriminalpolizei von Zossen nach Ludwigsfelde. Die Stadt Zossen und die Gemeinde Rangsdorf hatten sich daraufhin in einem offenen Brief an den Innenminister für den Erhalt des Reviers eingesetzt. Auch der Bürgermeister von Blankenfelde-Mahlow, Ortwin Baier, hat den Offenen Brief unterzeichnet.*

Auch Rechts-Links-Problematik in der Stadt ausschlaggebend

Eine gewisse Bedeutung habe auch die Rechts-Links-Problematik im Ort, betonte Polizeipräsident Mörke. Nach dem fremdenfeindlichen Brandanschlag auf die Außenstelle der Zentralen Erstaufnahmestelle für Asylbewerber in Wünsdorf-Waldstadt im vergangenen Jahr brach in der Kleinstadt ein alter Konflikt auf: Die Bürgerinitiative „Zossen zeigt Gesicht“ um den Versicherungsmakler Jörg Wanke, die sich den Rechtsextremen seit Jahren entgegenstellt, fühlte sich von der Stadt im Stich gelassen.

Wache für mehr als 60 000 Bürger zuständig

Seit vor ein paar Jahren das Haus der Demokratie niederbrannte, gab es immer wieder Drohungen und fremdenfeindliche Schmierereien gegen die Initiative. Selbst vor Hakenkreuzen am Rathaus schreckten die Rechtsextremen nicht zurück. Nach wie vor steht die Stadt in dem Ruf, eine Hochburg der rechtsextremen zu sein. Zossen ohne Polizeiwache – nicht nur für die Bürgermeisterin ein unvorstellbares Szenario. Aktuell ist die Wache für mehr als 60.000 Bürger verantwortlich. Zum Einzugsbereich des Polizeireviers Zossen zählen auch die Kommunen Blankenfelde-Mahlow, Rangsdorf und Am Mellensee.

1100 Polizisten mehr bis 2020

Noch in der vergangenen Woche hieß es aus Potsdam, das Innenministerium prüfe aktuell, wie viele Revierpolizisten künftig in Zossen Dienst tun werden. Zum Wochenbeginn führte Mörke gegenüber der MAZ an, dass es dank der jüngsten Nachbesserungen bei der personellen Ausstattung der Landespolizei wieder Spielraum gebe. Zum Hintergrund: Im Vergleich zu dem 2011 beschlossenen Konzept für die damalige Polizeireform, das ursprünglich einen Abbau auf 7000 Beamte vorsah, sind nach derzeitigem Stand bis zum Jahr 2020 1100 Stellen mehr vorgesehen.

*In einer früheren Version dieses Artikels war der Name von Ortwin Baier nicht erwähnt. Wir haben diesen ergänzt, weil er den Offenen Brief auch unterzeichnet hat. Darauf wurde aus der Gemeinde Blankenfelde-Mahlow hingewiesen.

Von Ulrich Wangemann und Josefine Sack

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