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Ponton-Verlegung abgelehnt

Streit um Insel vor Rangsdorfer Seehotel Ponton-Verlegung abgelehnt

Seit der Ponton vor dem Rangsdorfer Seehotel schwimmt, sorgt er immer wieder für Diskussionen. Einige Gemeindevertreter würden die schwimmende Insel am liebsten sofort loswerden. Für das Hotel würde das aber einen erheblichen Umsatzverlust bedeuten. Dessen neue Besitzer wünschen sich, dass die Gemeinde endlich das benachbarte Strandbad schöner macht.

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Andreas Doll, Direktor des Seehotels, will auf den Ponton nicht verzichten.

Rangsdorf. Neue Runde im Dauerstreit um den Ponton auf dem Rangsdorfer See: Am Donnerstag lehnte die Gemeindevertretung mit zehn zu sieben Stimmen bei zwei Enthaltungen die Verlegung der künstlichen Insel Falkenstein ab.

Die neuen Eigentümer des einstigen Seebad-Casinos und heutigen Seehotels, wollten die schwimmende Plattform nach Norden in den Schilfgürtel zwischen Hotel und Strandbad verlegen. „Für einen anderen Blick auf den See", sagte Andreas Doll, der Direktor des Hotels. Seit langem schon ist der Ponton einigen Gemeindevertretern ein Dorn im Auge. In allen Fraktionen gibt es Stimmen, die ihn lieber heute als morgen verschwinden sehen würden. „Das Ding soll weg. Wir sollten den Pachtvertrag Ende des Jahres auslaufen lassen“, forderte Jan Mühlmann-Skupien, der Vorsitzende der FDP-Fraktion.

Wenige Fürsprecher für den Erhalt

Ähnlich argumentierte Hardy Krückeberg (DPR). Er schlug vor, den Ende des Jahres auslaufenden Pachtvertrag für den Ponton zu kündigen und dann dessen Beseitigung zu verlangen, woraufhin die gesamte Linken-Fraktion zustimmend auf den Tisch klopfte. Ruth Wagner (Grüne) hält die Errichtung des 350 Quadratmeter großen Pontons im Jahr 2009 für nicht rechtmäßig. „Das wird auch nicht rechtmäßiger, wenn wir ihn ins Schilf verschieben“, sagte Wagner. Auch Andreas Muschinsky (CDU) hält es für unwahrscheinlich, dass die Untere Naturschutzbehörde des Landkreises den Schilfgürtel für den Ponton opfert. Bauamtsleiterin Simone Götsche wies darauf hin, dass alle Behörden des Kreises seinerzeit der Errichtung zugestimmt hätten. Sowohl Wasser-, als auch Naturschutz und Bauaufsicht hätten ihre Genehmigung erteilt.

Einziger Fürsprecher für den Ponton war CDU-Fraktionschef Tassilo Soltkahn. Er bezweifelte, dass eine Mehrheit der Rangsdorfer gegen den Ponton seien. „Dort finden viele tolle Veranstaltungen statt“, sagte Soltkahn. Mit der Verlegung wolle das Hotel den Wünschen der Gemeinde entgegenkommen. „Wenn wir das ablehnen, wäre das ein falsches Signal an den Investor“, sagte er.

Landkreis trifft letzte Entscheidung

Wie es mit dem Ponton nun weitergeht, wird endgültig in Luckenwalde entschieden. Die Kreisverwaltung hat das letzte Wort und kann sich über die Entscheidung der Gemeindevertretung hinwegsetzen. Hoteldirektor Andreas Doll bedauerte das Votum: „Es sind seit Jahren die gleichen Argumente. Wir haben versucht, Lösungen zu finden und auf die Wünsche der Gemeinde zu reagieren.“ Für sein Haus sei der Ponton unverzichtbar, weil er acht Prozent des jährlichen Umsatzes beisteuert. 30 bis 40 Hochzeiten und Firmenfeiern finden dort pro Saison statt. Seit die Musikanlage umgerüstet wurde, habe es auch keine Beschwerden von Anwohnern mehr gegeben. Auch die Umweltprobleme sieht er nicht und zeigt auf das Haubentauchernest im Schilf neben dem Ponton. „Die Vögel lassen sich nicht stören“, sagt Doll. Er hofft, dass die Gemeinde künftig einen längerfristigen Pachtvertrag anbietet. Bisher wurde von Jahr zu Jahr neu entschieden.

Ungeachtet aller Diskussionen zum Ponton stimmte die Gemeindevertretung den anderen Plänen des Hotels zu. So soll der alte Holzsteg, der bei einem Sturm durch den Ponton beschädigt wurde abgerissen und vor der Terrasse des Hotels ein neuer Steg errichtet werden. Über diesen soll dann auch das Boot „Elle“ erreichbar sein. Neben der „Elle“ wird künftig eine Fontäne sprudeln. Bis zur 15-Jahr-Feier des Hotels am 6. September soll alles fertig sein. Direktor Andreas Doll hofft, dass sich bei der Gestaltung des Strandbades endlich etwas tut. „Die Gemeinde ist in der Pflicht. Wir begreifen das Ensemble als Gesamtkonzept.“ Er sei offen für Gespräche.

Von Christian Zielke

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