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Premiere „Räume unserer Mütter“ im Klubhaus

Ludwigsfelde Premiere „Räume unserer Mütter“ im Klubhaus

Mit Kunst Türen zu weggedrückten Erlebnissen schaffen, das wollen die beiden Theater-Künstlerinnen Sharon On und Laura Söllner. Die Israelin und die Österreicherin suchten in Ludwigsfelde zehn Laiendarsteller. Nun steht die Premiere von „Räume unserer Mütter“ bevor.

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Die Israelin Sharon On (links) und Laura Söllner mit ihren Requisiten für „Räume unserer Mütter“ im Klubhaus Ludwigsfelde.

Quelle: Foto: Abromeit

Ludwigsfelde. Zwei Theater-Künstlerinnen fühlen sich mit ihrem jüngsten Projekt so wohl in Ludwigsfelde, dass sie dort einen Verein gründeten und weitere Pläne schmieden: die 35 Jahre alte Israelin Sharon On und die 30-jährige Österreicherin Laura Söllner. Doch jetzt fiebern sie vor allem der Premiere ihres ersten Stückes mit Ludwigsfelder Laiendarstellern entgegen: Am 9. November wird „Räume unserer Mütter“ uraufgeführt. Darin sollen Darsteller und Besucher miteinander Bilder von Vergangenem zeichnen, von Ludwigsfelde, von Deutschland.

Angedeutete Zimmer

Im Gegensatz zu sonstigen Werken kommt das Stück nicht auf, sondern vor die Bühne. Im Saal gibt es angedeutete Zimmer, also Räume, durch die das Publikum geht und in denen es mit zehn Akteuren ins Gespräch kommen kann. Die Akteure sind Senioren aus der Kernstadt und dem Ortsteil Genshagen, acht Frauen und zwei Männer, darunter ein Ehepaar. „Die meisten haben wir bei den Treffen der Akademie 2. Lebenshälfte gefunden“, erzählt Laura Söllner, „unser Stück war ja von vornherein auf Senioren festgelegt“.

Die beiden Performerinnen, wie sie sich nennen, wollen erreichen, dass sich Menschen über Ereignisse und Gefühle unterhalten, sie nicht wegdrücken, sondern sich über solche Gespräche besser verstehen. „Es gibt das in vielen Familien, dass sich Menschen verschiedener Generationen voreinander verschließen, weil sie sich gar nicht verstehen“, sagt Sharon On. Und Söllner ergänzt: „Doch das führt mit dem, was jeder erlebt hat, zu neuen Missverständnissen.“ Sehr oft hätten sie bei ihrer Suche nach Darstellern anfangs den Satz gehört: „Das interessiert doch niemanden.“ Das sei jedoch keineswegs so, mit den ersten Begegnungen wäre das schnell klar geworden.

Abstand und neue Perspektive

„Unsere Absicht ist aufgegangen, Türen zu eigenem Erleben aufzustoßen, über diese Arbeit hinaus Gespräche und Reflexionen anzuregen“, meint Laura Söllner. „Mit der Kunst kann man Abstand, eine neue Perspektive zu eigenen Erlebnissen vermitteln“, sagt Sharon On. „Wir lernen selbst sehr, sehr viel. Diese Arbeit ist so schön und bereichernd, sowohl menschlich als auch künstlerisch“, fasst sie ihre Erfahrung zusammen. Dieses Teilen von Erfahrungen sei eine der wichtigen Facetten ihres Projektes, erklären die Frauen. Sie hatten ihren Zufallsdarstellern anfangs solche Fragen gestellt: Was war das Lieblingslied deiner Mutter? Kannst du dich an deinen ersten Schultag erinnern? Denkst du, dass deine Mutter mit ihrem Leben zufrieden war?

Das Stück unter Regie des Vereins „Vor-Ortung“ war mit Unterstützung des Ludwigsfelder Seniorenbeirats zustande gekommen, Geld gab es vom Kulturministerium. Und beim Gestalten der Theaterdekoration halfen noch andere, ganz junge Ludwigsfelder: Schüler der Gottlieb-Daimler-Oberschule malten Bilder.

Info: Aufführungen im Klubhaus Ludwigsfelde: Premiere am 9. November um 19 Uhr; 10. November um 17 Uhr, 12.  und 13. November jeweils 14 Uhr. Reservierung aus Platzgründen nötig: Bürgerservice im Rathaus oder Tel. 0 33 78/ 82 71 44; Eintritt frei, Spenden erwünscht.

Von Jutta Abromeit

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