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Prensdorfer wollen ihr Gotteshaus retten

Kirchturm in Gefahr Prensdorfer wollen ihr Gotteshaus retten

„Die Kirche bleibt im Dorf“, sagt ein Sprichwort. Aber nicht überall finden sich Menschen, die sich für den Erhalt ihres Gotteshauses einsetzen. Die Prensdorfer Kirche hat Glück. Jeder im Dorf kennt die prächtige Innenausmalung. Um diese zu retten und um dem Kirchturm mehr Standfestigkeit zu verleihen, haben sich die Prensdorfer nun zusammengetan.

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Die prachtvolle, aber gefährdete Innenmalerei der Prensdorfer Kirche.

Quelle: Uwe Klemens

Prensdorf. Die Prensdorfer wissen: In der Mitte ihres Dorfes steht ein Schatz. mit der Gründung eines Freundeskreises zum Erhalt des Bauwerkes haben sie den ersten Schritt getan, dass auch andere davon erfahren sollen. Im Herbst des vergangenen Jahres haben sie sich erstmals an der Aktion „Offene Kirche“ beteiligt und viele Besucher ins Gotteshaus locken können. Auch in diesem Jahr steht die Kirche vom 1. Mai bis Ende Oktober täglich von 8 bis 18 Uhr den Besuchern offen.

Fläming-Skate-Ausflügler besichtigen die Kirche

Dass dabei der eine oder andere Taler Spendengeld hereinkommt, der beim Erhalt von Bauwerk und Schätzen hilft, ist ein schöner Nebeneffekt. Dass die Fläming-Skate mitten durchs Dorf führt, kommt den Prensdorfern dabei zugute. Besonders in den Sommermonaten gibt es einen großen Besucherstrom. Eine aufgemöbelte Bank vor der Kirche lädt zum Verweilen ein. Auch das Interesse, einen Blick in das Gotteshaus zu werfen, ist groß.

Im Kreis der  „Freunde des Kirchturms Prensdorf“ ist noch Platz

Im Kreis der „Freunde des Kirchturms Prensdorf“ ist noch Platz. Aber schon jetzt gibt es viel Unterstützung aus dem ganzen Dorf.

Quelle: Uwe Klemens

Die Idee von Ines Kafert, das Kircheninnere für die Besucher täglich mit frischen Blumen zu schmücken, fand Zustimmung und Spender. Auch beim Saubermachen und kleineren Reparaturen ist an Helfern kein Mangel. „Wo immer wir um Hilfe baten, haben wir sie bekommen“, schwärmen Kafert und Doreen Roy, die bei den „Freunden des Kirchturms Prensdorf“ den Hut aufhaben.

Chronik

1346 wurde Prensdorf erstmals urkundlich erwähnt. Erste kirchliche Aufzeichnungen stammen von 1562.

1607 bekam die Kirche einen Altar. Als eine der wenigen Kirchen in der Region blieb sie im Dreißigjährigen Krieg (1618-1648) unzerstört.

1827 wurde die erste Glocke gegossen, 1900 kamen zwei weitere hinzu.

1960 wurde die jetzige Orgel eingebaut, die zum Teil von den Einwohnern finanziert wurde.

Der Name macht deutlich, dass es nicht nur um die Zufriedenheit der Besucher geht, sondern auch um das Wohl der Kirche. Die Tragfähigkeit des später ausgemauerten Fachwerkturms wird zunehmend zur Gefahr. Vor die Wahl gestellt, ob der Turm saniert oder abgetragen werden soll, entschieden sich Pfarrerin Britta Rostalsky und der Gemeindekirchenrat für Ersteres. Zwischen 100 000 und 150 000 Euro bewegen sich die eingeholten Kostenschätzungen. Selbst wenn es gelingt Sponsoren zu gewinnen, bleibt am Ende noch immer die Frage nach den Eigenmitteln, deren Höhe oft über die Fördersumme entscheidet.

Pfarrerin sieht gute Chancen für Fördermittel

Für Britta Rostalsky kommt die Initiative der Prensdorfer zur rechten Zeit. Je lebendiger es in der Kirche zugeht, umso größer sind die Förderchancen. „Sollten die beantragten Fördermittel tatsächlich in der erhofften Höhe kommen, könnten wir außer dem Turm vielleicht sogar noch Deckenmalerei im Kirchenschiff restaurieren.“

Mit regelmäßigen Ausstellungen und Konzerten wollen die „Kirchturmfreunde“ den Kirchenbesuch noch attraktiver machen. Am 7. Mai um 14 Uhr wird unter dem Titel „Ohrenschmaus – Augenweide – Gaumenfreude“ zur Auftaktveranstaltung eingeladen. Die Berliner Malerein Simone Butz zeigt Aquarelle und Pastelle. Dazu gibt es Klaviermusik sowie eine gemütliche Kaffeerunde.

Von Uwe Klemens

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