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Proben am Kohlhaas-Stück beginnen im Juli

Jüterbog Proben am Kohlhaas-Stück beginnen im Juli

Das Schicksal des Rosshändlers Hans Kohlhase ist eng verknüpft mit der Zeit der Reformation. Die Geschichte eignet sich schon deshalb hervorragend für die Feierlichkeiten des Reformationsjubiläums. Am 30. und 31. Oktober ist die Geschichte als Theaterstück zu erleben.

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Derzeit beschränken sich die Proben auf das gemeinsame Lesen der Texte, um sich in die Kleist’sche Sprache einzufinden.

Quelle: Uwe Klemens

Jüterbog. Das große Banner über dem Portal des ehemaligen Mönchenklosters verkündet es seit langem: Am 30. und 31. Oktober kehrt Hans Kohlhase nach Jüterbog zurück. 17 Jahre nach der Premiere seiner Kohlhaas-Inszenierung lässt Regisseur Hans-Joachim Frank noch einmal jene Geschichte nacherlebbar werden, die vor rund 200 Jahren dem Dramatiker und Erzähler Heinrich von Kleist als Vorlage zu seiner Erzählung „Michael Kohlhaas“ diente.

Luther und Kohlhase schrieben Geschichte

Anlass der Neuinszenierung ist das diesjährige Reformationsjubiläum. Auftraggeber ist die Stadt, in der man sich auf der Suche nach geeigneten Festivitäten rings um den Reformationstag an das damalige Theaterspektakel erinnerte. Dass der Fall Kohlhase, der sich vor knapp 500 Jahren ereignete, damals auch Martin Luther auf den Plan gerufen hatte, ist für das Jubiläum-Fest ein passender Umstand.

Auch wenn die Neuinszenierung ebenfalls als Open-Air-Theaterstück angelegt ist und die Besucher, wie schon vor 17 Jahren, zusammen mit den Darstellern quer durch das Stadtzentrum von Schauplatz zu Schauplatz wandeln, setzt Frank diesmal nicht auf reine Wiederholung, sondern setzt neue Akzente. Gleichberechtigt neben die gewalttätige Auseinandersetzung zwischen dem Kaufmann und Rosshändler aus Cölln an der Spree und einem sächsischen Junker tritt Kohlhaas’ Charakter, sei es als liebender Ehemann oder als sorgsamer Unternehmer, in den Mittelpunkt. Vor 17 Jahren noch im großen Stil gestrichene Textpassagen der Originalfassung sollen den Besuchern das Dilemma nahebringen, in dem sich der eigentlich friedliebende, später sich aber gewaltsam Recht verschaffende Rosshändler befand.

Kleist’sche Sprache als Herausforderung

Wie schwierig die Kleist’sche Sprache zu meistern ist, weiß der Jüterboger Heinrich Claasen seit Probenbeginn vor gut einem Jahr. „Für die Hauptrolle einen Darsteller zu haben, der in der Region verwurzelt und in der Stadt bekannt ist, war mir ein wichtiges Anliegen“, sagt Regisseur Frank. Dass gesundheitliche Probleme Claasen nun am Weiterproben hindern, ist für alle Beteiligten – nicht zuletzt wegen der inzwischen sitzenden Textpassagen – nur schwer zu verdauen.

An Claasens Stelle tritt nun der Schauspieler Matthias Zahlbaum, der seit langem zum Ensemble von Franks „Theater 89“ gehört und sich als Profi schneller in den Stoff einarbeiten kann. Bereits ab Juli werden die ersten Proben im Freien stattfinden. Auch bei den mitwirkenden Chören wird bereits geprobt. Fünf Monate Zeit bleiben bis zu den Vorstellungen im Oktober.

Von Uwe Klemens

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