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Protest für Erhalt der Polizeiwache in Zossen

Unterschriftenaktion und Demo Protest für Erhalt der Polizeiwache in Zossen

In Zossen kämpft man derzeit an allen Fronten gleichzeitig, damit die Polizei in der einstigen Kreisstadt bleibt – und zwar vollständig. Zossens Bürgermeisterin Michaela Schreiber (Plan B) übergab mehr als 7000 Unterschriften an den Innenausschuss in Potsdam. Unterdessen demonstrierte ein versprengtes AfD-Grüppchen auf dem Markt in Zossen.

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Die AfD demonstrierte am Donnerstagabend auf dem Zossener Markplatz für den Erhalt der Polizeiwache.

Quelle: Josefine Sack

Zossen. Als „großen, wichtigen Teilerfolg“ hat Zossens Bürgermeisterin Michaela Schreiber (Plan B) die von Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD) in der gestrigen Sitzung des Innenausschusses des Landtags in Potsdam gemachte Aussage bezeichnet, dass im Polizeirevier Zossen nicht nur 13 Revierpolizisten, sondern auch die gegenwärtig 25 im Wach- uns Wechseldienst tätigen Polizisten weiterhin ihren Dienst versehen werden.

Umzugspläne offenbar vom Tisch

Damit sind die nach einer Anfrage des Landtagsabgeordneten Christoph Schulze (Freie Wähler) öffentlich gemachten Umzugspläne vom Standort Zossen in das neu gebaute Polizeirevier nach Ludwigsfelde offenbar vom Tisch.

Innenminister Schröter kündigte im Ausschuss an, dass er nun noch einen Vorschlag des Polizeipräsidenten zur Zukunft der Kriminalpolizei in der Region prüfen werde. Bürgermeisterin Schreiber hatte dem Minister zuvor zwei dicke Mappen mit insgesamt 7533 Unterschriften von Bürgern übergeben, die sich vorbehaltlos für den Erhalt des Polizeistandortes Zossen mit einer funktionstüchtigen, bürgernahen Polizei ausgesprochen hatten.

Zossens Bürgermeisterin Michaela Schreiber (Plan B) fordert den vollständigen Ehralt der Polizeiwache

Zossens Bürgermeisterin Michaela Schreiber (Plan B) fordert den vollständigen Ehralt der Polizeiwache.

Quelle: Christian Zielke

Sie wiederholte ihren Dank an alle Bürger, die in der kurzen Zeit für ein klares Votum für den Erhalt des Polizeistandortes Zossen gesorgt hatten. „Nicht zu vergessen das Engagement des Abgeordneten Christoph Schulze, dessen hartnäckiges Nachfragen in der Sache die Umzugspläne erst öffentlich machte, und die Unterstützung der CDU-Landtagsfraktion, die das Thema auf die Tagesordnung der Sitzung des Innenausschusses gebracht hatte“, so Zossens Rathauschefin.

Ursprünglich sollte die Unterschriftensammlung bis Ende Mai laufen und die Unterschriften auf der turnusmäßigen Sitzung des Innenausschusses am 2. Juni in Potsdam übergeben werden. Doch überraschend war der frühere Termin anberaumt worden.

Unterstützung durch den Bund Deutscher Kriminalbeamter

Der Bund Deutscher Kriminalbeamter (BDK) begrüßt die Entscheidung des brandenburgischen Polizeipräsidenten Hans-Jürgen Mörke, den Wach- und Wechseldienst des Polizeireviers Zossen nicht nach Ludwigsfelde zu verlegen. „Damit ist aber auch die Hoffnung verbunden, am Standort Zossen ein einsatzfähiges Sachgebiet der Kriminalpolizei zu etablieren“, sagte BDK-Landesvorsitzender Riccardo Nemitz. Kriminalität müsse stets vor Ort bekämpft werden: „So dezentral wie möglich, so zentral wie nötig“, betonte Nemitz. Für den Bereich des Polizeireviers Zossen werden laut BDK jährlich etwa 4000 Straftaten angezeigt. „Die Bürger von Zossen dürfen nicht schlechter gestellt werden als anderswo“, so der Landesvorsitzende.

Am Donnerstagabend demonstrierte die AfD in Zossen für den Erhalt der Polizeiwache. Auf dem Marktplatz versammelten sich etwa 50 Personen. Zossens Bürgermeisterin Michaela Schreiber hatte die AfD-Demo im Vorfeld als „wenig hilfreich“ und „eher kontraproduktiv“ bezeichnet. Es gebe wohl kaum jemanden in Zossen und den Nachbarkommunen, der nicht für eine leistungsfähige Polizei in Zossen ist. Das müsse man sich nicht auch noch gegenseitig öffentlich bekunden.

Von Josefine Sack und Thomas Seifert

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