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Protest gegen Lehrermangel

Stundenausfall an Grundschule Stülpe Protest gegen Lehrermangel

An der Grundschule in Stülpe fallen schon zu Schuljahresbeginn viele Unterrichtsstunden aus. Ursache dafür sind mehrere erkrankte Lehrer, die nicht ersetzt werden. Die Eltern haben einen Protestbrief ans Bildungsministerium geschickt – ohne Antwort zu erhalten.

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Der Unterrichtsausfall ist im Hausaufgabenheft farbig markiert.

Quelle: Margrit Hahn

Stülpe. Eltern und Schüler laufen Sturm. In der Grundschule Stülpe hat das Schuljahr kaum begonnen und schon fällt Unterricht aus. In den vergangenen Jahren gab es immer wieder Probleme. Bisher schafften es die Lehrer immer, Ausfallstunden auf ein Minimum zu reduzieren. „Dass die Lehrersituation gleich zu Beginn des neuen Schuljahres so prekär sein wurde, damit hatten wir nicht gerechnet“, sagt Marcel Jordan, Vorsitzender der Elternkonferenz. So musste der Stundenplan täglich neu in Sisyphusarbeit verändert werden. Eine Wochenplanung war nicht möglich.

Bei der Elternversammlung gab es Proteste seitens der Eltern, die Stundenausfällen, Stillarbeit und Zusammenlegungen von Klassen nicht länger hinnehmen wollen. „Das ist kein richtiges Lernen, sondern nur Beschäftigung. Teilweise mussten Schulsekretärin oder eine Praktikantin die Aufsicht übernehmen“, stellt Michaela Bieneck, Elternsprecherin der Klasse 4, fest.

Es trifft nicht nur den Mathematik-, Kunst- und Sportunterricht, sondern auch die Angebote der Ganztagsschule. Förderstunden fallen weg. Von insgesamt acht Lehrerstellen fehlen zweieinhalb. Die verbleibenden Lehrer versuchen, möglichst viele Ausfallstunden zu vermeiden und geraten dabei an die Grenze der Belastbarkeit.

Schulleiterin Birgit Hochmuth hat die Gemeinde Nuthe-Urstromtal als Schulträger sowie die Schulrätin darüber informiert. Doch bisher tat sich nichts. Nun wurde ein offener Brief verfasst, in dem gefordert wird, dass mehr Lehrer eingestellt werden, um den Unterricht abdecken zu können.

„Weil Lehrer ausfallen, fehlt für so manche Klasse auch ein fester Ansprechpartner. Die Schüler wissen nicht, wem sie ihre Probleme anvertrauen können“, sagt Michaela Bieneck. Jetzt haben die Elternvertreter auch einen Brief an Bildungsminister Günter Baaske (SPD) geschrieben. „Es gibt zurzeit keinen regulären Stundenplan, keine Förderstunden und keine Angebote im Sinne einer Ganztagsschule“, heißt es im Brief, „das aktuelle Versagen der Bildungspolitik im Land Brandenburg trifft vor allem die Schüler, die besonders Bedarf an der Unterstützung haben. Wie ist dies Ihrer Meinung nach mit dem Paragraf 3 des brandenburgischen Schulgesetz vereinbar?“

Die Schüler selbst kritisieren die Zustände. Vor allem Sechstklässler wie Melina Jokelle fürchten Nachteile, wenn sie 2016 an eine weiterführende Schule wechseln. „Ich möchte aufs Gymnasium. Wir hatten in den ersten Wochen nach de Ferien immer nur fünf Stunden“, berichtet die Elfjährige, „ich mache mir Sorgen, ob ich den versäumten Stoff nachholen kann. Ich wünsche mir, dass in unserer Schule endlich wieder Normalbetrieb ist.“ Seit der vierten Schulwoche hat sich die Lage an der Grundschule in Stülpe ein wenig entspannt. Doch für die Eltern bleibt das Ministerium, das nicht auf Anschreiben reagiert, untätig.

Von Margrit Hahn

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