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Teltow-Fläming Prozess gegen Automaten-Sprenger
Lokales Teltow-Fläming Prozess gegen Automaten-Sprenger
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00:19 15.10.2017
Teil der Serie: Gesprengter Automat in der Parkstraße Luckenwalde. Quelle: Hartmut F. Reck
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Luckenwalde

Alles spricht gegen sie: Die beiden jungen Männer, die am Mittwoch auf der Anklagebank im Luckenwalder Amtsgericht saßen, wurden am 19. September 2016 gegen 3 Uhr in der Nähe eines Zigarettenautomaten erwischt und vorläufig festgenommen. Der Automat war wenige Minuten vorher in die Luft geflogen und die mutmaßlichen Täter hatten jede Menge angesengte Zigarettenschachteln bei sich.

Angeklagte wollen nur „zufällig“ dort gewesen sein

Diese hätten sie nur gefunden, sagen sie, weil sie dort gerade zufällig vorbeigelaufen waren. Eine Zeugin hatte zwar zwei Männer beobachtet, konnte sie aber nicht identifizieren. Aber: DNA-Proben an Banderolenresten der als Sprengsatz genutzten Knallkörper osteuropäischer Produktion weisen die Tatbeteiligung des Hauptangeklagten Willi W. nach. Der gibt aber nur zu, die „Kippen“ eingesammelt zu haben, und die erhebliche Menge an Betäubungsmitteln, die die Polizei später in seiner Gartenlaube fand, zum Eigengebrauch dort gelagert zu haben.

Unter der Beweislast räumte sein mutmaßlicher Mittäter Michael G. immerhin ein, dass er dabei war, bestritt aber, an der Sprengung beteiligt gewesen zu sein. Danach ging es ohne ihn weiter, weil er an den folgenden Straftaten wohl nicht beteiligt war.

Jugendlicher Tatbeteiligter bereits verurteilt

So wurden in der Nacht vom 8. auf den 9. November 2016 zwei Zigarettenautomaten in Ihlow und in Zieckau bei Luckau auf dieselbe Art gesprengt. Daran, so die Anklage, soll Willi W. gemeinsam mit zwei anderen Kumpeln, beteiligt gewesen sein, von denen Jeremy E. bereits zu einer Jugendstrafe auf Bewährung verurteilt wurde. Er trat am Mittwoch als Zeuge auf, trug aber wenig mehr als nur blauen Dunst zur Aufklärung der Tat bei.

Polizei findet Zigaretten, Drogen und Pyrotechnik

Jedenfalls flüchtete W. mit seinem Auto, als es eine Polizeistreife am frühen Morgen des 9. November in Luckenwalde kontrollieren wollte. Die Polizisten fanden es aber in der Einfahrt zu seinem Gartengrundstück am Meisterweg, wo er eine Panne vortäuschte. Einer der beiden weiteren Insassen floh. Die in diesem Moment über Funk durchgegebene Fahndung passte – W. und E. wurden festgenommen. Am nächsten Tag durchsuchte die Polizei diesen Pkw sowie ein weiteres Auto und die Laube. Es wurden große Mengen an Tabakwaren und Drogen gefunden sowie Pyrotechnik derselben Art, wie sie bei den Sprengungen benutzt wurde.

Willi W., der am Mittwoch mit Hand- und Fußfesseln der Richterin und dem Staatsanwalt vorgeführt wurde, kam in Untersuchungshaft. Seitdem, so der Kriminalbeamte, der die Untersuchungen leitete, sei eine Serie von insgesamt zwölf Sprengungen von Zigarettenautomaten in der Region abgerissen.

Die Verhandlung wird am 23. Oktober fortgesetzt.

Von Hartmut F. Reck

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