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Prozessauftakt nach tödlicher Beil-Attacke

Jüterbog, Potsdam Prozessauftakt nach tödlicher Beil-Attacke

Ab Donnerstag muss sich ein 55 Jahre alter Jüterboger vor dem Landgericht Potsdam für eine tödliche Beil-Attacke auf seinen Schwiegervater im Januar verantworten. Auch seine Schwiegermutter wurde damals schwer verletzt. Die Staatsanwaltschaft geht von einer psychischen Unzurechnungsfähigkeit aus.

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Der Tatort im Januar dieses Jahres.

Quelle: Uwe Klemens

Jüterbog. Am Donnerstag wird vor dem Potsdamer Landgericht der Prozess gegen einen 55-jährigen Jüterboger eröffnet, der im Januar seinen 77-jährigen Schwiegervater mit einem Beil erschlagen und seine 78-jährige Schwiegermutter schwer verletzt haben soll.

Angeklagter glaubte offenbar, er sollte vergiftet werden

Die Ankündigung des Prozesses durch das Landgericht wirft erstmals Licht auf ein mögliches Motiv der Bluttat. So soll sich der Jüterboger Tim G. „im Zustand der Schuldunfähigkeit zum Haus seiner Schwiegereltern in Jüterbog begeben haben, von denen er glaubte, sie wollten ihn vergiften“, heißt es in der Antragsschrift der Staatsanwaltschaft. Demnach wird der Mann nicht angeklagt, sondern ein Antrag auf Einweisung in eine geschlossene psychiatrische Einrichtung gestellt.

Mehrfach mit Beil auf den Kopf eingeschlagen

Am Nachmittag des 13. Januar soll Tim G. mit einem Beil bewaffnet seine Schwiegereltern aufgesucht haben und laut Anklage „mehrfach auf den Kopf seines Schwiegervaters eingeschlagen haben, um ihn zu töten“. Zwischendurch soll er auch seiner 78-jährigen Schwiegermutter, die ihrem Mann zur Hilfe eilte, mit dem Beil auf dem Kopf geschlagen haben.

Täter lief Schwiegermutter bis zum Gartentor nach

Als er seinen Schwiegervater für tot hielt, soll der Angeklagte seiner Schwiegermutter nachgelaufen sein und sie am Gartentor mit dem Beil erneut attackiert haben. Die Seniorin konnte sich mit schweren Verletzungen an Kopf, Schultern und dem rechten Arm auf dem Nachbargrundstück in Sicherheit bringen. Tim G.s Schwiegervater starb noch am Tatort.

Sechs Prozesstage angesetzt

Der Angeklagte ließ sich schließlich widerstandslos von der Polizei festnehmen, nachdem seine Frau am Tatort eingetroffen war. Sechs Prozesstage vor dem Landgericht bis Mitte November sind für das Verfahren derzeit anberaumt.

Staatsanwälte gegen von Schuldunfähigkeit aus

Die Potsdamer Staatsanwaltschaft hatte kurz nach der Tat angekündigt, den Gesundheitszustand des Angeklagten genauer zu untersuchen. Bekannte des Angeklagten hatten von früheren Aggressionen berichtet, ansonsten war er kein auffälliger Typ. Laut der Antragsschrift geht man von einer Schuldunfähigkeit des Mannes aus, die durch ein Gutachten bereits festgestellt worden ist. Tim G. hat die Tat laut einem Landgerichtssprecher eingeräumt und als Motiv die Wahnvorstellung genannt, dass er von seinen Schwiegereltern vergiftet werden solle.

Behandlung in Fachklinik

Er war nach seiner Verhaftung für vier Monate in Untersuchungshaft, bevor er am 12. Mai in die Asklepios-Klinik in Brandenburg an der Havel verlegt wurde. In dieser Fachklinik für forensische Psychiatrie könnte Tim G. nach dem Prozess erneut im Rahmen eines Maßregelvollzugs auf unbestimmte Zeit untergebracht werden. Dort würde er jährlich auf Besserung seines Gesundheitszustands begutachtet werden.

Von Peter Degener

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