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„Public Viewing“ in Jüterbog zur Fußball-EM

Fußball-EM in Jüterbog „Public Viewing“ in Jüterbog zur Fußball-EM

Zwei Jüterboger Veranstalter wollen auf dem Jüterboger Marktplatz zur Fußball-Europameisterschaft eine LED-Leinwand aufstellen und dort alle Deutschland-Spiele und die Play-Offs zeigen. Wegen Belastung der Anwohner durch viele Abendspiele und einer Befreiung von der Standmiete für die Veranstalter gibt es aber auch Kritik an der Idee.

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Weltmeisterliches Public Viewing im Freibad im Jahr 2014.

Quelle: Iris Krüger

Jüterbog. Auf dem Jüterboger Marktplatz wird zur Fußball-Europameisterschaft in Frankreich eine LED-Wand für kostenfreies „Public Viewing“ aufgebaut. Das Turnier beginnt zwar am 10. Juni, aber erst ab 12. Juni um 21 Uhr wird auch in Jüterbog in großer Gemeinschaft gezittert und vielleicht gefeiert. An diesem Tag findet das erste Spiel der deutschen Mannschaft statt, sie trifft auf die Ukraine. Die Spiele werden auf einer 5 mal 3 Meter großen Leinwand an der Westseite des Platzes gezeigt. Davor werden Bierbänke aufgestellt.

Alle Deutschland-Spiele und die Partien ab Viertelfinale sind zu sehen

Hinter dem Projekt stecken der Jüterboger Veranstaltungstechniker Oliver Schulze und die Agentur Six-Event. Sie wollen alle Deutschland-Spiele und unabhängig davon alle Partien ab dem Viertelfinale zeigen. Damit werden auf dem Marktplatz bis zu elf der insgesamt 51 Spiele zu sehen sein. Zur Weltmeisterschaft vor zwei Jahren hatte es im Jüterboger Freibad „Public Viewing“ gegeben. Zu manchen Spielen kamen mehr als 800 Besucher, obwohl der Eintritt in das Bad fällig war.

„Der Markt ist die Mitte der Stadt, deshalb soll die Leinwand auch dort stehen und jeder muss es sich leisten können mitzufiebern“, sagt Stefan Krähe von Six-Event. Der Bereich werde daher nicht abgesperrt und auch kein Eintritt genommen. „Es ist ein hohes Risiko. Nicht nur wegen des Wetters oder der Frage, wie das deutsche Team spielt, sondern auch, wie es die Leute mit Getränken halten. Sehen sie ein, dass sie Bier bezahlen sollen oder bringen sie es kistenweise selbst mit“, sagt Krähe.

Belastung für Anwohner, denn fast alle Spiele beginnen erst um 21 Uhr

Die einzigen Einnahmen der Veranstalter bestehen nach eigenen Angaben aus Getränke- und Essenverkauf. Bänke und Leinwand werden nur zu den Spieltagen aufgebaut und ansonsten in einem zehn Meter langen Container verstaut. Der Wochenmarkt und auch die Fotoansicht des Rathauses werden daher laut Verwaltung nicht beeinträchtigt.

Im Sozialausschuss wurde bei der Vorstellung der Pläne auch Kritik geäußert. So sei das eine Belastung für die Anwohner des Marktplatzes. Neun Spiele werden erst um 21 Uhr angepfiffen. Der Ausschuss hoffe, dass die Veranstaltungen deshalb eine halbe Stunde nach dem Abpfiff beendet sein werden.

Diskussion um Erlass der Platzmiete im Sozialausschuss

Auch die Platzmiete wurde diskutiert. Nach Sondernutzungssatzung wären eigentlich 250 Euro pro Tag fällig – bei vier Wochen Standzeit des Containers insgesamt 7000 Euro. Die Verwaltung hatte ursprünglich vorgeschlagen, auf die Einnahmen vollständig zu verzichten, da es sich um eine kostenfreie Veranstaltung handele. Im Sozialausschuss wurde angeregt, dass die Veranstalter zumindest für den Bierwagen Standmiete zahlen. Laut Krähe verhandele man gerade einen Kompromissbetrag mit der Stadt.

Von Peter Degener

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