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Qualifiziertes Personal fehlt

Schenkenländchen Qualifiziertes Personal fehlt

Die Kitas im Schenkenländchen haben ihre Kapazitätsgrenzen erreicht – vor allem Plätze für Kinder unter drei Jahren sind sehr stark nachgefragt. Notplanungen werden bereits vorgenommen.

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Joel, Hana, Alvin und Luisa (v.l.) fühlen sich sehr wohl in der modernen Löptener Kita mit dem großen Außengelände.

Quelle: Karen Grunow

Groß Köris. Längst sind die Kindertagesstätten im Schenkenländchen an ihren Kapazitätsgrenzen. Das wird besonders spürbar im schicken Kita-Neubau im Groß Köriser Ortsteil Löpten. Vor einem knappen Jahr wurde zwar der Hort von hier in die eigens für die zu betreuenden Schulkinder reaktivierte alte Köriser Kita verlegt und Räume wurden dadurch in Löpten frei. Doch die sind bereits wieder belegt – durch die Kita-Kinder unter drei Jahren.

Trotzdem voll

Theoretisch könnten Leiterin Annett Schäfer und ihre Kolleginnen bis zu 118 Kinder in der Löptener „Rasselbande“ betreuen. Tatsächlich haben sie derzeit 92 und sind trotzdem voll. Denn die kleineren Kinder, gerade die in der Krippe, haben einen ganz anderen Raumbedarf. „Wir haben eigentlich 30 Plätze für Kinder unter drei“, sagt sie. Betreut werden derzeit bereits 40. „Die Proportionen haben sich ganz dramatisch verschoben, es gibt unheimlich viele Kinder im U3-Bereich“, sagt Oliver Theel, Fachbereichsleiter Finanzen und Soziales in der Amtsverwaltung des Schenkenländchens, bezogen auf alle Kita-Orte des Amtsbereiches. „Wir sind zunehmend dabei, die ersten Notplanungen aufzunehmen“, erklärt er. Schon jetzt sind Kinder aus der Teupitzer Kita in Löpten untergebracht. „Wir haben es vorher immer vermieden, Kinder vorübergehend in eine andere Kita zu geben.“ Auch aus Gemeinden jenseits des Amtes kamen Anfragen, „aber wir können nicht helfen“, so Theel.

Suche nach Personal

Das andere Problem: Die Suche nach Personal ist für so ländliche, oft nur per Auto gut erreichbare Kommunen wie die des Schenkenländchens noch komplizierter als anderswo. „Wir sind eine dicke Durststrecke durchlaufen im Jahr 2016“, berichtet Kitaleiterin Schäfer. Kolleginnen wurden schwanger, andere längerfristig krank. „Wir waren einige Monate permanent unterbesetzt.“ Teilschließung stand im Raum. „Wir haben die Eltern um Hilfe gebeten. Soweit waren wir schon“, so Theel. Aber am Ende musste niemand abgewiesen werden. „Da haben die Kollegen unheimliche Arbeit geleistet“, lobt er.

Eingestellt werden darf nur fachlich qualifiziertes Personal, denn sonst streicht der Landkreis die Zuschüsse zu Personalkosten. Der Kreis trägt 85 Prozent davon. „Holen wir Hilfskräfte, gibt es keine Zuschüsse, die Elternbeiträge würden also steigen“, erläutert Theel. „Man fährt also die Qualität runter, muss aber dafür mehr verlangen – das ist doch kontraproduktiv“, sagt Annett Schäfer. Hier erhoffen sie sich andere Lösungen vom Land, denn wenn problemloser weniger qualifiziertes Personal eingestellt werden dürfte, könnten sich die ausgebildeten Erzieher wieder stärker auf die besonderen Angebote der Kindertagesstätten konzentrieren. In Löpten gibt es 13 Erzieherinnen, eine davon pendelt zwischen Hort in Groß Köris und Kita hin und her. Aus Theels und Schäfers Sicht hat sich der Umzug der Hortkinder sehr bewährt: „Kita- und Hortkinder haben nun mal unterschiedliche Bedürfnisse.“

Gebäude modernisiert

Der wiederbelebte Gebäudekomplex in Groß Köris ist zwar alt, wurde aber Anfang vergangenen Jahres modernisiert. Die Kinder genießen gerade auch das riesige Grundstück. Schon jetzt herrscht bei ihnen große Vorfreude: Am 4. April erhält der Hort endlich einen Namen. „Köriser Eulen“ wird er dann heißen. „Das haben die Kinder demokratisch entschieden“, erzählt Leiterin Birgit Schlickeisen, die gern durch das gut ausgestattete Gebäude führt. Am Anfang, erzählt sie, habe es wegen des Hortumzugs von Löpten nach Groß Köris bei vielen Eltern große Skepsis gegeben. „Das hat sich aber schnell gelegt, weil die Kinder sich hier pudelwohl fühlen.“ Bis vor einigen Monaten hielt der Schulbus fast vor der Tür. Doch nun dürfen große Busse wegen der sanierungsbedürftigen Zugbrücke nicht mehr bis zum Hort fahren. Die Gemeinde finanziert deshalb für die Kinder einen Shuttle-Service. „Die Zusammenarbeit mit Gemeinde und Amt ist stimmig“, findet auch ob solcher Aktivitäten Schlickeisens Kollegin Annett Schäfer, die – allen Widrigkeiten zum Trotz – ihren Beruf als einen der schönsten bezeichnet.

Von Karen Grunow

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