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Teltow-Fläming Radwegbau ist der Dauerbrenner im Dorf
Lokales Teltow-Fläming Radwegbau ist der Dauerbrenner im Dorf
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00:39 13.09.2015
Frank Broshog (parteilos/4.v.l.) und sein Unterstützer-Team vor dem Bürgerhaus in Saalow. Quelle: Frank Pechhold
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Saalow

Freibier unter freiem Himmel – vielleicht hätte das den einen oder anderen Saalower zum Bürgermeisterwahl-Treff mit Einzelbewerber Frank Broshog gelockt. So aber blieben der Verwaltungschef der Gemeinde Am Mellensee und sieben seiner Unterstützer Dienstagabend vor dem Bürgerhaus unter sich. Dort traf die MAZ den Kümmerer im Rahmen seiner Dörfer-Tour. Berichte über Wahl-Aktionen seiner beiden Herausforderer folgen.

„So ein Wahl-Treff ist ein Angebot. Das kann man annehmen oder man sagt sich: Da muss ich nicht hingehen. Den kenne ich gut genug“, so Broshog. Möglicherweise wären ein paar Saalower gekommen, wenn die Veranstaltung im Bürgerhaus stattgefunden hätte. „Eigentlich wollten wir das Bürgerhaus mieten, weil es keine anderen Räume in Saalow gibt“, sagt Broshog. Aber das habe Ortsvorsteher Theo Boss (UWG) mit der Begründung abgelehnt, dass im Bürgerhaus keine Politik gemacht wird. „Und daran halte ich mich.“

Während dessen warf ein Beamer eifrig Bilder von Ereignissen auf eine Leinwand, mit denen Amtsinhaber Broshog in den vergangenen acht Jahren punkten konnte. Broshog bei der Einweihung der Sporthalle in Mellensee. Broshog mit Senioren vor dem Haus der Generationen in Sperenberg. Broshog hier, Broshog dort.

Ein blauer Schirm mit der Aufschrift einer Brauerei, die mit dem Slogan „Gut, besser, Paulaner“ für ihr Bier wirbt, schützte Beamer und Leinwand. Gut, besser, Broshog? „Das wird sich am 20. September entscheiden.“ Dann sind auch alle erwachsenen Saalower dazu aufgerufen, einen neuen Bürgermeister zu wählen.

Welche Saalower Probleme ihn im Falle seiner Wiederwahl beschäftigen, weiß Broshog. Ein Dauerbrenner ist die Forderung nach dem Bau eines Radweges bis Mellensee. „Da haben wir ein Riesenproblem mit der Weiterführung bis zur Grundschule in Mellensee.“ Innerorts müsste man beidseits der Landesstraße einen Radweg bauen. Das ginge nicht, ohne Bäume zu fällen. „Das wäre fürchterlich für das Ortsbild.“ Aber ohne Anbindung an die Grundschule mache ein Radweg keinen Sinn. „Sonst müssten wir die Kinder im Kreuzungsbereich wieder auf die Straße schicken.“ Weiter sollte der Landesbetrieb zeitgleich zum Radwegbau den Straßenbelag zwischen der Brücke und der Erlebnisbahn erneuern. „Aber dafür ist beim Landesbetrieb in absehbarer Zeit kein Geld da.“

Kopfschmerzen bereitet Broshog die Kopfsteinpflasterstraße am Dorfanger. „Damit haben wir ein Riesenproblem.“ Einige Hauseigentümer leiten das Regenwasser vom Dach direkt auf die Straße ab. Dort bleiben die Pfützen stehen. Wenn Autos durchfahren, wird der Sand ausgewaschen. „Das kann nicht so bleiben“, sagt Broshog. Als erstes müssten die Bürger verstehen, dass die Dachentwässerung nicht auf die Straße geführt werden dürfe. „Das ist sogar im Baugesetz festgezurrt.“ Bis 2017 will Broshog das Problem mit der Dachentwässerung in Saalow und der ganzen Gemeinde lösen, „wenn die Gemeindevertretung dem zustimmt“.

Streitpunkt in den Augen mancher Saalower ist die Schweinemastanlage der Saalower Mast GmbH. Einige rümpfen darüber die Nase, andere lassen sich Koteletts vom Saalower Kräuterschwein schmecken. „Saalower Kräuterschwein kommt auch bei mir auf den Tisch“, sagt Broshog. Warum? „Weil meine Frau sagt, wenn sie es in die Pfanne tut, ist es nach dem Braten genau so groß wie vorher. Und es schmeckt auch anders.“ Broshog findet es gut, dass das Futter für die Schweine auf den eigenen Äckern produziert wird und die Tiere im berlinnahen Raum und in der Hauptstadt vermarktet werden. „Wenn selbst das ,Adlon’ das Saalower Kräuterschwein auf der Karte hat, dann ist das doch die beste Werbung.“

Zur Person

Frank Broshog (parteilos) wurde vor acht Jahren zum Bürgermeister der Gemeinde Am Mellensee gewählt.

Der 54-Jährige ist studierter Diplomvolkswirt. Er arbeitete sieben Jahre in einer Berliner Bezirksverwaltung und war zehn Jahre lang selbstständiger Finanzdienstleister.

Broshog ist verheiratet und hat drei erwachsene Söhne.

Hobbys sind Volleyball und Angeln.

Von Frank Pechhold

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