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Teltow-Fläming Rangsdorf: Integration mit Harke und Schippe
Lokales Teltow-Fläming Rangsdorf: Integration mit Harke und Schippe
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05:05 04.05.2016
Akram Abud (v.l.) und Hussein Atiyeh (v.r.) unterstützen Ingo Eckstein (h.l.) und André Menzel (h.r.) vom Rangsdorfer Bauhof. Quelle: Christian Zielke
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Groß Machnow

Ein ganz normaler Vormittag im Gutspark Groß Machnow: Die mächtigen Bäume wiegen sich im Wind, Vögel verteidigen lautstark ihre Nester, der Verkehr auf der B96 rauscht vorbei. Hussein Atiyeh und Akram Abud durchbrechen mit ihren Schubkarren die Beschaulichkeit. Beide Männer schieben Schubkarren mit dicken Holzstämmen durch den Park.

Seit Anfang März unterstützen die beiden Flüchtlinge den Bau- und Betriebshof der Gemeinde Rangsdorf. 1,05 Euro bekommen sie pro Stunde. Nicht viel Geld, doch die Bezahlung ist nicht alles. Beide sind froh, etwas zu tun zu haben, sich nützlich zu machen in dem Land, das sie aufgenommen hat. Akram Abud ist mit seiner Frau und zwei Kindern aus Syrien geflohen. „Assads Armee hat unser Haus zerstört“, sagt der 26-Jährige. Seine Frau erwartet das dritte Kind. Er hofft, dass er eines Tages mit seiner Familie in die Heimat zurückkehren und wieder als Maler arbeiten kann.

Hintergrund

Am Dienstag
haben die ersten 30 Flüchtlinge – vorwiegend Familien aus Afghanistan – die neue Unterkunft in der Seebadallee in Rangsdorf bezogen. Dort ist Platz für 70 Personen.

In der Unterkunft im Kurparkring sind derzeit 49 Menschen untergebracht. Bis zu 60 sind möglich.

Betreiber beider Unterkünfte ist der Internationale Bund.

Ob und wann in Syrien Frieden herrscht? Akram Abud zuckt die Schultern und greift den nächsten Baumstamm. Hussein Atiyeh packt mit an. Der 30-jährige Palästinenser hatte vor seiner Flucht nach Deutschland in einem Flüchtlingscamp im Libanon gelebt. Er möchte mit seiner Frau und beiden Kindern in Deutschland bleiben. Seit einigen Wochen lernt er Deutsch.

Verständigung mit Händen und Füßen

Um sich mit André Menzel zu unterhalten, reicht es allerdings noch nicht. Man verständige sich mit Händen und Füßen – meistens erfolgreich, sagt der Bauhofmitarbeiter. Er betreut die beiden Flüchtlinge, holt sie morgens um 8 Uhr mit dem Auto ab und fährt sie zum Einsatzort. „Meistens stehen sie schon im Flur und warten auf mich“, sagt er. Bis zu vier Leute am Tag sind im Einsatz – mehr Aufsicht kann der chronisch unterbesetzte Bauhof nicht leisten. Dessen Leiter Ingo Eckstein ist froh über die Unterstützung. „Wir haben Sachen geschafft, für die wir sonst Jahre gebraucht hätten“, sagt er.

Dank der Unterstützung der Flüchtlinge seien das Strandbad sauber, die Wanderwege vom Wildwuchs befreit und der Sportplatz in Groß Machnow hat endlich den lang ersehnten Wildschutzzaun bekommen. „So langsam geht uns die Arbeit aus“, sagt Eckstein. Anfangs, sagt er, sei er skeptisch gewesen, ob die neuen Helfer auch ordentlich mit anpacken. Mit ABM-Kräften und Ein-Euro-Jobbern vom Arbeitsamt habe man in der Vergangenheit oft mehr Arbeit als Hilfe gehabt. Umso erstaunter war er, als er sah, wie die Flüchtlinge bei Wind und Wetter mit anpacken.

Doppelter Beitrag zur Integration

Julia Lapawczyk, die Leiterin der Flüchtlingsunterkunft in der Kurparkallee, sieht in der Arbeit einen doppelten Beitrag zur Integration. Die Flüchtlinge fühlen sich gebraucht und bestätigt. „Die Einheimischen sehen, dass die Leute fleißig sind“, sagt Julia Lapawczyk. Die Nachfrage in der Unterkunft nach der Arbeit sei groß, mittlerweile wollen auch immer mehr Frauen mit anpacken.

Die Idee zu der gemeinnützigen Arbeit kam Bürgermeister Klaus Rocher (FDP), als er einen Fernsehbeitrag darüber gesehen hat. „Ich dachte mir, das kann man auch in Rangsdorf machen“, sagt er – und ist zufrieden. „Es tut dem Ortsbild sehr gut", findet Klaus Rocher. Leider endet die Arbeit für den Bauhof Ende Mai. Ob das Projekt fortgeführt wird, darüber muss die Gemeindevertretung entscheiden. Erste Sportvereine haben bereits Interesse angemeldet.

Von Christian Zielke

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