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Rangsdorf Gemeinde braucht Seekoordinator
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11:57 16.04.2019
Im Rangsdorfer Rathaus versammelten sich viele Bürger, um über die Rettung des Rangsdorfer Sees zu sprechen. Quelle: Jonas Nayda
Rangsdorf

Die Gemeinde Rangsdorf braucht einen Seekoordinator. Das ist ein Ergebnis der Bürgerversammlung, die am Montagabend im Rangsdorfer Rathaus stattgefunden hat. Der etwa 2,5 Quadratkilometer große See droht zu verlanden. Er ist an vielen Stellen nur knapp einen Meter tief und eignet sich seit Jahren kaum noch zum Schwimmen.

Mehr als 70 Bürger hatten im Rathaus über die Zukunft des Sees diskutiert. Neben Experten aus der Wissenschaft und der Wasserwirtschaft waren auch Mitglieder des Vereins zur Rettung des Rangsdorfer Sees dabei. Naturschützer, Badegäste, Fischer oder Sportler, es gibt viele unterschiedliche Interessengruppen, die den Rangsdorfer See für sich beanspruchen. Eine Sache war schnell klar: So wie der See im Moment ist, soll er nicht bleiben.

Der trockene Sommer hat den Rangsdorfer See stark geschrumpft. Die Wasserkante hatte sich 2018 um etwa 20 Meter zurück gezogen. Quelle: Christian Zielke

Bis zum Jahr 2027 muss die europäische Wasserrahmenrichtlinie erfüllt werden. Das bedeutet, dass der See in einen guten ökologischen und chemischen Zustand versetzt werden muss. Aktuell wird seine Wasserqualität mit „schlecht“ bewertet.

Problem: Wasserzufluss

Das größte Problem des Sees ist der Wasserzufluss. Der ist nämlich sehr gering und zudem schadstoffbelastet, da sind sich die Experten einig. Jede Maßnahme, die die Wasserqualität im See verbessert, ist deshalb zum Scheitern verurteilt. Solange „schlechtes“ Wasser von außen nachströmt, wird der See nie nachhaltig gerettet sein. Die Frage bleibt, woher genau die Schadstoffbelastung kommt. Ob es Altlasten, Düngemittel im Grundwasser oder andere Ursachen sind, konnte bisher nicht eindeutig festgestellt werden.

Die Umweltplanungsfirma „Terra urbana“ war 2016 damit beauftragt worden, konzeptionelle Vorarbeiten für die Sanierung des Sees zu erarbeiten. Phase eins dieser Vorarbeiten ist nun abgeschlossen, Phase zwei soll folgen. Bis Dezember 2020 soll herausgefunden werden, wie der schadstoffbelastete Wasserzufluss in den See gestoppt werden könnte. Dafür hat die Gemeinde Rangsdorf zusammen mit Terra urbana einen Förderantrag beim Land eingereicht, um 99.000 Euro zu bekommen.

Was ist ein „geretteter See“?

Wie sich am Montagabend herausstellte, muss die Gemeinde aber trotz allem einen Eigenanteil in Höhe von mindestens zehn Prozent zahlen, selbst wenn das beantragte Fördergeld vom Land bewilligt wird. Im Falle der 99.000 Euro wären das knapp 10.000 Euro, die Rangsdorf im nächsten Jahr alleine aufbringen müsste, um die Seesanierung weiter voran zu bringen. Dabei ist noch immer nicht klar, wie ein „geretteter See“ am Ende aussehen soll.

„Wollen wir klares Wasser und mehr Tiefe? Oder trübes Wasser und viele Fische?“, fragte ein Sprecher von Terra Urbana, der am Montagabend ebenfalls im Rathaus dabei war. Die Gemeinde müsse eindeutig formulieren, was sie sich vorstelle, nur so könne die Firma ihre Arbeit machen.

Wildgänse auf dem Rangsdorfer See. Das westliche Ufer ist ein Naturschutzgebiet. Quelle: privat

Viele Bürger im Rathaus waren sichtlich unzufrieden mit Terra urbana. Man müsse endlich anfangen, Maßnahmen zu ergreifen und nicht mehr nur reden, prüfen und planen. Einige kritische Stimmen bemerkten jedoch auch, dass das Thema „Seerettung“ immer zufälligerweise kurz vor Kommunalwahlen aktuell werde.

Runder Tisch gefordert

Oliver Scharfenberg, Vorsitzender des Vereins zu Rettung des Rangsdorfer Sees, schlug vor, einen runden Tisch zu bilden, an dem alle Beteiligten zusammenkommen könnten, die den Rangsdorfer See sanieren wollen. Er brachte sich selbst damit als Seekoordinator ins Gespräch. Außerdem solle die Gemeinde prüfen, ob es ein günstigeres Angebot, als die 99.000 Euro für Terra urbana geben könnte. „Es ist schließlich Steuergeld, da müssen wir sparsam mit umgehen“, sagt Scharfenberg.

Geld ist knapp in der Gemeinde, das wiederholte auch Bürgermeister Klaus Rocher (FDP) am Montagabend im Rathaus. Man habe seit den 1990er-Jahren schon viele Millionen in den See „versenkt“ und „meterweise Akten produziert“. nachhaltig verbessert habe sich die Wasserqualität nicht. Er hält Sofortmaßnahmen zur Seerettung ohne vorherige Planung für sinnlosen „Aktionismus“. Rocher kündigte weitere Bürgerversammlungen an, auf denen konkrete Ziele für den Rangsdorfer See gefunden werden sollen.

Von Jonas Nayda

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