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Rangsdorf Großer Andrang am Bücker-Gelände
Lokales Teltow-Fläming Rangsdorf Großer Andrang am Bücker-Gelände
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00:17 24.07.2018
Fast 100 Leute nahmen an der Führung über das Bücker-Gelände teil. Quelle: Christian Zielke
Rangsdorf

 Führungen über das Bücker-Gelände und den ehemaligen Flugplatz in Rangsdorf lockten in den vergangenen Jahren meist einen harten Kern von rund 20 Leuten. Luftfahrt-Fans und Militärliebhaber fachsimpelten über die historische Bedeutung der Fläche und gruselten sich im Angesicht des Verfalls der alten Hallen.

In diesem Jahr war es anders. Fast 100 Leute nahmen am Freitagnachmittag an der traditionellen Führung am 20. Juli teil, dem Jahrestag, an dem 1944 Oberst Claus Schenk Graf von Stauffenberg in Rangsdorf abflog, um Adolf Hitler zu töten.

Aufbruch liegt in der Luft

Der Rangsdorfer Privathistoriker Stefan Rothen erzählte die Geschichten der weltberühmten Bücker-Flugzeuge, von Beate Uhse, die in Rangsdorf als Einfliegerin ihre Runden drehte, und vom gescheiterten Attentat vor 74 Jahren. Zum historischen Aspekt ist mittlerweile die Vision des Aufbruchs dazugekommen.

Die Firma Terraplan hat das Gelände gekauft. Eduard Bunescu-Fay, der kaufmännische Leiter, wartet noch auf die letzte Unterschrift aus dem brandenburgischen Finanzministerium, dann ist der Kauf perfekt. Befürchtungen, dass es das letzte Mal sein könnte, dass die Rangsdorfer einen Blick aufs Gelände werfen dürfen, zerstreut er sofort: „Es wird sicher noch ein bis zwei Jahre dauern, bis wir anfangen zu bauen“, sagt Bunescu-Fay. Zuerst müssen Terraplan und die Gemeinde Baurecht schaffen.

Experten für denkmalgeschützte Gebäude

Vor einem Jahr betrat Eduard Bunescu-Fay zum ersten Mal das Bücker-Gelände. „Ich habe sofort gesehen, dass Gefahr im Verzug ist“, sagt er. Sein Unternehmen, das auf die Restauration denkmalgeschützer Gebäude spezialisiert ist, habe aber schon schwierigere Fälle gehabt.

Zwischen 300 und 350 Wohnungen sollen entstehen, einige in den alten Hallen, einige in Neubauten. Die Gemeinde denkt darüber nach, zwei Hallen als Oberschule und Sportfläche zu nutzen. „Wir müssen jetzt gucken, wie wir zueinander finden“, sagt Bunescu-Fay. Klar ist nur: Es wird dauern. Frühestens in zehn Jahren werden die ersten Wohnungen fertig sein. Nun schlägt die Stunde der Experten. In der kommenden Woche soll ein Bauhistoriker das Gelände begutachten, dann kommen die Munitionssucher.

Sowjet-Relikt soll Denkmal werden

Was bisher immer als Hindernis galt, ist für Terraplan das schlagende Argument. „Je mehr Denkmalschutz, umso besser“, sagt Eduard Bunescu-Fay. Für die Käufer der Wohnungen relativiert sich der aufgrund der Sanierung höhere Preis durch Abschreibungen für denkmalgeschützte Gebäude. Deshalb möchte Terraplan den von der Sowjetarmee errichteten Schallschutzturm auf dem Areal ebenfalls unter Schutz stellen.

Gabriele Hauschultz war eine der vielen Interessierten, die mit ihren Kameras den Zustand festhielten. Sie lebt seit fast zehn Jahren in Rangsdorf, war aber nie zuvor auf dem Bücker-Gelände. „Es ist traurig, wie sehr alles verfallen ist. Das hätte nicht passieren müssen“, sagt sie.

Rangsdorfs Bürgermeister Klaus Rocher legte einen Kranz zur Erinnerung an das Stauffenberg-Attentat am Gedenkstein nieder. Quelle: Christian Zielke

Markus Hennen hat den Verfall über Jahre gesehen. Er organisiert den Konversionssommer, der frühere Militärflächen ins öffentliche Bewusstsein rückt. Dass das Bücker-Gelände bald nicht mehr dazu gehört, macht ihn nicht traurig. Im Gegenteil: „Ich bin froh, dass die Entscheidung gefallen ist. Es war höchste Zeit.“

Von Christian Zielke

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