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Rangsdorf Hoher Schaden durch Mehl im Trinkwasser
Lokales Teltow-Fläming Rangsdorf Hoher Schaden durch Mehl im Trinkwasser
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00:22 16.06.2018
Seit mehr als drei Wochen sind viele Rangsdorfer angehalten, ihr Leitungswasser vor dem Trinken abzukochen. Quelle: Christian Zielke
Rangsdorf

Mindestens bis zum 15. Juni muss ein Großteil der Rangsdorfer das Trinkwasser weiter abkochen. Laut der Vorsteherin des Zweckverbands KMS, Heike Nicolaus, könne frühestens am Freitag Entwarnung gegeben werden, wenn die Proben aus dem Trinkwassernetz keine Keimbelastung mehr feststellen.

Seit dem vergangenen Sonnabend bezieht der nördliche Teil Rangsdorfs keimfreies Wasser aus dem Rangsdorfer Wasserwerk. Am Montag wurden erste Proben genommen. Erst wenn diese an drei aufeinanderfolgenden Tagen keine Keimbelastung mehr zeigen, könne das Abkochgebot aufgehoben werden. „Nach drei Wochen Krisenbewältigung sind wir jetzt auf einem guten Weg“, sagt Heike Nicolaus.

KMS ermittelt Kosten für das Wasser-Debakel

Unterdessen hat der KMS damit begonnen, die Kosten für das seit mittlerweile mehr als drei Wochen andauernde Wasser-Debakel zu ermitteln und prüft nun Schadenersatzforderungen gegen den Verursacher der Keim-Verschmutzung. Bei Arbeiten an einer Trinkwasserleitung war handelsübliches Mehl zum Trocknen der Schweißflächen verwendet worden. Infolgedessen konnten sich coliforme Bakterien im gesamten Trinkwassernetz des Ortes ausbreiten.

„Es hat bereits erste Gespräche mit der Versicherung des Verursachers gegeben“, bestätigte Heike Nicolaus. Bis der genaue Schaden ermittelt ist, kann es aber noch mehrere Wochen dauern, schätzt die Verbandsvorsteherin. Für das regelmäßige Spülen der Leitungen, die Proben im Labor und den Zukauf von Wasser aus Nachbarverbänden seien dem Verband Kosten in Höhe von mehreren Tausend Euro entstanden, die er sich nun von der Haftpflichtversicherung des Verursachers zurückholen möchte.

Kundin behält Teil der Wasserrechnung ein

Dem KMS steht eine weitere Auseinandersetzung mit den Kunden ins Haus. Eva Maria Kraemer hat ein Viertel ihrer Wasserrechnung einbehalten. „Wir Kunden haben auch Kosten“, sagt die Rangsdorferin. Für das Abkochen fallen Stromkosten an, zudem habe sie in den vergangenen drei Wochen sämtliches Wasser zum Trinken und für die Nahrungszubereitung im Supermarkt gekauft.

„Ich habe das Gefühl, dass der KMS die Sache nicht im Griff hat“, sagt Eva Maria Kraemer. Sie bemängelt auch die Informationspolitik des Verbands: „Ältere Leute, die kein Internet haben oder Menschen, die keine Zeitung lesen, erfahren nur durch Zufall, was mit ihrem Wasser ist.“

KMS-Vorsteherin lehnt Kostenabschläge ab

Einen pauschalen Abschlag auf die Wasserrechnung für alle Rangsdorfer lehnt Heike Nicolaus ab. „Es geht um drei bis fünf Liter Trinkwasser pro Person und Tag“, sagt sie. Die Kosten fürs Abkochen lägen bei nur wenigen Cent. Zudem sei das Wasser zum Duschen und Wäschewaschen weiter nutzbar. Bislang habe es keine Kostenforderungen von Bürgern gegeben.

Am 22. Mai hatte das Gesundheitsamt ein Abkochgebot für Rangsdorf und Dahlewitz verhängt. In Teilen von Rangsdorf und in Dahlewitz ist das Gebot mittlerweile aufgehoben.

Von Christian Zielke

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