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Rangsdorf Wachstum bestimmt Wahlkampf in Rangsdorf
Lokales Teltow-Fläming Rangsdorf Wachstum bestimmt Wahlkampf in Rangsdorf
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00:25 18.04.2019
Rangsdorf von Süden aus gesehen, links der Rangsdorfer See. Die Gemeinde wächst seit Jahren. Quelle: Firma Luftbildhoch2.de
Rangsdorf

Freundliche Gesichter überall: Sie schauen von den Laternenpfählen herab und möchten den vorbeikommenden Menschen etwas sagen. In kaum einer Gemeinde hängen schon seit Wochen so viele Wahlplakate wie in Rangsdorf. Obwohl alle Gesichter für unterschiedliche Farben stehen, haben sie alle das gleiche Ziel: Sie wollen die Interessen der Bürger vertreten und die Gemeinde voranbringen.

Die Gemeinde Rangsdorf

Rangsdorf ist eine amtsfreie Gemeinde im Landkreis Teltow-Fläming.

Einwohner: 11406 (Stand 31.12.2018)

Fläche: 34 Quadratkilometer

Die Gemeinde besteht aus den drei Ortsteilen Groß Machnow, Klein Kienitz und Rangsdorf. Durch die Gemeinde führt die Bundesstraße 96. Prägend für das Landschaftsbild ist der Rangsdorfer See (2,5 Quadratkilometer Fläche) im Westen des Ortes. Erstmals urkundlich erwähnt wurde Rangsdorf im Jahr 1375. Archäologische Funde belegen erste Siedler am Rangsdorfer See schon vor rund 8000 Jahren.

Internet: www.rangsdorf.de

Je nachdem, welche der Köpfe im Mai in die neue Gemeindevertretung gewählt werden, könnte große Auswirkungen auf Rangsdorf haben. Die Gemeindevertreter entscheiden demokratisch darüber, wie sich die Gemeinde entwickeln soll. Was sie beschließen, muss der Bürgermeister ausführen.

Kontinuierliches Wachstum

Die Gemeinde Rangsdorf wächst. In den vergangenen Jahren ist die Einwohnerzahl kontinuierlich gestiegen, zuletzt um rund 100 pro Jahr auf 11.400. Die Herausforderungen bestehen darin, Straßen, Wohnraum, Kultur und Bildung für alle Einwohner zu schaffen. Und dabei unterscheiden sich die Ideen der freundlichen Gesichter auf den Wahlplakaten dann doch. Acht Parteien und Wählergruppen treten mit ihren Listen an, 22 Mandate werden vergeben.

Wer regiert zurzeit?

Bürgermeister: Klaus Rocher (FDP)

Gemeindevertreter (21 Sitze):

Bündnis 90/Die Grünen 2

CDU 4

DPR 2

FDP 4

SPD 5

Die Linke 3

Fraktionslos 1

Rangsdorfs Bürgermeister Klaus Rocher (FDP) tritt für seine Partei als Gemeindevertreter an. Sollte er gewählt werden, müsste er sich zwischen seinem Bürgermeisteramt und dem Posten als Gemeindevertreter entscheiden. Sollte er Bürgermeister bleiben wollen, rückt ein anderer FDP-Kandidat für ihn in die Gemeindevertretung. Das Wahlergebnis ist für ihn wichtig. Es gilt als wahrscheinlich, dass Rocher bei der nächsten Bürgermeisterwahl im September nicht mehr antreten wird, wenn die FDP bei der Kommunalwahl schlecht abschneidet.

AfD fordert zweite Zufahrt ins Zentrum

Zum ersten Mal könnte in Rangsdorf eine AfD-Fraktion in der Gemeindevertretung sitzen. Zwar waren schon bei der Wahl 2014 drei Kandidaten angetreten, sie hatten jedoch keine Fraktion gebildet und die Partei auch schnell wieder verlassen. 2019 will sich die AfD in Rangsdorf hauptsächlich für eine zweite Zufahrt ins Ortszentrum einsetzen.

Die FDP gibt, ähnlich wie Die Linke, als ihr wichtigstes Ziel die schnelle Verbesserung der Schul- und Hortkapazitäten in Rangsdorf an. Mit einem neuen langfristigen Konzept will die FDP Millionen einsparen, die in Straßen, Wohnraum und Vereinsförderung investiert werden könnten.

Zuzug-Stopp und Nachhaltigkeit

Die Linke wird da noch konkreter: Sie verlangt an erster Stelle die rechtzeitige Fertigstellung des Umbaus der Grundschule und des Horts in der Clara-Zetkin-Straße – und das noch zum Schuljahresbeginn 2019/2020.

Infrastruktur ist das wichtigste Thema für die CDU. Man müsse die Bürger mit ihren Bedürfnissen abholen und nicht zu viel Raum für weitere Ansiedlungen geben, sagen die Christdemokraten. Einzig das Bückergelände soll entwickelt werden.

Das Gelände des ehemaligen Flugplatzes Rangsdorf mit dem Bücker-Flugzeugwerk. Quelle: Christian Zielke

Grüne und SPD für mehr Lebensqualität

Die Grünen setzen auf Nachhaltigkeit. Sie fordern ein klares Bekenntnis zum Klimaschutz, um die Lebensqualität in der Gemeinde auch für spätere Generationen zu erhalten.

Der SPD liegt besonders die Wohnsituation im Ort am Herzen. Das Wohnen müsse bezahlbar für junge Menschen und zentral und barrierefrei für Ältere sein, sagen sie. Aus diesem Grund wollen sie größere Bauträger verpflichten, beispielsweise die örtliche Infrastruktur mit zu bezahlen.

Die Wählergemeinschaften „Allianz für Rangsdorf“ und „Die Rangsdorfer“ begreifen sich als Alternative zu den Parteien. Sie fordern bessere Infrastruktur, zudem soll die Verwaltung „transparenter“ (Allianz für Rangsdorf) und „schlanker“ (Die Rangsdorfer) werden.

Wer tritt an?

SPD: Stephan Wilhelm, Ulrike Hildebrandt, Detlef Schlüpen, Iris Ulbricht, Mirko Sänger, Guido Filipov, Ralph Brockhaus, Stefan Hidy, Felix Heine, Holger Paul, Tilo Wolf, Katrin Krieger.

Die Linke: Hartmut Rex, Angelika Böhme, Peter Wetzel, Christian Böhme, Michael Mrositzki.

CDU: Tassilo Soltkahn, Peter Preetz, Matthias Linke, Birgit Däumich-Scholz, Hans-Jürgen Beyrow, Iwo Hoedt, Veit Schneider, Lutz Scheel, René Bohn, Andreas Muschinsky, Eberhard Ramfeldt.

FDP: Klaus Rocher, Melanie Eichhorst, Jan Mühlmann-Skupien, Hans-Joachim Fetzer, Robert Nicolai, Jeanette Averhaus, Holger Lademann, Sandra Beyer, Klaus Hummel, Michael Schwarz, Christopher Skupien, Stefan Pudras, Dennis Richter, Daniel Schmidt, Gertraud Rocher.

Bündnis 90/Die Grünen: Christina Thomas, Matthias Gerloff, Gisela Beck, Werner Kegel, Claire-Luise Heydick, Jürgen Molkow, Ruth Wagner, Jens Müller.

Die Rangsdorfer: Oliver Scharfenberg, Manuel Thormann, Rebecca Thormann, Karl-Heinz John, Juliane Stärke sowie Klaus Lehnigk.

AfD: Janot Wittenberg, Haymo Wittenberg, Hartmut Dehling, Ronald Matthiolius.

Allianz für Rangsdorf: Ralf von der Bank, Mirko Zander, Werner Heinen, Christian Möller und Clemens Wudel.

Von Jonas Nayda

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