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Rangsdorf Die Schnapsglas-Revolution
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05:26 27.10.2018
Die Rangsdorfer Björn Ziedrich (l.) und René Uhlig haben das Festivalshotglass erfunden. Quelle: Christian Zielke
Rangsdorf

 Garagen sind nicht nur Abstellplätze für Autos. Sie umweht der Nimbus als Geburtsstätte genialer Ideen. Der erste Apple-Computer wurde in einer Garage zusammengebaut, der Garagen-Rock ist ein eigenes Genre in der Popmusik.

In Garagen dürfen Männer ungestört tüfteln und experimentieren. Wenn etwas Alkohol im Spiel ist, kommen mitunter geniale Schnapsideen heraus, wie im Fall von René Uhlig und Björn Ziedrich. Die beiden Rangsdorfer haben in ihrer Garage einen Kunststoffbecher für Medikamente und einen Schlüsselanhänger mit sich selbst aufrollender Schnur, auch bekannt als Ausweishalter, miteinander vereint. Heraus kam das Festivalshotglass, das für die beiden Musikfans seitdem ein unverzichtbarer Begleiter auf Festivals ist.

Die Anregung kam aus dem Krankenhaus

René Uhlig (42), Björn Ziedrich (44) und Thomas Bergner sind seit Jahren Stammgäste auf dem Roskilde-Festival in Dänemark, einem der größten Musikfestivals in Europa mit 115 000 Teilnehmern. „Seit 1999 fahren wir jedes Jahr dort hin“, sagt Björn Ziedrich. Mindestens genauso wichtig wie die Musik ist die Geselligkeit und da gehört der eine oder andere Schnaps dazu.

Im Krankenhaus stieß Thomas Bergner erstmals auf die kleinen Medikamentenbecher. Sie fassen rund 35 Milliliter, also etwa so viel wie ein kleines Schnapsglas, haben einen praktischen Henkel und sind aus robustem Kunststoff, der jeden Moshpit übersteht. In der heimischen Garage bohrten die drei Kumpels ein Loch in den Henkel des Bechers und hängten den Ausweishalter daran.

Eigenes Unternehmen gegründet

Von nun an hatten sie ihre Schnapsgläser auf Festivals und auf Partys immer dabei. Wenn irgendwo die Schnapsflasche kreiste, griffen sie an den Hosenbund und ließen einschenken. „Viele Leute fandes das cool“, sagt Björn Ziedrich. „Vor etwa vier Jahren kamen wir auf die Idee, die Sache zu vermarkten“, erinnert sich René Uhlig.

Sie bestellten Medizinbecher und Ausweishalter, bauten sie in der Garage zusammen und verkauften ihre Idee auf Festivals. Als das Interesse immer größer wurde, entschlossen sich die drei, ein Unternehmen zu gründen: die Zipp & Drink GbR. Seit diesem Jahr gibt es einen Online-Shop, in dem man die Festivalshotgläser in verschiedenen Farben bekommt.

Abkupfern kann teuer werden

Mehr als 700 Stück sind bereits verkauft – im Internet und auf Festivals der Region wie dem Blank-it in Blankenfelde. Damit niemand ihre Erfindung abkupfert, haben sie beim Patentamt ein Gebrauchsmuster eingetragen. Sogar ein eigenes Trinkspiel gibt es. In einer Runde von Festivalshotglass-Besitzern zieht einer plötzlich sein Glas. Wer seins als letzter zieht, gibt die nächste Runde.

Reich werden wollen sie mit ihrer Erfindung nicht, sagen die Rangsdorfer, die ganz normalen Berufen nachgehen. René Uhlig ist Triebwerkmechaniker, Björn Ziedrich arbeitet als Immobilienfinanzierer. „Für uns ist das ein absolutes Hobby“, sagt Uhlig. Aber eins, das die Welt ein Stückchen besser macht, denn jedes Festivalshotglass spart viele kleine Plastikbecher, die nach einem Schluck im Müll landen.

Von Christian Zielke

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